Polizei ermittelt: Halbes Wohnzimmer im Naturschutzgebiet entsorgt

dzOstholzbachtal

Erneut haben sich Umweltsünder das Naturschutzgebiet Ostholzbachtal für eine illegale Müllentsorgung ausgesucht. Die Polizei versucht, die letzten Besitzer einer Wohnzimmergarnitur zu ermitteln.

Ardey

, 30.12.2019, 13:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vermutlich in einer Nacht- und Nebelaktion haben Unbekannte eine Couchgarnitur im Ostholzbachtal bei Ardey am Wegesrand entsorgt. Nach einer Mitteilung durch unsere Redaktion ermittelt nun die Polizei.

Eine Spaziergängerin hat Sofas und Sessel am Samstag unweit der Einmündung des landwirtschaftlichen Weges in die Ardeyer Straße vorgefunden. Vermutlich sind die Möbel also in der Nacht von Freitag auf Samstag, 27./28. Dezember, dort abgestellt worden.

»Wir werden uns wegen der illegalen Müllkippe mit der Stadt Fröndenberg in Verbindung setzen.«
Polizeihauptkommissar Bernd Pentrop

Polizeihauptkommissar Bernd Pentrop setzte auf einen Hinweis der Redaktion sofort die Ermittlungen in Gang. Weil das Fröndenberger Rathaus zwischen den Feiertagen nicht besetzt ist, wird nun zunächst die Polizei alle notwendigen Schritte einleiten. „Das muss sofort dort weg“, sagte Pentrop, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde.

Man werde jetzt prüfen, ob es sich um eine Ordnungswidrigkeit oder sogar um eine Umweltstraftat handelt. In dem einen wie dem anderen Fall sei es allerdings nicht ganz einfach, die letzten Besitzer der Möbel zu ermitteln. Allen Spuren werde aber auf jeden Fall nachgegangen.

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Polizei ermittelt: Halbes Wohnzimmer im Naturschutzgebiet entsorgt

Dem Anschein nach, nutzten auch schon andere Umweltsünder das Ostholzbachtal als wilde Müllkippe. Besonders abends und nachts ist in dem etwas entlegenen Naturschutzgebiet nicht mit unwillkommenen Zeugen zu rechnen. © Marcus Land

Polizei ermittelt: Halbes Wohnzimmer im Naturschutzgebiet entsorgt

Das Ostholzbachtal ist als Naturschutzgebiet ökologisch besonders wertvoll. Auf dem asphaltierten Weg ist nur landwirtschaftlicher Verkehr erlaubt. © Marcus Land

Zur Sache

Naturschutzgebiet Ostholzbachtal

  • Die Biologische Station Kreis Unna/Dortmund betreut das Naturschutzgebiet Ostholzbachtal und hat es auch beschrieben:
  • Der namensgebende Ostholzbach entspringt auf etwa 200 Metern Höhe und verliert auf seinem Lauf bis zum Südrand des Gebietes dann mehr als 50 Höhenmeter.
  • Wertgebende Bestandteile des Naturschutzgebietes sind der weitgehend naturbelassen mäandrierende Ostholzbach mit seinen Nebenbächen und den besonders wertvollen Quellbereichen, der den Bachlauf säumende Erlen-Eschen-Auwald sowie die Buchen- und Eichen-Hainbuchenwälder.
  • Unter den dominierenden Schwarz-Erlen und Eschen am Gewässerrand finden sich seltene Pflanzenarten. Feuersalamander vermehren sich in strömungsarmen Bachbereichen, Grasfrösche laichen in im Frühjahr wasserführenden Nebengewässern.
  • Die alten Laubwaldbereiche an den steileren Hängen sind mit Buchen- und Buchen-Eichen-Wäldern bestockt. Altholz- und Höhlenbewohner wie der Schwarzspecht und der Waldkauz nutzen diesen Lebensraum.
  • Auf Tafeln weist die Biologische Station auf die einzuhaltende Verhaltensregeln in einem Naturschutzgebiet hin. Dazu zählt selbstverständlich auch das Verbot, Müll zu hinterlassen.

Das Ostholzbachtal ist Naturschutzgebiet und umfasst die Waldflächen des Strombergs entlang des Ostholzbaches zwischen Frömern und Ardey sowie die angrenzenden Grünlandflächen.

Die illegale Entsorgung von Sperrmüll mit einem Gesamtgewicht von 100 Kilogramm kann nach dem Bußgeldkatalog des Landes Nordrhein-Westfalen mit einer Geldstrafe bis zu 1530 Euro geahndet werden.

Viel günstiger und vor allem legal ist die Entsorgung von Sperrmüll am Wertstoffhof der GWA in Ostbüren. Bringt man Sperrmüll mit einem eigenen Fahrzeug, bemisst sich der Preis nach dem Volumen.

Bei einer kofferraumgroßen Menge ist man schon mit 5 Euro dabei, Altmöbel, die bis zu 400 Kilogramm schwer sind und auf einen Anhänger oder Pick-Up passen, entsorgt die GWA für 42 Euro.

Sperrmüll wird in Fröndenberg auch abgeholt, Anmeldekarten sind im aktuellen Abfallkalender enthalten. Allerdings sind Haushaltsauflösungen vom Sperrmüll-Abholservice generell ausgenommen.

Zwar ist die Ablagerung von alten Möbeln in der Landschaft schlimm genug. Auch Bernd Pentrop erinnert sich aber an die illegale Entsorgung von Altöl, ebenfalls im Ostholzbachtal, Ende Oktober.

Nur wenige hundert Meter unterhalb der aktuellen wilden Müllkippe hatten Unbekannte fast 300 Liter Altöl in teils undichten Kanistern unmittelbar am vorbeifließenden Ostholzbach entsorgt – und hierbei handelte es sich definitiv um ein Umweltstraftat.

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Drei Sektflaschen fanden sich am Montagmorgen ebenfalls am Eingang in das Ostholzbachtal – ob sie seit der Silvesterfeier 2018 dort liegen oder in diesem Jahr von einigen Zeitgenossen verfrüht in freier Natur gefeiert worden ist, ist nicht bekannt. © Marcus Land

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