Pokern oder kein Interesse – Haeseler wieder nicht versteigert

dzZwangsversteigerung

Auch beim zweiten Versteigerungstermin kommt die ehemalige Gaststätte Haeselar in Frömern nicht unter den Hammer. Dabei hatten Gericht und Gläubiger eigentlich einen Interessenten erwartet.

Frömern

, 12.10.2018, 12:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

1098 Quadratmeter, davon 578 Nutzfläche, Keller, Geräteraum im Garten und einiges an Mobiliar: „Wenn Sie wollten, könnten Sie dort morgen ein Restaurant eröffnen“, scherzte die Richterin zum Zwangsversteigerungstermin am Freitag im Amtsgericht Unna. Doch damit konnte sie niemanden aus der Reserve locken. Auch beim zweiten Anlauf gab es keinen Zuschlag für das Gaststättengebäude an der Von-Steinen-Straße, in dem sich zuletzt der Integrationsbetrieb Haeseler befand.

Interessent kam nicht

Dabei hatten Gericht sowie Gläubiger eigentlich damit gerechnet, dass am Freitagmorgen etwas passiert. Denn beim ersten Termin hatte sich ein Interessent zu erkennen gegeben, der sich im Vorfeld der Versteigerung am Freitag beim Gericht gemeldet hatte. Zur Versteigerung ist er allerdings nicht erschienen. So wird noch ein weiteres halbes Jahr verstreichen – bis wieder ein Versteigerungstermin angesetzt werden kann. In drei Wochen steht er fest.

Obwohl keiner mit einem Gebot in die Offensive ging, bekundeten einige Anwesenden im Raum zumindest Interesse an dem Objekt – und vor allem auch daran, ob sie mit der Zwangsversteigerung ein derartiges Schnäppchen machen können, wie ihnen zunächst suggeriert wurde. 13.271 Euro lautete das Mindestgebot. An die Bank für Sozialwirtschaft als Gläubiger hätten im Falle eines Gebots 21.700 Euro Schutzleistung direkt gezahlt werden müssen. Nicht viel, läge doch der Verkehrswert des Gebäudes bei 214.970 Euro.

Doch die Richterin erklärte den Anwesenden, dass sie ein Gebäude mit einem Wert über 200.000 Euro nicht für das Mindestgebot abgeben werde. Auch die Bank für Sozialwirtschaft muss einem zu geringen Gebot nicht zustimmen. Sie kündigte an, bei etwa der Hälfte des Verkehrswerts zuzustimmen. 100.000 Euro wären also die grobe Marschrichtung.

Schlechte Chancen im freien Verkauf

Wer ernstes Interesse an der Immobilie hat, sollte unbedingt zum nächsten Versteigerungstermin kommen und bieten. Der freie Verkauf sei schwierig, weil es zu viele Gläubiger gibt, die dann anders als bei einer Zwangsversteigerung Ansprüche geltend machen können.

Inzwischen steht Haeseler schon seit zwei Jahren leer. Je länger nichts passiert, desto schlechter wird der Zustand des Gebäudes von innen und außen.

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