Heike Kosert-Altmann ist die neue Gemeindeschwester in der evangelischen Kirchengemeinde Dellwig. © Lisa Dröttboom
Kirche und Senioren

Neue Gemeindeschwester in Dellwig holt Senioren aus der Einsamkeit

Es ist ein neues altes Gesicht, das die evangelische Kirchengemeinde Dellwig aktuell vorstellt. Die Gemeindeschwester soll Senioren aus der Einsamkeit holen, auch in Zeiten von Corona.

Das Gesicht, das die evangelische Kirchengemeinde Dellwig aktuell vorstellt, ist eines, das vielen Senioren bereits kennen. Heike Kosert-Altmann ist die neue Gemeindeschwester im Fröndenberger Westen. In der Gemeinde engagiert sie sich schon länger, vor ein paar Tagen hat sie zudem ihre dreijährige Weiterbildung zur Gemeindeschwester im Diakonissen-Mutterhaus Witten abgeschlossen.

Anders als die Gemeindeschwestern früher ist ihre Arbeit jedoch nicht pflegerisch ausgerichtet. „Für mich bedeutet es, eine Wegbegleiterin unserer Senioren zu sein.“ Sie will den Senioren helfen, sich zu vernetzen, sie an Veranstaltungen teilhaben zu lassen und ihnen mit Rat und Tat zur Verfügung stehen. Seit nunmehr drei Jahren holt sie mit dem Projekt „Seniorenbegleitung im Alltag/Rauskommen“ die Fröndenberger Senioren mit dem Gemeindebus ab und bringt sie zu ihren Ausflugszielen oder zu Veranstaltungen in der Gemeinde.

Andere Wege während Corona

Dass das in Zeiten von Corona eine Herausforderung ist, ist ihr bewusst. Dennoch hat sie bereits in der Vergangenheit Wege gefunden, die Senioren, die sonst kaum noch rauskommen, trotzdem zu erreichen. „Das haben wir ganz unterschiedlich gestaltet im letzten Jahr.“

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Von Altendorf bis Strickherdicke

  • Heike Kosert-Altmann ist die meiste Zeit im Gemeindehaus in Unna-Billmerich zu finden, wo sie auch als Hausmeisterin tätig ist.
  • Sie gestaltet mitunter den Bibelgarten mit und versucht, für die Kinder und Jugendlichen in der Offenen Kirche oder an „Schlunz-Abenden“ da zu sein.
  • Ab Mai wird sie einmal im Monat auch in Dellwig und Ardey in einer Sprechstunde persönlich zu erreichen sein. Die jeweiligen Termine stehen im nächsten Gemeindebrief.
  • Wer nicht zu der Sprechstunde kommen kann, mit dem pflegt sie auch telefonisch Kontakt oder besucht ihn bei sich zu Hause.
  • Sie kümmert sich um die Senioren in Altendorf, Ardey, Billmerich, Dellwig, Langschede und Strickherdicke.

Als noch Treffen mit fünf Haushalten möglich waren, hat sie oft Senioren abgeholt und ist mit dem Gemeindebus zu einem gemeinsamen Kaffeetrinken ausgefahren. „Aber dann nicht mit fünf Haushalten“, erklärt sie. Denn der Platz in ihrem Bus erlaubte nur die Anwesenheit von zwei Senioren.

Als im Advent nichts mehr möglich ist, holt sie an 25 Tagen nacheinander jeden Senioren einzeln ab, um mit ihm Kaffee zu trinken. „Wenn zwischendurch nichts möglich ist, telefonieren wir oder ich schicke Andachten nach Hause an den Tagen, wo eigentlich die Treffen stattgefunden hätten.“

Auch kleine Dinge bringen Freude

Die jüngeren Leute, so erzählt sie, erreicht die Kirche gut über die Whatsapp-Gruppe oder die Online-Gottesdienste. „Bei den älteren haben wir andere Wege gefunden.“ Kosert-Altmann tut alles, um der Vereinsamung der Senioren entgegenzuwirken.

In Zeiten von Corona ist diese Wirkung stärker denn je. „Viele sagen zu mir, der Lockdown trifft sie nicht s0 schlimm, weil sie sowieso immer alleine sind.“ Worte, die sie mitunter dazu gebracht haben, genau dagegen anzukämpfen. Auch für das nahende Osterfest macht sie sich bereits Gedanken, wie sie den Senioren eine Freude machen kann. „Die Senioren freuen sich immer, auch über die Kleinigkeiten.“

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg / Holzwickede
Jahrgang 1995, aufgewachsen am Rande Mendens mit mehr Feldern als Häusern drumherum. Zum Studieren nach Köln gezogen, 2016 aber aus Sehnsucht ins Sauerland zurückgekehrt. Hat in der Grundschule ihre Liebe ans Schreiben verloren und ist stets auf der Suche nach spannenden Geschichten.
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Lisa Dröttboom
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