Wahlkampf in Fröndenberg: Wenn ein „Wesselmann“ die Sicht versperrt, hilft nur abwarten

dzKurioser Ausblick

Wer sich in der Kurve am Bahnübergang in Langschede auf der dortigen Bank niederlässt, kann in diesen Tagen nicht allzu weit in die Ferne blicken. Ein großes Wahlplakat versperrt die Sicht.

Fröndenberg

, 21.08.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Wahlplakaten ist das ohnehin so eine Sache: Für den einen gibt es zu viele, die favorisierte Partei des anderen hat zu wenig plakatiert – und manchmal stören die Plakate ganz einfach die Sicht. So etwa vor einer Bank in Langschede, wie eine Bürgerin nun bemängelt.

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Die besagte Bank steht in der Kurve der Ardeyer Straße am Bahnübergang in Langschede. Hier befindet sich etwas erhöht eine kleine Wiese, neben der ein Fußweg entlangführt. Es ist der Beginn des steilen Anstiegs nach Ardey. Auf der Bank können Fußgänger ein letztes Mal ruhen. So wie es die Bürgerin, die sich auch im Namen einiger weiterer Bürger gemeldet hat, gerne tut. Und wäre da nicht das gegenüberliegende Firmengebäude, wäre der Ausblick gen Sauerland mit Sicherheit noch ein wenig schöner.

Die freie Sicht ins Sauerland wird nicht nur durch das Plakat, sondern auch durch Firmen- und Industriegebäude gestört.

Die freie Sicht ins Sauerland wird nicht nur durch das Plakat, sondern auch durch Firmen- und Industriegebäude gestört. © Hornung

Wer in diesen Tagen allerdings auf der Bank rastet, schaut auf den Rücken eines Wesselmanns. So werden die großen Plakataufsteller, die im Vorfeld der Kommunalwahlen vielerorts zu sehen sind, im Volksmund genannt, erklärt Ordnungsamtsmitarbeiter Matthias Weischer. In Fröndenberg stehen sie meist auf Privatgrundstücken. Nur zwei Flächen, eine im Zentrum und eben die Wiese in Langschede, gehören der Stadt und sind geeignet. In der Kurve steht ein Wesselmann neben dem anderen, sie werde „traditionell“ für Wahlwerbung genutzt, sagt Matthias Weischer.

Plakate werden angemeldet und vom Ordnungsamt kontrolliert

Die großen Plakate auf öffentlichen Flächen müssten bei der Stadt angemeldet werden, und die Mitarbeiter des Ordnungsamts würden jedes einzelne prüfen. Im Falle der Bank in Langschede hätten nun einfach Interessen gegeneinander abgewogen werden müssen. Und die Parteien haben ein Recht auf Wahlwerbung.

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So wurde das Plakat vor der Bank genehmigt – obwohl es die Bürgerin aus Langschede und wie sie sagt auch einige Nachbarn stört. Es sei ja lediglich auf absehbare Zeit, heißt es aus dem Rathaus. Spätestens nach einer möglichen Stichwahl am 27. September müssten die Wesselmänner umgehend abgebaut werden, erklärt Matthias Weischer.

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