Orgelbauverein lädt zum Konzert, bei dem nicht nur Musik, sondern auch Wein gekostet wird

dzKulinarisches Orgelkonzert

Bei dem Orgelkonzertant in der Marienkirche dreht sich alles um das Thema Wein. Dabei stehen nicht nur vollmundige Orgelstücke auf dem Programm. Es fließt tatsächlich echter Wein.

Fröndenberg

, 14.11.2018, 13:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele verbinden die Orgelmusik mit Kirchenmusik. Wenn im Gottesdienst die Seitenzahl aufblinkt und die donnernden Töne des Instruments über die Empore schwappen, dann ist das für die Gemeinde das Zeichen, ein Lied aus dem Gesangbuch anzustimmen. Doch eine Orgel kann viel mehr als nur Gesang zu begleiten – und das sollen die Fröndenberger erleben. Aus diesem Grund organisiert der Orgelbauverein seit vergangenem Jahr regelmäßig Orgelkonzerte auf hohem Niveau. „Das ist für Fröndenberg ganz neu“, sagt der Organist Jörg Segtrop. Teils renommierte Organisten sollen für das Instrument begeistern.

Als Appetithappen organisiert der Orgelbauverein am Samstag ein ganz besonderes Konzert, das nicht nur Musikinteressierte, sondern auch Weintrinker ansprechen dürfte. Am Samstag, 17. November, spielen zwei „bedeutende“ Organisten ab 19 Uhr unter anderem Musik zum Thema Wein. Doch nicht nur thematisch dreht sich der Konzertabend um das Genussmittel. Zwischen den Konzerten der beiden Künstler Johannes Krutmann und Harald Gokus wird es im Pfarrheim eine Weinprobe geben. Der Eintritt zum kulinarischen Orgelkonzert ist frei.

Zwei Premieren und niveauvolle Orgelklänge

An diesem für den Orgelbauverein besonderen Abend finden gleich zwei Premieren statt. Der Wein, der im Pfarrheim angeboten wird, ist der erste des Jahres 2018. Der sogenannte „Beaujolais Primeur“ dürfe nur mit einer besonderen Genehmigung schon Mitte November vertrieben werden, erklärt Segtrop. Dass der Orgelbauverein sich darum bemüht hat, den ersten Wein auszuschenken, ist kein Zufall. Schließlich geht die Weinverkostung mit der Präsentation der ersten CD einer Fröndenberger Orgel einher – der Orgel, in die die Vereinsmitglieder viel Herzblut gesteckt haben. Seit der Anschaffung im Jahr 2017 arbeitet und erweitert der Orgelbauverein das Instrument in der Marienkirche. Mittlerweile hat die sogenannte Dinse-Orgel 31 Register – bei der Anschaffung waren es nur 15. Mit einer Ausnahme seien die meisten Pfeifen gebraucht, weil neue Stücke sehr teuer sind, erklärt Segtrop. Das nächste Ziel des Vereins sei es, die Trompeten-Pfeifen zu ersetzen, aber schon jetzt kann sich das Instrument hören lassen.

Orgelbauverein lädt zum Konzert, bei dem nicht nur Musik, sondern auch Wein gekostet wird

Für Jörg Segtrop vom Orgelbauverein Fröndenberg ist die CD, auf der die Orgel in der Marienkirche zu hören ist, etwas ganz Besonderes. © Pott

Einzigartige Klänge aus der Marienkirche

„Jede Orgel ist einzigartig. Keine klingt wie die andere“, sagt Segtrop. Aus diesem Grund seien die Aufnahmen mit Stücken, die auf der Orgel in der Marienkirche eingespielt wurden, absichtlich kaum bearbeitet worden. Die Orgel und der Raum ergeben einen einzigartigen und besonderen Klang, den die Fröndenberger mit nach Hause nehmen sollen, sagt der Musiker. „Im Radio gibt es keine Orgelmusik. Das klingt auch nicht. Eine Orgel muss man im Raum hören“ – und genau das soll die CD ermöglichen. Johannes Krutmann, der für die Aufnahme auf der Orgel gespielt hat, will mit der Auswahl der Musik die Vielfalt des Instruments darstellen. Die stilistische Breite der Lieder ist groß und reicht von Bach und Mendelssohn bis zu modernerer Musik wie Bolero.

Orgelbauverein musste sich gegen viele Widerstände durchsetzen

Die Orgelmusik in der Marienkirche hat eine längere Geschichte. Das Projekt des Orgelbauvereins sei bereits vor 18 Jahren gestartet, so Sengtrop. Anfangs habe es eine elektronische Orgel gegeben und nicht für alle sei es notwendig gewesen, eine echte Orgel anzuschaffen. Am Ende hat es dann doch geklappt und dafür zeigt sich der Orgelbauverein mit seiner ersten CD dankbar. Ihr Thema ist der Choral „Nun Danket Alle Gott“. Das erste und das letzte Lied thematisieren diese Zeilen. Bei dem Konzertabend ist die CD für einen Sonderpreis von 10 Euro erhältlich – ab Donnerstag wird sie dann im Pfarrbüro und beim Orgelbauverein Fröndenberg für 12 Euro angeboten. Die Einnahmen kommen der Orgel und der Veranstaltung von Konzerten zugute.

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Die Organisten Harald Gokus aus Rheda und Johannes Krutmann aus Hamm präsentieren am Samstag, 17. November, Orgelmusik zum Thema Wein. In der ersten Hälfte des Konzertabends wird Krutmann die „California Wine-Suite, die Hans-Uwe Hielscher, ein Komponist aus Wiesbaden, komponiert hat spielen. Das Werk befasst sich mit verschiedenen Charakterstücken zum Thema Wein – in diesem Fall kalifornische Weinsorten. Das zweite zentrale Orgelstück, das Gokus zum besten geben wird, ist „Les heures bourguignonnes“ von George Jacob, „ein zu Unrecht wenig bekannter französischer Komponist‘“, wie Jörg Segtrop vom Orgelbauverein Fröndenberg findet. Der französische Spätromantiker hat sich von Landschaftsbildern des Malers Maurice Lena inspirieren lassen. Bei dem Stück werden unterschiedliche Stimmungen vom Sonnenaufgang über die Weinernte bis hin zum Keltern musikalisch in Szene gesetzt. Zwischen den Konzerten wird eine Weinprobe angeboten. Auch für Nicht-Weintrinker, werde gesorgt, so Segtrop.
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