Das Reiten zählt zum fließenden Verkehr. Traben Pferde auf Rad- oder Fußwegen muss die Polizei den Reiter aus dem Sattel heben. Eine ganz andere Frage ist, dass die Hinterlassenschaften der Vierbeiner beseitigt werden müssen (Symbolfoto). © picture alliance/dpa
Ruhrtalradweg in Fröndenberg

Pferdeäpfel auf dem Radweg: Den Reiter muss die Polizei aus dem Sattel heben

Nicht über Ross und Reiter regt sich Klaus Helmer auf, sondern über Pferdeäpfel auf dem Radweg. Die Sache ist kompliziert: Traber zählen zum fließenden Verkehr – eine Sache für die Polizei. Nicht jedoch der Pferdemist.

Von Wickede (Ruhr) nach Fröndenberg ist Klaus Helmer häufig auf dem Ruhrtalradweg unterwegs. Schon oft musste er Pferdeäpfel umkurven. Das allein sei schon ärgerlich. Reiten ist dort allerdings auch gar nicht erlaubt.

»Ich habe keinen Hass gegen Reiter.«

Klaus Helmer

Als alter Fröndenberger, der seit vielen Jahren in der Nachbargemeinde lebt, zieht es Klaus Helmer immer wieder mit dem Rad in seine frühere Heimat. Ein Ärgernis für ihn ist dabei, dass der Ruhrtalradweg in Warmen „ständig vollgeschissen ist“, so Helmer.

Der Ruhrtalradweg ist als kombinierter Fuß- und Radweg ausgeschildert. Das Ordnungsamt Fröndenberg bestätigt auf Nachfrage: Diese Erlaubnis für die auf dem Schild genannten Verkehrsteilnehmer schließt alle anderen von der Benutzung aus – vor allem eben Reiter auf dem Pferd.

Christoph Börger, Leiter des Fachbereichs Bürgerservice, bestätigt auch, was Klaus Helmer bereits bei seinem Anruf im Rathaus erfahren hat: Verbotenes Reiten auf dem Rad- oder Fußweg kann das Ordnungsamt nicht unterbinden.

Appell der Polizei: Radfahrer und Reiter sollten reden

Die Ordnungsbehörde sei für den ruhenden Verkehr zuständig und ahndet beispielsweise Parkverstöße. Das Reiten zählt jedoch zum fließenden Verkehr und hier ist die Polizei am Zug.

Polizeisprecher Christian Stein sieht die Polizei in Fällen der „Gefahrenabwehr“ in der Tat zuständig: So werde zum Beispiel regelmäßig unangemeldet der Radverkehr kontrolliert und auf etwaige Verstöße hingewiesen.

Fußgänger oder Radfahrer, die sich durch Begegnungen mit Reitern auf dem Ruhrtalradweg gefährdet sehen, könnten selbstverständlich auch den örtlichen Bezirksbeamten über die Problematik benachrichtigen.

Man appelliere allerdings an Radfahrer und Reiter, solche Probleme im Wege der Kommunikation untereinander erst einmal selbst zu lösen. Ein Fall für den Notruf, so Stein, sei das jedenfalls nicht.

Bußgeldkatalog kennt Strafe für Pferdeäpfel

Ob nun Reitweg oder Radweg: Die Hinterlassenschaft ihres Pferdes müssten die Reiter auf jeden Fall beseitigen so wie Hundebesitzer auch, so Christoph Börger. Pferdeäpfel dürfen nämlich laut Bußgeldkatalog den Verkehr nicht gefährden oder erschweren: Zehn Euro werden bei Zuwiderhandlung fällig.

„Ich habe keinen Hass gegen Reiter“, betont Klaus Helmer, der sogar Verständnis bekundet: Früher sei es schließlich völlig normal gewesen, dass durchs Dorf geritten wurde. Da gab es noch nicht diese strikte Trennung von Straßen und Wegen für Pkw, Räder, Reiter und Fußgänger.

„Der Fahrradverkehr hat aber irrsinnig zugenommen“, weiß der Radler. Daher müssten schon aus Sicherheitsgründen Pferde, Passanten und Fahrräder auf den Wegen voneinander getrennt werden.

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Redaktion Fröndenberg
Geboren 1972 in Schwerte. Leidenschaftlicher Ruhrtaler. Mag die bodenständigen Westfalen. Jurist mit vielen Interessen. Seit mehr als 25 Jahren begeistert an lokalen Themen.
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