Notstand in Seitenstraßen: Halbseitiges Parken auf Gehwegen mit Tücken

dzParkplätze

Autofahrer in Fröndenberg haben ihre liebe Not mit dem Parken in schmalen Seitenstraßen: Auf dem Gehweg ist es meist verboten, auf der Straße sorgt es für Risiken. Jetzt hat die Stadt ein Exempel statuiert.

Fröndenberg

, 21.11.2019, 14:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Parken in schmalen Seitenstraßen sorgt in vielen Wohngebieten für Ungemach. Oft wird daher von Anwohnern und Autofahrern das halbseitige Abstellen des Fahrzeugs auf dem Gehweg eingefordert. Die Stadt hat an einem Paradebeispiel die Chancen für eine solche Entlastung durchgeprüft.

»Das Unrechtsempfinden dieser Falschparker bei Erteilung eines Knöllchens war schon bemerkenswert.«
Matthias Weischer, Stadt Fröndenberg

Die Nordstraße gehört zu jenen Sammelstraßen, die einerseits viel befahren, andererseits verhältnismäßig schmal gebaut sind. Weist eine Gemeindestraße eine Mindestbreite auf, muss aber grundsätzlich auf der Straße geparkt werden.

So ist es auch auf der Nordstraße. Anwohner beobachteten in den vergangenen Monaten immer wieder „brenzlige Situationen durch das Vorbeifahren an parkenden Fahrzeugen“.

Daher regte man in einem Bürgerantrag an, das halbseitige Abstellen der Fahrzeuge auf dem Gehweg zuzulassen. Die Bitte hatte einen weiteren nachvollziehbaren Grund. Das Ordnungsamt setzt das Parken auf der Straße verstärkt mit Ordnungsmitteln durch, heißt: Wer halbseitig auf dem Bürgersteig parkt, wo es nicht zugelassen ist, kassiert ein Knöllchen.

Zur Sache

Bodenmarkierungen fehlen noch

  • Das Verkehrszeichen 299 („Zick-Zack-Linie“) soll an folgenden drei Standorten markiert werden:
  • Einmündungsbereiche Nordstraße / Lindenweg: bis zirka fünf Meter östlich des dort vorhandenen Stromkastens sowie Nordstraße / Klusenweg: ab Beginn des Hochbords bis Höhe der Grundstücksgrenze Nordstraße 11a (zirka zehn Meter) und Nordstraße zwischen der Zuwegung zu den Hausnummern 19-21b und der Garageneinfahrt Nordstraße 17 (zirka acht Meter).
  • Die Straßenverkehrsbehörde des Kreises Unna hat die Verkehrszeichen angeordnet, am 7. Oktober ist eine Fachfirma mit der Markierung beauftragt worden.

Ertappt werden nicht selten Besucher von Anwohnern, die nicht mit der Strenge des Ordnungsrechts rechnen. So berichteten es jedenfalls auch schon Anwohner des Finkenwegs in Langschede.

Das Parken auf der Straße – wenn sie dafür zu schmal ist – oder auf dem Gehweg – wenn es kein ausdrückliches Erlaubnisschild dafür gibt – wurde zuletzt tatsächlich streng kontrolliert, besonders vor den Schulen oder am Alten Friedhof.

Kürzlich erst hat die Stadt vor der Sonnenbergschule Falschparker sogar noch an der Ardeyer Straße bis zur Höhe der Busspur notiert und auch auf ihr Fehlverhalten angesprochen. „Das Unrechtsempfinden dieser Falschparker bei Erteilung eines Knöllchens war schon bemerkenswert“, berichtete Matthias Weischer, stellvertretender Ordnungsamtsleiter im Verkehrsausschuss.

Stadt und Kreis haben den förmlichen Antrag aus der Nordstraße nun nach allen Regeln der Verwaltungskunst geprüft. Vorweg: Um das halbseitige Parken auf Gehwegen ist es in Fröndenberg weiterhin nicht besonders gut bestellt.

Das hat folgende Gründe:

  • Die Straßenverkehrsbehörde beim Kreis Unna stimmt halbseitigem Parken nur zu, wenn auf dem Gehweg eine Restbreite von 2,50 Meter verbleibt. Der Grund leuchtet ein: Kinderwagen und Rollstühle müssen das Auto passieren können.
  • Das Ordnungsamt hat das halbseitige Gehwegparken an verschiedenen Stellen der Nordstraße simuliert und die restliche Gehwegbreite erfasst. Ergebnis: Nur im nördlichen Teil der Nordstraße bis zum Fliederweg verbleibt eine Restbreite von 2,50 Metern, ansonsten lediglich von 1,80 bis 2,30 Metern.
  • Weil just auf diesem Abschnitt aber auf der Fahrbahn selbst beim Parken auf der Straße eine Fahrspur von mehr als drei Metern Breite verbleibt, ist das halbseitige Parken dort nicht unbedingt erforderlich.
  • Zudem, so argumentiert das Ordnungsamt, wäre der Effekt gering, denn es könnten nur sechs Parkplätze markiert werden; die Markierungskosten lägen bei rund 1000 Euro.
  • Damit dem Gegenverkehr in den schmalen Seitenstraßen trotz parkender Autos ausgewichen werden kann, werden nun an drei Stellen der Nordstraße Zickzacklinien auf dem Straßenbelag aufgebracht – dort darf dann künftig weder halbseitig auf dem Gehweg noch auf der Straße geparkt werden.

Ob das Hupen und Aufheulen von Motoren, das die Anwohner der Nordstraße verärgert und stört, damit künftig der Vergangenheit angehört, bleibt abzuwarten.

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