Mit der Internationalen Gartenausstellung (IGA) soll sich das Ruhrgebiet als grüne Metropole präsentieren – und Fröndenberg soll profitieren. Doch das städteübergreifende Projekt ist zunächst mit Kosten verbunden.

Fröndenberg

, 08.10.2018, 15:43 Uhr / Lesedauer: 3 min

Gute Nachrichten für das Projekt gab es im Juli dieses Jahres: Die Landesregierung hatte zugesagt, die IGA 2027 generell zu unterstützen. Jetzt sind wieder die Kommunen am Zug: Mitgliedskörperschaften des Regionalverbands Ruhr (RVR) sollen nun in ihren Gremien Grundsatzbeschlüsse fällen, mit denen sie sich wohlwollend zu dem Projekt bekennen – und damit auch signalisieren, einen Teil der Kosten zu tragen. Anschließend wird der RVR eine Gesellschaft gründen, die das städteübergreifende Projekt umsetzt. In ihrer nächsten Ratssitzung soll die Stadt Fröndenberg ihr Okay geben.

Am Mittwoch, 10. Oktober, steht der Vorstoß zunächst allerdings im Finanzausschuss zur Diskussion. Genauso wie die ersten konkreten Kosten, die bereits für den Haushalt 2019 eingeplant werden sollten.

Zukunftswerkstatt

Mit einer Zukunftswerkstatt Himmelmannpark möchte Fröndenberg wie berichtet an der IGA partizipieren. Ziel ist es, die Ruhr erlebbarer zu gestalten – und so auch den Himmelmannpark und die Ruhr näher zusammenzuführen. Zur Gesamtentwicklung gehört auch die Umsetzung der Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für das Kettenschmiedemuseum. Daneben Baumlehrpfad, Blühstreifen, ein zusätzlicher Weg zwischen Ruhr und Flutmulde, ein Kunstpfad, mit den Schwerpunkt „Kunst an die Kette“, Wegweiser, Fotowand, Andeutung der ehemaligen Giebelwand der Papierfabrik mit einer Stahlkonstruktion, Kettenblumenwiese, Liegewiese über zwei Ebenen in Richtung Wasser, Wassersteg und begehbarer Wasserabschnitt in der Flutmulde sowie eine Lichtinstallation, die alle interessanten Punkte im Himmelmannpark illuminiert. Neben 256.000 Euro Planungskosten sind für die einzelnen IGA-2027-Maßnahmen 1,282 Millionen Euro eingeplant. Es entstünden also geschätzte Gesamtkosten in Höhe von 1,538 Millionen Euro. Besonders teuer werden der begehbare Wasserabschnitt (700.000 Euro), der Steg (200.000 Euro) und die neuen Liegewiesen (300.000 Euro).

Förderung in Aussicht

Die Zahlen stellt die Stadt der Politik im Finanzausschuss vor. Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes hat laut Stadtverwaltung allerdings in Aussicht gestellt, dass ein Teil der Kosten mit Fördermitteln refinanziert werden kann.

Ist der Himmelmannpark neu strukturiert, wird auch die Pflege teuerer, wie die Stadt prognostiziert: Durch die Pflege der Kettenblumenwiese, das intensivere Mähen der Liegewiese und die regelmäßige Beseitigung von Müll einschließlich der Leerung von zwei weiteren Müllbehältern sowie die Pflege des begehbaren Wasserabschnittes in der Flutmulde mit zwei Reinigungen pro Jahr und die Illuminierung entstünden jährlich dauerhafte Folgekosten von 17.500 Euro.

Alle Zahlen sind nach aktuellem Planungsstand geschätzt. Flächen sind zum Beispiel noch variabel. Die Folgekosten könnten sich verändern. Sodass der Rat zu späteren Zeitpunkten erneut beraten müsste.

Die drei Ebenen der IGA 2027

Die IGA soll auf drei unterschiedlichen Ebenen arbeiten:

Sogenannte Zukunftsgärten sind die Hauptinvestitions- und Haupteventstandorte. Sie sollen umweltbezogene Kernfragen zu Gärten, Umwelt, Klima, Energie und Stadtentwicklung begreifbar machen. In den Zukunftsgärten werden die Leitfragen „Wie wollen wir morgen leben, wohnen und arbeiten?“ beantwortet und umwelt- und freiraumbezogene innovative Lösungen für Probleme der heutigen Zeit aufgezeigt. Die Zukunftsgärten sind damit Anziehungspunkte für nationales und internationales Publikum. Bereits ausgewählte Zukunftsgärten sind etwa der Rheinpark in Duisburg oder das Projekt „Emscher Nordwärts“ in Dortmund.

Auf der zweiten Ebene „Unsere Gärten“ werden vorhandene und neue städtebauliche, landschaftliche und touristische Projekte der Region identifiziert und weiter verbessert. Diese Ebene ist ein wichtiger Baustein der Präsentation des Ruhrgebiets als neue grüne Städtelandschaft. Der RVR plant für diesen Bereich mit rund 70 Millionen Euro Investitionen, wofür Fördermittel akquiriert werden sollen.

Die dritte Ebene „Mein Garten“ ist die Mitmachebene für lokale Vereine und Gruppen in der Region. Sie sollen sich an der IGA beteiligen und mit dem Projekt identifizieren.

Der Durchführungshaushalt der IGA Metropole Ruhr 2027 beläuft sich auf rund 85 Millionen Euro. Knapp die Hälfte davon wird durch die Einnahmen voraussichtlich nicht gedeckt. Anteilig, je nachdem, ob in der Kommune ein Hauptstandort liegt, werden die Kreise und Städte zur Kasse gebeten. Auf den Kreis Unna kämen bei Zustimmung der Politik jährliche Kosten in Höhe von 58.000 Euro für die Jahre 2019 bis 2028 zu. Daran wäre Fröndenberg über die Kreisumlage mit rund fünf Prozent beteiligt.

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