Neuer Radweg verbindet erstmals Ruhrtal und Haarstrang

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Von der Ruhr zur Haar: Erstmals wird ein Radweg in Fröndenberg das Tal mit dem Höhenzug verbinden. Neben Schülern, Berufspendlern und Touristen hat die Stadt mit der Trasse Nutzer von E-Scootern und E-Bikes im Auge.

Fröndenberg

, 12.11.2019, 17:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der neue Radweg „Beste Aussichten! Schüler fahren bergauf“ soll dem Fahrradverkehr in Fröndenberg einen Schub bescheren: Erstmals wird eine Nord-Süd-Verbindung zwischen dem Ruhrtal und dem Haarstrang geschaffen.

Die Trasse, für die Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe und Bauamtsleiter Martin Kramme am Dienstmorgen den ersten Spatenstich vollzogen, überwindet 120 Höhenmeter.

»Die Anstiege sind moderat.«
Bauamtsleiter Martin Kramme

Allein dieser Höhenunterschied zeigt, dass der Radverkehr in Fröndenberg unter anderem durch die topographische Lage der Stadt ausgebremst wird. Allerdings, räumt Martin Kramme ein, ist die fehlende Infrastruktur, sprich: wenige Radwege, ein weiterer entscheidender Grund, warum der Anteil des Fahrrades am Gesamtverkehr in der Ruhrstadt bei gerade 2,9 Prozent liegt. Bundesweit liegt der Anteil im Durchschnitt bei zehn Prozent.

Jetzt soll Vieles besser werden. Auch wenn es auf weiten Strecken bergauf geht, spricht Martin Kramme von „einem moderaten Anstieg“. Mit dem neuen Radweg, der seinen Ausgangspunkt an der Gesamtschule hat und dann über Im Wächelten, In den Telgen, Im Schelk in Richtung Frömern führt, wo er im Bonekamp ankommt, will die Stadt gleich mehrere Gruppen aufs Rad locken, zumindest aber auf neue Pfade führen.

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Neuer Radweg verbindet erstmals Ruhrtal und Haarstrang

Der Radweg wird nicht nur eine Verbindung vom Ruhrtalradweg in den Norden der Stadt schaffen, sondern auch Querverbindungen auf bestehende Trassen ermöglichen. © Marcel Drawe

  • Berufspendler der angrenzenden Ortsteile sollen über die neue Streckenführung verkehrssicher in Richtung Stadtzentrum und die sich westlich und östlich anschließenden Gewerbegebiete Atlantik und Westick geführt werden. Außerdem verbessert sich nach Ansicht der Stadt die Erreichbarkeit des Bahnhofs Fröndenberg als Anlaufpunkt für den öffentlichen Nahverkehr.
  • Senioren nutzen vermehrt drei- oder vierrädrige E-Scooter für ihre Fortbewegung. Auch in Fröndenberg wachse diese Gruppe, die in der Mobilität oft sehr eingeschränkt sei, und profitiere von einer verkehrsarmen Wegeführung mit guter Straßenoberfläche. Die Mobilitätsbedürfnisse dieser Nutzer sollen besonders berücksichtigt werden.
  • Der Alltags- und Freizeitverkehr zwischen den Ortsteilen soll durch die Ausschilderung neuer Streckenabschnitte im Stadtgebiet gefördert werden. Die neue Strecke erschließt im Stadtzentrum die Sporthallen an den Schulstandorten, die auch für den Vereinssport genutzt werden, und das zentral gelegene Freibad. Auch zwei Sportplätze, auf der Hohenheide und in Frömern, würden besser erschlossen.
  • Radtouristen werde mit der neuen Nord-Süd-Achse eine bessere Anbindung des Ruhrtalradweges an die Ortsteile Richtung Haarstrang geboten – wie auch den dortigen Bewohnern ein schnellerer Weg zur Ruhr. Langfristig soll durch die Fortführung der Strecke Richtung Unna das überregionale Radverkehrsnetz gestärkt werden.
    Neuer Radweg verbindet erstmals Ruhrtal und Haarstrang

    Vor der Gesamtschule wird schon auf die 2020 nach Fertigstellung des Radweges geplante Fahrradstation hingewiesen. © Marcel Drawe

    Zur Sache

    Bund trägt 70 Prozent der Kosten

Der erste Spatenstich erfolgte auf einem Wirtschaftsweg zwischen In den Telgen/Ostbürener Straße und Im Schelk/Haarweg. Sämtliche Abschnitte, die derzeit noch als Graswege bestehen, werden asphaltiert.

Der Radweg wird eine standardmäßige Breite von drei Metern haben, stellenweise auch von vier Metern. Einige Abschnitte auf der Hohenheide können nur rund 2,80 Meter breit angelegt werden.

Die beiden ersten Bauabschnitte, die praktisch den rund sechs Kilometer langen Radweg umfassen, sollen bis zum Ende der Sommerferien 2020 beendet sein.

Ein besonderes Schmankerl ist der dritte Baubschnitt: An der Gesamtschule wird eine Fahrradstation errichtet, die nicht nur Abstellmöglichkeit ist, sondern auch Werkzeug für Reparaturen vorhalten wird.

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