Die A 46 endet kurz vor Hemer. Beim Projekt 46sieben, das einen Lückenschluss zwischen Hemer und Neheim realisieren soll, ist Fröndenberg kürzlich dicht an den Untersuchungsraum für eine mögliche Trasse nördlich von Menden herangerückt. Derzeit wird dort die Artenvielfalt dokumentiert. 2017 mussten Feuerwehrleute aus Iserlohn auf der A46 nahe des Autobahnendes bei Hemer einen Schwan einfangen. © picture alliance / Feuerwehr Iserlohn /dpa
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Neue Trasse für A46 / B7: Untersuchungsraum rückt dicht an Ruhr bei Fröndenberg heran

Mögliche Trassen für den Lückenschluss von A 46 und B 7 zwischen Hemer und Neheim könnten dicht an das Fröndenberger Stadtgebiet heranrücken. Eine Karte zeigt jetzt den genauen Verlauf längs der Ruhr.

Weil der Untersuchungsraum für künftige Trassen von Autobahn und Bundesstraße auf das nördliche Stadtgebiet von Menden ausgeweitet worden war, wird nun dicht an der Fröndenberger Stadtgrenze die Artenvielfalt dokumentiert.

Der neue Korridor, der nordwestlich des Mendener Zentrums liegt, erstreckt sich dabei längs des Verlaufs der Ruhr in etwa zwischen Ardey bis zur kommunalen Grenzen von Fröndenberg und Wickede.

Tiervorkommen in den Ruhrauen wird dokumentiert

Die Ruhrauen auf Mendener Stadtgebiet, die gleich hinter der Stadtgrenze zu Fröndenberg beginnen, liegen damit ebenfalls im Untersuchungsraum. In diesen Gebieten werden nun faunistische Kartierungsarbeiten vorgenommen, wie der Landesbetrieb Straßenbau NRW und die Autobahn GmbH mitteilen.

Dabei müssten rund 190 „planungsrelevante“ Tierarten erfasst werden, bevor die Umweltverträglichkeitsstudie für das Projekt erstellt werden kann.

Aktuell seien Expertinnen und Experten von Gutachterbüros unterwegs, um schützenswerte Tierarten zu suchen und zu dokumentieren.

Unterdessen würden auch mögliche Veränderungen des Mobilitätsverhaltens in den Planungen „vor Ort“ berücksichtigt. Für alle konkreten Varianten der 46sieben, die im weiteren Prozess erarbeitet werden, werde jeweils geprüft, ob der verkehrliche Nutzen der Maßnahme die negativen Faktoren übersteigt.

Laut Straßen NRW kommt der Verkehrsgutachter Friedhelm Kossmann schon heute zu dem Schluss, dass sich das Mobilitätsverhalten, etwa durch Home-Office, nicht nachhaltig verändert hat.

„Für eine Mobilitätsrevolution oder eine grundlegende Änderung im Verkehrsverhalten der Menschen gibt es überhaupt keine Anzeichen“, wird Kossmann zitiert. In den verschiedenen Phasen in der Corona-Pandemie habe man zwar kurzfristige Einbrüche im Verkehrsverhalten beobachten können, „aber mit jeder Lockerung hat das Verkehrsaufkommen auf den Straßen wieder deutlich zugenommen“, so Kossmann.

Home-Office führt zu neuen Verkehrsprognosen

Auch das Bundesverkehrsministerium bereite mit Blick auf die Zunahme von Home-Office aktuell neue Langfrist-Verkehrsprognosen vor. Bedarfspläne für Neubauprojekte sollen auf dieser Basis überprüft werden. Nach Informationen von Straßen NRW wird der Bericht zur Überprüfung der Bedarfspläne allerdings erst 2023 dem Bundestag vorgelegt werden.

Dass einzelne Projekte wie „46sieben“ im Zusammenhang mit dieser Überprüfung des Bedarfsplans aus dem Programm gestrichen werden, sei allerdings nicht zu erwarten.

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Redaktion Fröndenberg
Geboren 1972 in Schwerte. Leidenschaftlicher Ruhrtaler. Mag die bodenständigen Westfalen. Jurist mit vielen Interessen. Seit mehr als 25 Jahren begeistert an lokalen Themen.
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Marcus Land
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