Das Familienbüro gehört zum Kreisjugendamt. Bisher müssen Eltern aus Fröndenberg daher nach Unna fahren, wenn sie Hilfen bei Erziehung oder Betreuung brauchen. Das soll sich jetzt ändern.

Fröndenberg

, 09.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Birgit Forbergers Söhne sind zwar noch längst nicht aus dem Gröbsten raus, aber das ist kein Problem. Denn wenn sie Erziehung und Betreuung ihrer Kinder nicht selbst übernehmen kann, hat die junge Mutter für die richtigen Angebote in Fröndenberg mittlerweile einen sicheren Blick entwickelt. Hilfen hat sie dabei kaum in Anspruch genommen. Natürlich war der Neugeborenenbesuchsdienst des Kreisjugendamtes zu Gast und hinterließ Informationsmaterial in der Begrüßungstasche. „Aber ich war schon sehr stark eigeninitiativ unterwegs“, erzählt Birgit Forberger. Dabei war sie als Zugezogene aus Menden bei ihrem älteren Söhnchen Mads erst noch sehr in ihrer Heimatstadt verhaftet, ging in der Nachbarstadt zusammen mit Mads in die Mutter-Kind-Spielgruppe oder zu Pekip. Mads ist inzwischen fünf Jahre alt und besucht den Matthias-Claudius-Kindergarten auf dem Sümberg.

Fester Ansprechpartner am Wohnort der jungen Eltern

Fahrten nach Unna, um sich im Familienbüro zu informieren, hätte Birgit Forberger wohl auch eher nicht auf sich genommen. „Bis die Kinder erst einmal im Auto sitzen . . .“, weiß sie um die Kapriolen mit Kindersitzen, „. . . junge Eltern sind eher mit dem Kinderwagen unterwegs.“ In diesem Jahr soll diese Hürde wegfallen. Das Kreisjugendamt will mit seinem Familienbüro nach Fröndenberg umziehen, auch Holzwickede und Bönen sollen eines bekommen. „Ein fester Ansprechpartner am Wohnort ist für junge Eltern wichtig“, erklärt Katja Schuon, die neue Leiterin des Fachbereichs Familie und Jugend beim Kreis. Das werde eine erfahrene Fachkraft des Allgemeinen Sozialen Dienstes sein, die in allen Fragen früher Hilfen von der Hebamme über die Babymassage bis zur Tagesmutter vermitteln kann.

Stadt Fröndenberg soll Vorschläge für ein Domizil machen

In der kommenden Woche werde sich ihr Fachbereich mit der nötigen Infrastruktur für ein solches Familienbüro befassen. Sicher ist schon jetzt: Jedes der drei neuen Familienbüros erhält eine halbe Stelle, es wird also voraussichtlich eine halbtägige Öffnungszeit eingerichtet. Denn im Sommer geht die derzeitige Leiterin des Familienbüros in Unna, Ulrike Schulze-Altcappenberg, in Ruhestand.

Konzept

15.000 Euro für die Ausstattung der Familienbüros

Der Kreis Unna stockt das Familienbüro effektiv um eine halbe Stelle auf. Der ausscheidenden Fachkraft Ulrike Schulze-Altcappenberg sollen ab Sommer drei Fachkräfte mit je einer halben Stelle nachfolgen. Für die zusätzliche halbe Stelle sind in diesem Jahr 21.750 Euro (6 Monate) im Kreishaushalt eingestellt; zudem 15.000 Euro für die Ausstattung aller drei Büros in Fröndenberg, Bönen und Holzwickede. Die Ansiedelung des Familienbüros vor Ort in Fröndenberg geht auf einen Antrag der Kreistagsfraktion der Grünen zurück. Ausgangspunkt für diese Idee ist das „Konzept zur Weiterentwicklung der Familienbüros“ des Kreisjugendamtes.

Das Angebot soll nahtlos weitergeführt werden. Daher, so Katja Schuon, werde man die Stadt Fröndenberg demnächst um Vorschläge für einen geeigneten Standort bitten. „Wir wollen an einem Ort präsent sein, den viele, auch mit Kinderwagen, gut erreichen“, betont Schuon. Die Stadtmitte sei da sicherlich zu favorisieren. Könnte man auch ein leeres Ladenlokal am Marktplatz für das Familienbüro mieten? Durchaus denkbar, findet Katja Schuon. Man will aber gerade weg vom Amtszimmer, „die Hemmschwelle, das Familienbüro zu besuchen, soll niedrig sein.“

Familienbüro soll Fragen beantworten: Wo gibt es Tagesmütter?

Auch wenn sie Vieles eigenständig gemeistert hat, hält Birgit Forberger ein eigenes Familienbüro in Fröndenberg für ein großes Plus. „Bei meinem zweiten Kind hatte ich schon viele Erfahrungen gesammelt, aber die hat man mit dem ersten noch nicht“, weiß sie. Oft haben die besten Tipps einfach auch Mütter untereinander. Als sie kürzlich aber einmal eine Tagesmutter benötigte, kam auch bei Birgit Forberger eine solche Frage auf, die ein Familienbüro beantworten kann. Tom, das kleine Brüderchen von Mads, ist nun zweieinhalb und lernt gerade etwas noch Ungewohntes für ihn kennen: Er geht zweimal in der Woche in die Spielgruppe im evangelischen Gemeindehaus an der Eulenstraße. „Da gewöhnt er sich daran, einmal ohne Mama zu sein“, sagt Mutter Birgit. Und das klappe auch schon ganz gut. Den Platz im Matthias-Claudius-Kindergarten hat Tom auch schon sicher. Viele Eltern in Fröndenberg benötigen die Orientierung durch das Familienbüro ohne Zweifel. „Der Weg für uns ist aber jetzt klar“, sagt Birgit Forberger.

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