Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses Ostbüren soll vorgezogen werden. Die geplanten Kosteneinsparungen sorgten nun für große Empörung. © UDO HENNES
Feuerwehr Fröndenberg

Neubau des Feuerwehrgerätehauses Ostbüren: Eigenleistungen sind „völlig daneben“

Beim Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Ostbüren sollen Kosten minimiert werden. Die geplanten „Eigenleistungen der Löschgruppe“ sorgten für eine Welle der Empörung.

Fröndenberg investiert in eine moderne Feuerwehr. Drei Neubauten sollen entstehen, zwei Standorte aufgerüstet werden. Mit Ostbüren kam ein vierter Neubau dazu. Genau der soll nun aber dreimal so teuer werden wie anfangs geplant. Statt 640.000 Euro war nunmehr von rund 1,8 Millionen Euro die Sprache. Die Verwaltung suchte daraufhin nach Einsparmöglichkeiten – und genau die sorgten im Rat für Empörung.

Anstoß für die Diskussion war ein Dringlichkeitsbeschluss der Verwaltung. Die hofft nämlich auf eine Förderung beim Umbau des Feuerwehrgerätehauses in Ostbüren, muss die Arbeiten dafür aber vorziehen. Zur Teilnahme am „Sonderaufruf Feuerwehrhäuser in Dörfern 2021“ sollte deshalb der erforderliche Eigenanteil in Höhe von 1,21 Millionen Euro im Haushalt 2021 bis 2023 bereitgestellt werden.

Einsparmaßnahmen werden als sinnlos angesehen

In dem Dringlichkeitsbeschluss, der dem Rat in der Sitzung am Mittwoch vorgelegt wurde, fanden sich dabei auch die überlegten Einsparmaßnahmen wieder. Derzeit plant die Stadt nämlich mit 1,6 Millionen Euro für den Neubau in Ostbüren.

Um Kosten zu minimieren, könnte man beim Neubau des Feuerwehrgerätehauses auf Ölabscheider verzichten. In Stentrop sei eine Waschhalle vorgesehen, die mitgenutzt werden könnte. Rund 100.000 Euro der aktuell veranschlagten Kosten könnte die Feuerwehr zudem durch Eigenleistung stemmen. Baufeld räumen oder die Innenräume streichen – das könnten auch die Kollegen von den Löschgruppen übernehmen, fand die Stadtverwaltung. Nicht so der Rat.

„Das halte ich für absolut sinnlos“, sagte FWG-Ratsherr Matthias Büscher. „Es kann doch nicht sein, dass die Feuerwehrleute von Ostbüren bis nach Stentrop fahren müssen, um ihre Fahrzeuge zu waschen. Und wenn ich dann noch lese, dass die Feuerwehr, die sowieso schon ehrenamtlich für uns arbeitet, auch noch zusätzliche Arbeiten in Eigenleistung erbringen soll…“

Inhalt bedarf Diskussionen

Worte, die im Rat Unterstützung fanden und auch aus den Reihen von CDU und Grünen ähnlich widertönten. „Über den Inhalt müssen wir nochmal reden“, sagt Grünen-Ratsherr Martin Schoppmann. Auf elementare Dinge wie den Ölabscheider möchte man beim Neubau in Ostbüren nur ungerne verzichten – trotz anfallender Kosten.

„Die Eigenleistung ist völlig daneben, aber über eine Verteuerung von 150 Prozent müssen wir auch noch einmal diskutieren.“ Denn – da ist sich der Rat einig – es könne nicht sein, dass jegliche Pläne am Ende immer deutlich teurer würden. Der Rat fürchtet um das Vertrauen der Bürger.

Noch am Anfang der Planung

Bürgermeisterin Sabina Müller versuchte die Wogen zu glätten. „Wir sind noch ganz am Anfang der Planung. Es geht erstmal um die Beantragung der Mittel, nicht um die konkreten Inhalte.“ Die Gespräche mit der Feuerwehr würden noch immer laufen.

Man wolle mit der Bereitstellung der Mittel ein deutliches Zeichen setzen, um Chancen bei der Förderung zu haben – so klein sie auch sein mögen. Dem Dringlichkeitsbeschluss stand der Rat dabei auch nicht im Wege, beschloss ihn einstimmig. Sollte es in Zukunft um die Details beim Neubau des Gerätehauses in Ostbüren gehen, wird die Diskussion allerdings sicherlich nochmal aufkommen.

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg / Holzwickede
Jahrgang 1995, aufgewachsen am Rande Mendens mit mehr Feldern als Häusern drumherum. Zum Studieren nach Köln gezogen, 2016 aber aus Sehnsucht ins Sauerland zurückgekehrt. Hat in der Grundschule ihre Liebe ans Schreiben verloren und ist stets auf der Suche nach spannenden Geschichten.
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Lisa Dröttboom
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