Außenterrassen und Feierabendmarkt: Stadtteilmanager bringen Ideen nach Fröndenberg

dzFrischer Wind fürs Zentrum

Eigentlich gehören Vernetzung und Dialog mit dem Bürger zum Kern der Aufgaben von Fröndenbergs Stadtteilmanagern. In Zeiten von Corona fällt der Einstieg schwer. Das Stadtplanungsbüro Junker+Kruse möchte jetzt trotzdem durchstarten.

Fröndenberg

, 24.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Mitte von Fröndenberg soll nicht nur baulich, sondern auf verschiedenen Ebenen attraktiver werden. Nur so können Einzelhandel sowie Gastronomie – und damit schließlich auch Gäste und Anwohner in der Stadt gehalten werden. Im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts hat sich nun ein Stadtentwicklungsbüro aus Dortmund dieser Aufgabe angenommen. Die Stadtteilmanager Larissa Walter und Rolf Junker haben den Ist-Zustand analysiert und bringen erste Ideen mit.

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Der Marktplatz sollte eigentlich der zentrale Treffpunkt und Aufenthaltsort einer Innenstadt sein. Der Platz, an dem sich Bürger auch außerhalb der Marktzeiten mit Nachbarn treffen, an dem sie im Café sitzen, auf Bänken ausruhen, in anliegenden Geschäften einkaufen.

Marktplatz muss wieder attraktiv werden

In Fröndenberg hat dieser Marktplatz in den vergangenen Jahren an Attraktivität verloren. Jetzt wird er mit Fördermitteln für den Städtebau umgestaltet. Anschließend sind andere wichtige Bereiche im Zentrum – der Bruayplatz, die Winschotener Straße – dran. Grundlage für das Fördergeld ist, dass sich die Stadt im Sinne der Bürgerinnen und Bürger verändert. Um diesen Prozess noch besser zu koordinieren, sind nun die Stadtteilmanager aus Dortmund zuständig.

„Wir wollen auf die Menschen zugehen.“
Stadtteilmanager Rolf Junker

So gehört die gute Stube zu den Orten, die Rolf Junker und Larissa Walter als erstes in den Blick genommen haben. Der bauliche Weg, auf den sich die Stadt begeben habe, sei der richtige, sind die Experten für Stadtentwicklung überzeugt. Zusätzlich gelte es, etwa den barrierefreien Zugang zu Geschäften im Rahmen der Umgestaltung der Plätze zu bedenken. Und wem nütz das schöne neue Pflaster, wenn man von der bequemen neuen Tropenholzbank auf die nächste ungepflegte Hausfassade schaut? Zwei Punkte, an denen Bürgerinnen und Bürger aktiv werden müssen.

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„Stadtentwicklung ist nicht nur Aufgabe der Stadt“, sagt Stadtteilmanager Rolf Junker. Eigentümer und Bürger sollten mitgenommen werden. „Wir wollen auf die Menschen zugehen.“ Zum Beispiel, indem Fördermöglichkeiten für Privatleute wie das Fassadenprogramm wieder ins Gespräch gebracht werden.

Bürgerkontakt wird schwierig

„Das wird zurzeit schwierig“, weiß Junker um die Corona-Hürden bei seiner neuen Aufgabe. Er verspricht erste Workshops und Treffen, sobald es die Regelungen zum Infektionsschutz zulassen und geeignete Räumlichkeiten gefunden sind. Bis dahin hätten Bürgerinnen und Bürger aber auch die Möglichkeit, aktiv auf ihre Stadtteilmanager zuzugehen.

Kontakt

Anregungen der Bürger sind gefragt

  • Solange die neuen Stadtteilmanager nur eingeschränkt zu den Bürgern kommen können, sind sie über Hinweise, Anregungen und Ideen der Fröndenberger dankbar.
  • Das Stadtplanungsbüro aus Dortmund ist erreichbar unter Tel. (0231) 5 57 85 80

Noch attraktiver werden könnte Fröndenberg aus Sicht des Stadtteilmanagers im Bereich der Außengastronomie. Dazu gehören attraktiv eingerichtete Terrassen, die zum Verweilen vor den Cafés und Restaurants einladen. Zudem gibt es erste Ideen, wie die Plätze nach Abschluss der Bauarbeiten bespielt werden können. Etwa mit einem Feierabendmarkt, schlägt Junker vor. Bislang könnten den Markt am Vormittag schließlich nur Hausfrauen und Senioren nutzen. In anderen Städten zeigt sich, dass Feierabendmärkte, auf denen auch Speisen und Getränke angeboten werden, fast schon Festcharakter haben und Ausflugsziel sind.

Ein Feierabendmarkt, auf dem man auch nach 17 Uhr frische Produkte aus der Region bekommt, nebenbei verweilen, einen Happen essen kann, wäre mit Sicherheit auch für Fröndenberger attraktiv.

Ein Feierabendmarkt, auf dem man auch nach 17 Uhr frische Produkte aus der Region bekommt, nebenbei verweilen, einen Happen essen kann, wäre mit Sicherheit auch für Fröndenberger attraktiv. © Julian Schäpertöns

Der Wochenmarkt sei auch ein gutes Beispiel dafür, dass Interessen der Bürger in die Planung einbezogen werden sollten, ergänzt Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe. Er habe in Gesprächen am aktuellen Ausweichstandort auf dem Bruayplatz erfahren, dass es einigen dort sogar besser gefällt als auf dem Marktplatz.

Beschilderung muss optimiert werden

Für Gäste könne sich Fröndenberg mit optimierter Beschilderung und einem einheitlichen Auftreten als Stadt am Ruhrtalradweg noch besser aufstellen, sind die Stadtteilmanager überzeugt. Etwa mit Hinweis-Schildern, wo es Lademöglichkeiten für E-Bikes gibt. Nach dem Motto: „Aufladen von Mensch und Maschine“, so Rolf Junker.

„Wir sind nicht das Allheilmittel.“
Stadtteilmanager Rolf Junker

Mit Info-Plakaten im Schaufenster der zukünftigen Stadtbücherei begleiten Junker und seine Kollegin Larissa Walter den Baustellenfortschritt am Marktplatz zunächst mit den wichtigsten Informationen. Denn solch eine Baustelle bringt Fragen und Interesse aber auch Unannehmlichkeiten für Anlieger mit sich; jeder Schritt sollte gut kommuniziert sein.

Im Fenster der zukünftigen Stadtbücherei soll es zukünftig laufend Informationen über den Baufortschritt auf dem Marktplatz geben. Das Infomaterial kommt von den Stadtteilmanagern.

Im Fenster der zukünftigen Stadtbücherei soll es zukünftig laufend Informationen über den Baufortschritt auf dem Marktplatz geben. Das Infomaterial kommt von den Stadtteilmanagern. © Marcus Land

„Wir sind nicht das Allheilmittel“, sagt Rolf Junker abschließend über die Arbeit, die seinem Team in Fröndenberg bevorsteht. Aber als Bindeglied zwischen verschiedenen Fachbereichen im Rathaus sowie Einzelhandel, Gastronomie, dem Werbering und Bürgern wollen die Stadtteilmanager Prozesse zielführend koordinieren.

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