Plastikmüll in den Weltmeeren wird Thema für Marinekameraden in Fröndenberg

dzTag der Ozeane

Mit Müll im Meer beschäftigt sich die Marinekameradschaft Fröndenberg. Berthold Degenhardt will möglichst viele Gäste für ein Thema der Zeit interessieren. Selbst hat er schon mit explosivem Müll auf hoher See zu tun gehabt.

Fröndenberg

, 03.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Plastikmüll in den Weltmeeren ist zu einem Problem geworden, dem sich niemand mehr verschließen kann. Selbst die Marinekameradschaft Fröndenberg widmet sich nun einem der größten Umweltprobleme überhaupt und will mit einem Vortrag über das Thema aufklären. TV-Bilder, die er vor einiger Zeit sah, haben Berthold Degenhardt nicht ruhen lassen.

Menschlicher Körper nimmt über Nahrungskette Plastik auf

Über die Nahrungskette nimmt letztlich der Mensch wieder in seinen Körper auf, was er vielleicht Jahre zuvor leichtfertig entsorgt hat: In Speisefischen haben Forscher längst mikroskopisch kleine Plastikteile nachweisen können, die die Meeresbewohner im Wasser aufgenommen haben: sich über Jahrzehnte zersetzende Folien, Tüten und andere Kleinteile aus Kunststoffen.

Plastikmüll in den Weltmeeren wird Thema für Marinekameraden in Fröndenberg

Das im Jahr 2015 aufgenommene Foto zeigt angespülten Plastikmüll am Strand der Insel Henderson im Südost-Pazifik. Forscher fanden an den Stränden der kleinen, unbewohnten Insel rund 38 Millionen Kunststoffteile. © dpa

Nachdem er die Dokumentation „Der Fluch der Meere: Plastik“ im Programm von Arte gesehen hatte, setzte Berthold Degenhardt alle Hebel in Bewegung: Der langjährige Vorsitzende der Marinekameraden wollte unbedingt an das Manuskript der TV-Dokumentation gelangen, um die vielen recherchierten Fakten über den Meeresmüll an viele Menschen weitergeben zu können.

Meeresstrudel in den Ozeanen werden zu Müllstrudeln

„Vor der japanischen Küste hat man Plastikflaschen aus den USA gefunden“, zitiert Degenhardt aus dem Film, in dem ein Forschungsschiff tausende Seemeilen zurückgelegt hat, um den Weg des Mülls und die Wirkung der Meeresstrudel dabei zu dokumentieren.

Plastikmüll in den Weltmeeren wird Thema für Marinekameraden in Fröndenberg

Berthold Degenhardt (l.) war viele Jahre 1. Vorsitzender der Marinekameradschaft Fröndenberg, hier ist er neben seinem Nachfolger Martin Wette (M.) sowie dem 2. Vorsitzenden Heinz Wiegert zu sehen. © Behrend

Berthold Degenhardt hat einen besonderen persönlichen Bezug zu diesem Thema: Drei Jahre lang, zwischen 1959 und 1962, war er Minensucher für die Bundesmarine, fischte aus dem Ärmelkanal, aus der Nordsee bis hoch nach Aberdeen, aus den norwegischen Fjorden und vor Danzig Seeminen der deutschen Wehrmacht vom Meeresboden. Müll in den Meeren, von dem eine ganz andere Gefahr ausgeht. Aber auch die von den Alliierten oft auf hoher See verschrotteten deutschen Waffen „rosten jetzt so langsam“, weiß Degenhardt.

»Was haben wir damals doch für einen Mist gebaut.«
Berthold Degenhardt über eigene Umweltsünden

Hat er sich, in einem internationalen Verbund von deutschen, französischen und britischen Minensuchern einerseits an der Säuberung des Meeres beteiligt, hätten er und die anderen Matrosen anderseits aber auch Flaschenleergut über Bord geworfen – und das führt wieder zum aktuellen Thema der Marinekameradschaft. „Was haben wir damals doch für einen Mist gebaut“, sagt Berthold Degenhardt heute selbstkritisch. Die Verschmutzung der Meere durch Müll – das war vor 60 Jahren noch nicht im Bewusstsein der Menschen verankert.

Unter den Marinekameraden sind auch Segler und Sportbootfahrer

Umso stärker sieht sich heute auch die Marinekameradschaft Fröndenberg in der Verantwortung. Längst ist der Verein keine Gruppe mehr ausschließlich von einstigen oder aktiven Angehörigen der Marine. Auch Segler oder Sportbootführer und ihre Ehepartner gehören mittlerweile zu den Mitgliedern. Daher dürfte Berthold Degenhardt auf viel Gehör treffen, ist der Anblick von angeschwemmten Plastikteilen sicherlich auch ein Ärgernis für die Bootsfahrer.

Arte schickte Berthold Degenhardt das Manuskript des Films

Ausdrücklick willkommen sind zu dem Vortrag aber alle Interessierten aus Fröndenberg und Umgebung. Berthold Degenhardt wird sich sehr eng an die Arte-Dokumentation halten: Der Sender hat ihm nach seiner Anfrage fast postwendend das Textmanuskript des Films zugeschickt. Aus mehreren Seiten hat Degenhardt eine verkürzte Zusammenfassung gemacht. Die wichtigsten Fakten über die Verschmutzung der Weltmeere werden die Besucher daher erfahren.

Termin

Am Vorabend zum Tag der Ozeane

  • Die Marinekameradschaft Fröndenberg lädt zu dem Vortrag mit dem Thema „Der Fluch der Meere: Plastik“ ein.
  • Die Veranstaltung findet am Freitag, 7. Juni, um 19 Uhr in der Haifisch-Bar im Marineheim, Graf-Adolf-Straße 62, statt.
  • Der Eintritt ist frei; Gäste sind willkommen.
  • Den Termin hat die Marinekameradschaft mit Bedacht gewählt: Es ist der Vorabend zum Tag der Ozeane.

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