Neuer Fahrplan, neuer Ärger: Schüler sind morgens viel zu früh unterwegs

dzWestfalenbus

Die Schülerbeförderung läuft noch nicht optimal. Eltern der Gesamtschule haben Kontakt zur Bezirksregierung aufgenommen. Denn Schüler sind morgens viel zu früh unterwegs oder passen nicht in den überfüllten Bus.

Fröndenberg

, 06.02.2020, 09:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem Westfalenbus seinen Fahrplan nach großem Unmut über die Schülerbeförderung am 22. Januar angepasst hatte, schien sich die Lage beruhigt zu haben. Jetzt stellen Eltern fest: Ihre Kinder sind schon 30 Minuten vor Unterrichtsbeginn an der Gesamtschule.

»Die Wartezeit der Schüler an der Schule lässt sich leider nicht vermeiden.«
Auskunft von Westfalenbus

Zoe Schürmann steht mit ihren Freundinnen und Freunden am Donnerstagmorgen um kurz nach sieben an der Haltestelle Ardey Bahnhof: Sie wollen den Bus um 7.04 Uhr zur Gesamtschule Fröndenberg nehmen.

Das Schulzentrum erreicht der Bus planmäßig um 7.20 Uhr, die erste Schulstunde beginnt an der GSF aber erst um 7.50 Uhr. Das heißt: Eine halbe Stunde am frühen Morgen müssen sich die Schüler irgendwie die Zeit vertreiben.

Für Zoes Vater Thomas Schürmann ist das ein Unding. Bis zum 21. Januar fuhren die Stadtbuslinie C72, die aus Strickherdicke kommt, um 7.17 Uhr und kurz darauf um 7.20 Uhr am Ardeyer Bahnhof ab. Kleinere Verspätungen eingerechnet waren die Schüler dann stets kurz vor Unterrichtsbeginn an der GSF.

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Ruth Schneider, Vorsitzende des Fröndenberger Schulausschusses und Vater Thomas Schürmann machten sich am Donnerstagmorgen an der Haltestelle Ardey Bahnhof selbst ein Bild von der Lage.

Dass Westfalenbus nach vielen Beschwerden über Verspätungen, ungünstige Haltestellen und Linienführungen nach dem Fahrplanwechsel am 7. Januar nun auch Fahrtzeiten morgens vorverlegt hat, leuchtet Thomas Schürmann nicht ein.

Antwort von Westfalenbus für Eltern unbefriedigend

„Die wollen damit wohl noch eine Fahrt mehr schaffen“, vermutet der Ardeyer. Als viel schlimmer bewertet er allerdings, dass die Schüler nicht nur zu früh an der Schule sind, sondern manchmal gar nicht vom Bus aufgenommen werden, weil der schon in Ardey überfüllt ist.

Weil er viele Eltern auf seiner Seite weiß, hat Schürmann Westfalenbus das Problem bereits geschildert. Die Antwort hat die Eltern nicht zufriedengestellt.

„Auch wenn die Fahrten sich verringert haben, so konnten wir durch eine größere Gefäßgröße und eine Entzerrung in den Umläufen die Verspätungen und Ausfälle verkürzen bzw. unterbinden“, heißt es in einem Antwortschreiben kompliziert.

Es sei nun eine „stabile Beförderung der Schüler gewährleistet“. Und: „Die Wartezeit der Schüler an der Schule lässt sich leider nicht vermeiden.“

Dabei wollen es die Eltern nicht bewenden lassen. Über den Schulpflegschaftsvorsitzenden Christoph Weitzel will man die Verteilung von Fragebögen in sämtlichen Klassen organisieren.

Beschwerden will Schulpflegschaft an Bezirksregierung melden

Dort können Schüler und Eltern konkrete Mängel im Busverkehr notieren. Christoph Weitzel hofft auf einen großen Rücklauf durch die Eltern. Nur so könne man deutlich machen, wie massiv die Probleme bei der Schülerbeförderung tatsächlich sind, sagte Christoph Weitzel im Gespräch mit der Redaktion.

Bis Ende Februar sammelt Weitzel die Antworten. Die Angaben will er direkt an die Bezirksregierung weiterleiten, damit anschließend die Behörde auf das Busunternehmen einwirken könne.

Am Donnerstagmorgen machte sich auch Ruth Schneider, die Vorsitzende des Schulausschusses, ein Bild von der Lage in Ardey. Sie räumt aber ein, dass zumindest die Stadt wohl nur eingeschränkt auf Westfalenbus einwirken kann.

Die Gesamtschüler aus Ardey mussten übrigens am Donnerstagmorgen etwas kürzer an der Gesamtschule bummeln und dafür an der Haltestelle warten: Der Bus hatte fünf Minuten Verspätung.

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