Mitgedacht: Neue Infotafel am Hindenburghain lässt Lücke für offene Frage

dzNeuer Torbogen

Der Hindenburghain hat nach der Zerstörung und dem Wiederaufbau des Torbogens eine neue Infotafel am Eingang. Auf der Tafel ist eine Zeile freigelassen - nicht ohne Hintergedanken.

Fröndenberg

, 10.07.2020, 14:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei Bauarbeiten im Hindenburghain im Juli vergangenen Jahres wurde der Torbogen zerstört. Mittlerweile wurde er wieder originalgetreu aufgebaut, etwas Entscheidendes fehlte jedoch: Die Tafel, die neugierige Fröndenberger und Besucher über die Geschichte des Hindenburghains und seine Namensgebung aufklärt.

„Die erste Tafel war vom ehemaligen Westicker Heimatpfleger initiiert und von den Stadtwerken bezahlt worden“, erinnert sich Stadtarchivar Jochen von Nathusius. Warum die Tafel im Rahmen der Wiederaufbauarbeiten des Torbogens auf dem Müll gelandet ist, kann er sich bis heute nicht erklären.

Jetzt lesen
Ein Bild aus Anfangszeiten: So sah der Eingang zum Beginn des Hindenburghains aus.

Ein Bild aus Anfangsjahren: der Eingang des Hindenburghains auf einer historischen Aufnahme. © Stadtarchiv Fröndenberg

Fest stand für ihn wie auch für den aktuellen Ortsheimatpfleger Rolf Hollmann jedoch: Da muss wieder eine Tafel hin. „Die Leute sollen wissen, wie der Name des Parks zustande kam.“ Ursprünglich hieß der Hindenburghain nämlich Ruhrpark, wurde aber 1933 umbenannt. Die Namensherkunft sollte nicht vergessen werden. „Aber wir wollten nicht schon wieder die Stadtwerke zahlen lassen, deswegen hat dieses Mal der Heimatverein übernommen“, sagt von Nathusius.

Lücke für offene Frage gelassen

Dass der Name des Parks durchaus auch Streitpunkt für die Fröndenberger ist, ist dem Heimatverein bekannt. „Wir halten uns da aus der Debatte raus“, sagt Jochen von Nathusius. „Wir wollen die Leute nur informieren, wie der Name zustande kam.“

Einige Fröndenberger hatten bereits gefordert, dass der Name des Parks wieder in seinen ursprünglichen zurückgeändert werden soll. „Den alteingesessenen Westickern ist es egal“, sagt Hollmann. „Die gehen eh ‚in den Park‘ und nicht in den Hindenburghain.“

Jetzt lesen
Hat noch Platz für einen in Zukunft möglicherweise neuen Namen des Hindenburghains: die vom Heimatverein gesponserte Tafel.

Hat noch Platz für einen in Zukunft möglicherweise neuen Namen des Hindenburghains: die vom Heimatverein gesponserte Tafel. © Lisa Dröttboom

Nichtsdestotrotz hat die Infotafel nicht umsonst etwas Platz unter dem letzten Eintrag für den Wiederaufbau des Torbogens. „Wir haben da Platz gelassen, falls doch eines Tages eine Umbenennung kommen sollte. Dann brauchen wir keine zweite Infotafel anfertigen.“ Jochen von Nathusius schmunzelt.

Der Park wurde einst als Erholungsgebiet für die Fröndenberger angelegt, an dem auch der Löhnbach unterirdisch in die Ruhr fließt. „Er wird natürlich heute nicht mehr so gebraucht wie früher, als man kein Auto hatte.“ Mit der Disc-Golf-Anlage habe man dennoch eine pfiffige Idee gefunden, den Park mit der Zeit wandern zu lassen. Für Hundebesitzer sei er zudem eine nicht minder wichtige Fläche.

Die Kritik, dass der Park in jüngster Zeit immer mehr verwahrlose, kann der Heimatverein nicht verstehen. „Die Kritik gibt es seit 50 Jahren. Das ist auch immer eine Frage der Benutzer“, sagt von Nathusius. Willi Schnieder findet deutliche Worte: „Der Park ist nicht verwahrlost!“

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Mitwisser des Hitler-Attentats
Biograph über die Tragik des Wilhelm zur Nieden: „Der ist einfach allein gelassen worden“
Hellweger Anzeiger Neue Grünphase
Grün für Linksabbieger: Vorläufiges Ende der ewigen Debatte über eine sichere Wilhelmshöhe
Hellweger Anzeiger Schule und Corona
Volle Schulbusse in Corona-Zeiten: Engpässe lassen sich laut VKU nicht vermeiden
Hellweger Anzeiger Einkommen- und Umsatzsteuer
Überweisung von Olaf Scholz: Düstere Prognose eines Steuereinbruchs bestätigt sich