Ein Bild aus besseren Tagen: Kurt Potthoff (Mitte vorn) im Dezember 2018 in seiner Funktion als Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Fröndenberg-Mitte. Nach seinem Rücktritt von diesem Parteiamt ist der 62-Jährige nun auch aus der SPD-Fraktion ausgetreten. © Archiv

Paukenschlag: SPD-Fraktion nach Austritten nur noch zweitstärkste Kraft im Rat

Die SPD ist nur noch zweitstärkste Kraft im Rat der Stadt Fröndenberg: Kurt Potthoff und Jürgen Wiechert kehren ihren Genossen den Rücken und planen die Gründung einer eigenen Fraktion.

Kurt Potthoff zieht Konsequenzen aus seiner völlig unerwarteten Wahlniederlage bei der Wahl der Vize-Bürgermeister: Der SPD-Ratsherr tritt aus seiner Fraktion aus – und sein Genosse Jürgen Wiechert geht mit ihm. Potthoff kündigte am Freitagmittag im Gespräch mit unserer Redaktion an, seinen Austritt noch am selben Tag gegenüber Fraktionsgeschäftsführer Gerd Schürmann zu erklären.

Auslöser gescheiterte Vize-Bürgermeister-Wahl

Auslöser für den Austritt ist laut Potthoff seine gescheiterte Wahl zum stellvertretenden Bürgermeister in der Ratssitzung am 4. November. In der geheimen Abstimmung hatte mindestens zwei Sozialdemokraten gegen Potthoff gestimmt; die Stimme von Bürgermeisterin Sabina Müller (SPD) hinzugerechnet.

An seiner Stelle wurden Monika Schröer von den Grünen sowie CDU-Ratsfrau Ute Gerling zu ehrenamtlichen Stellvertretern von Müller gewählt.

Potthoff wie auch SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Böning hatten auf Nachfrage erklärt, dass in einer Probeabstimmung zuvor in der SPD-Fraktion sämtliche elf SPD-Ratsleute die Hand für den Kandidaten Potthoff gehoben hatten.

Böning hatte nach der Wahl sein Bedauern über das Scheitern von Potthoff ausgedrückt, aber auch deutlich gemacht, dass man sich mit diesem Vorfall nicht endlos werde beschäftigen können und zur Tagespolitik werde übergehen müssen.

„Unser Fraktionsvorsitzender hat kein Hemd in der Hose, um dazu Stellung zu beziehen“, zeigt sich Kurt Potthoff verärgert. Bereits auf seinem Facebook-Account hatte er das Wahlergebnis als „Verkauf von Geist und Seele“ bezeichnet.

Wer gegen Potthoff gestimmt hat und wie viele SPD-Ratsleute es tatsächlich waren, ist bis heute nicht bekannt.

Bereits seinen Austritt aus der Fraktion erklärt hat Jürgen Wiechert, der sich damit offenbar solidarisch mit Potthoff zeigt. Beide wollen im Stadtrat auch künftig einen gemeinsamen Weg gehen.

Kooperation mit Wolfgang Voesch von den Linken

Man werde zu zweit eine Fraktion bilden, so Potthoff. Die Gemeindeordnung lässt eine Fraktionsbildung ab zwei Personen zu. Hierüber werde man sich mit der Stadtverwaltung kurzfristig auseinandersetzen. Mit ins Boot holen will das Duo den Ratsherrn der Linken, Wolfgang Voesch. Dieser habe bereits grundsätzliche Bereitschaft zu einer Kooperation signalisiert. Ob es zu einer gemeinsamen Fraktion oder Listenverbindung kommt, sei aber noch nicht geklärt.

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Redaktion Fröndenberg
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Marcus Land