Orkan „Sabine“: Die meisten Eltern schickten ihre Kinder nicht in die Schule

dzUnwetter

Mehr Lehrer als Schüler waren am Montag in den Schulen anzutreffen. Betreuung war auch gewährleistet, obwohl Unterricht eigentlich abgesagt worden war. Am Dienstag sind die Eltern in der Pflicht.

Fröndenberg

, 10.02.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den Unterricht hatte Schulleiter Klaus de Vries an der Gesamtschule am Montag abgesagt – tatsächlich erschien auch kein einziger Schüler in der GSF. Dienstag soll wieder Unterricht stattfinden, dann sind Eltern in der Verantwortung.

»Es war sinnvoll, so zu entscheiden.«
Klaus de Vries, Leiter der Gesamtschule Fröndenberg

„Es war sinnvoll so zu entscheiden“, meinte Klaus de Vries am Montagmittag angesichts äußerst widriger Wetterbedingungen. Der Schulleiter hatte am Freitag äußerst kurzfristig entscheiden müssen; das Schulministerium hatte die Möglichkeit des Unterrichtsausfalls per E-Mail erst um 12.51 Uhr bekanntgemacht.

De Vries weist darauf hin, dass die Verantwortung für einen sicheren Schulweg ohnehin immer bei den Eltern liegt; sie können daher am Dienstag eigenverantwortlich entscheiden, ob sie ihre Kinder den weiterhin vorhergesagten Sturm auf dem Schulweg zumuten wollen oder nicht.

Ganztägig abgesagt hatte auch die Sonnenbergschule in Langschede den Unterricht am Montag. Gerade ein Kind verirrte sich dennoch ins Schulgebäude, wurde später von seiner Mutter dort abgeholt.

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Zur Sache

Regelung bei unsicherem Schulweg

  • Die Gesamtschule Fröndenberg verweist hinsichtliche der rechtlichen Regelung bei widrigen Wetterverhältnissen auf Angaben des NRW-Schulministeriums.
  • Demnach entscheiden bei „extremen Witterungsverhältnissen“ die Eltern selbst, ob der Weg zur Schule zumutbar ist.
  • Die Eltern sollen die Schule unverzüglich darüber informieren, dass ihr Kind am betreffenden Tag insofern am Unterricht nicht teilnehmen wird.
  • Volljährige Schülerinnen und Schüler entscheiden selbst, informiert die GSF weiter. Wichtig sei, dass Schülerinnen und Schüler sicher und gesund zur Schule kommen.
  • Da das Nichterscheinen in der Schule in derartigen Fällen entschuldigt sei, könnten Schülerinnen und Schülern hieraus auch keine negativen Konsequenzen entstehen.

Dagegen öffnete die Overbergschule am Montag planmäßig. Schulleiterin Monika Corbach hatte damit zwar Schülern die Möglichkeit eröffnet, am Unterricht teilzunehmen, gleichzeitig aber auch auf die Entscheidungsfreiheit der Eltern verwiesen.

Tatsächlich erschienen viele Schüler in ihrer Grundschule, allerdings deutlich weniger als in Sollstärke. Gabriele Preuß, Leiterin der OGS, nannte die Zahlen für den Nachmittagsbetrieb: Gerade 29 Schützlinge wurden betreut, das waren bei regulär 142 Kindern weniger als ein Viertel.

Die Mitarbeiter in der OGS betreuten bis zum regulären Ende um 16.15 Uhr; viele Eltern holten ihre Kinder bereits deutlich früher aus dem Offenen Ganztag ab.

Unsicherheit bei einigen Eltern herrschten am Wochenende bei der Frage, ob die Kindertagesstätten ähnlich wie viele Schulen am Montagmorgen ihre Türen erst gar nicht öffnen würden.

Weil es zur Schulpflicht kein Pendant bei den Kitas gibt, musste für die Kindergärten keine offizielle Regelung des Ministeriums her. „Nicht jeder kann es einrichten, seine Kinder anderweitig betreuen zu lassen, dafür sind wir dann vor Ort“, erklärte Erika Neithart, Leiterin der Awo-Kita Mühlenberg.

Selbstverständlich konnten aber auch Eltern von Kita-Kindern eigenverantwortlich entscheiden, ob sie ihre Kinder bei Wind und Wetter zuhause lassen. Am Mühlenberg entschieden einige Eltern so.

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