Die Ackerfläche im Norden von Ardey, das Flurstück „Auf dem Buhrlande“, soll für den Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern erschlossen werden. Jetzt formiert sich allerdings Protest von Anwohnern der benachbarten Siedlung. © Archiv/Udo Hennes
Bürgeranliegen

Ob Radweg oder Baugebiet: Fröndenberger fordert mehr Bürgerbeteiligung

Die Menschen werden immer politikverdrossener. Ein Ardeyer plädiert für einen besseren Dialog zwischen Bürgern, Stadtverwaltung und Politik, um Unmut wie beim Baugebiet in Ardey zu vermeiden.

In den Fröndenberger Stadtteil Ardey ist zuletzt viel Bewegung gekommen. Sei es wegen des geplanten, fahrradfreundlichen Ausbaus der Ardeyer Straße, den die SPD kürzlich beantragt hatte, oder wegen des beabsichtigten Baugebietes, über das die Stadt kürzlich informierte: Einige Bürger ärgern sich über eine mangelhafte Zusammenarbeit mit Stadt und Politik. Der Ardeyer Peter Riesenberg macht auf ein Kommunikationsdefizit aufmerksam.

„Man wünscht sich Klarheit“, sagt Riesenberg. „Was ist der Plan? Welche Konzept und welche Ideen stecken dahinter?“ Er spricht sich offen für eine strukturiertere Zusammenarbeit zwischen Bürgern und Politik aus. Und das nicht nur bei den oben erwähnten Punkten. „Eine saubere Kommunikation“, in der offen gesprochen werde über die Wünsche der Bürger und die Machbarkeit auf der anderen Seite.

Erklären statt schweigen

Die Politikverdrossenheit, wie sie immer mehr in der Bevölkerung aufkomme, ergebe sich mitunter aus einer schlechten Kommunikation. Statt Anträge zu stellen, die über lange Zeit in Schubladen verschwinden wie der erste Vorstoß der CDU 2018, für eine bessere Fahrradanbindung in Ardey zu sorgen, plädiert er für eine bessere Kommunikation. Auch wenn es manchmal nur die Erklärung sei, warum gerade etwas stocke oder nicht angepackt werden könne. „Man kann nicht immer nur sagen, dass Geld fehlt.“

Die Bürger würden sich informieren und engagieren wollen, die Politik müsse dafür aber auch den Schritt auf sie zu machen und nicht darauf hoffen, dass die Bürger den Rat besuchen oder alles aus der Presse erfahren. „Wichtig ist, dass man den Bürger beteiligt und über die Abläufe informiert. Dann können wir vielleicht auch helfen.“

Zahnräder greifen nicht ineinander

Er beschreibt es als Zahnräder, die nicht ineinandergreifen und deshalb nicht so rund laufen, wie sie es könnten. „Wenn man sowas umgehen will, muss man es richtig machen.“ Fröndenberg sei eine ländlichere Stadt, die sich nicht mit Unna oder Dortmund vergleichen lasse. „Hier kommt es auf ländliches Denken an. Umso wichtiger, dass an dieser Stelle die Bürger nicht vergessen werden.“

Gleichzeitig will er den bisherigen Bemühungen nicht ihren Wert absprechen. „Aber Fröndenberg ist auseinandergezogen. Der Kleinstadtaspekt ist hier nicht zu unterschätzen.“ Eine solidere Zusammenarbeit und Kommunikation könnte hier eine Grundstruktur darstellen, die als bindendes Glied fungieren kann.

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg / Holzwickede
Jahrgang 1995, aufgewachsen am Rande Mendens mit mehr Feldern als Häusern drumherum. Zum Studieren nach Köln gezogen, 2016 aber aus Sehnsucht ins Sauerland zurückgekehrt. Hat in der Grundschule ihre Liebe ans Schreiben verloren und ist stets auf der Suche nach spannenden Geschichten.
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Lisa Dröttboom
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