Solidarische Notfallbörse bündelt Initiativen - Nähcafé näht Mundschutz

dzCorona-Krise

Mit ihrer Solidarischen Notfallbörse will die Stadt Fröndenberg ab sofort alle bürgerschaftlich organisierten Aktionen im Zuge der Corona-Krise vernetzen. Frauen des Nähcafés fertigen Mundschutz an.

Fröndenberg

, 24.03.2020, 17:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt Fröndenberg ruft zur Bildung eines Netzwerks auf: Alle bürgerschaftlich organisierten Initiativen, die Aktionen für vom Coronavirus besonders betroffene Menschen starten, können sich der Solidarischen Notfallbörse anschließen.

„Nur so kann man Zusammenhalt demonstrieren.“
Karin Schmidt

Weitere Freiwillige, die natürlich nicht zu Risikogruppen gehören sollen, werden ebenfalls gesucht. Sie können sich ebenfalls solidarisch zeigen, indem sie für ältere und vorerkrankte Menschen beispielsweise Einkäufe oder Botengänge

erledigen oder auch die Gassi-Gänge mit deren Tieren übernehmen.

Helfer für telefonische Plauderstunde gesucht

„Wir suche auch Helfende, die telefonische Plauderstunden anbieten“, sagt Birgit Mescher, Familien- und Seniorenbeauftragte der Stadt, im Gespräch mit der Redaktion.

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Zur Sache

Appell der Stadt Fröndenberg

  • „Wer zu den Risikogruppen gehört, sollte zu Hause bleiben, um die eigene Ansteckungsgefahr zu verringern.
  • In dieser Situation können alltägliche Dinge, die in normalen Zeiten kein Problem darstellen, plötzlich zu großen Hürden werden.
  • Denn das Einkaufen von Lebensmitteln und Medikamenten oder auch der Spaziergang mit dem Haustier müssen weiter erledigt werden.
  • Hierfür gibt es bestimmt Helferinnen und Helfer. Deshalb unterstützt die Stadt durch die Solidarische Notfallbörse, dass sich Hilfsbedürftige unbürokratisch mit Helferinnen und Helfern vernetzen können.“

Viele allein lebende ältere Menschen, die in diesen Tagen noch seltener soziale Kontakte haben, könnte man mit einem Telefonanruf eine Freude machen und ein Gefühl von Einsamkeit vermeiden helfen.

Die Aktivitäten, die sich unter dem Dach der Notfallbörse versammeln, können vielfältig sein. Frauen des Nähcafés wie Christel Kiefer und Hildegard Overthür, die im jetzt geschlossenen Allee-Café regelmäßig gemeinsam handarbeiten, nähen bereits Mundschutz.

Die Stadt Fröndenberg will, ähnlich wie die Stadt Essen, eine Nähanleitung demnächst auf ihrem Internetportal einstellen. Der Mundschutz ist kein für den Klinikalltag verwendbarer, er eignet sich aber zum einmaligen Tragen und sollte danach gewaschen werden.

Karin Schmidt von der Kfd St. Marien erfuhr von der misslichen Situation einer Nachbarin: Deren Bruder ist wegen einer Chemotherapie durch den Coronavirus besonders gefährdet - der nötige Mundschutz, um ihn besuchen zu können, sei aber sehr schwierig zu bekommen.

Der Nähaktion hat sich Schmidt danach sofort angeschlossen: „Nur so kann man Zusammenhalt demonstrieren.“ Auch Karin Schmidt konnte die Stadt rasch mit Schnittmustern für den Mundschutz versorgen.

Ansprechpartner bei Stadt und Taschengeldbörse

Die Koordination der Aktion übernimmt Birgit Mescher. Wer Hilfe braucht oder wer nicht zu einer Risikogruppe gehört und helfen will, kann sich bei ihr unter Tel. (0 23 73) 976-306 melden (montags bis freitags 9 bis 16 Uhr).

Weitere Ansprechpartner sind Janina Schürmann, Wirtschaftsförderung, Tel. (0 23 73) 976 293 und Barbara Cichy von der Taschengeldbörse unter Tel. (01 51) 53 73 43 97; ganztägig ist Familie Köhle unter Tel (01 78) 2 74 81 95 zu erreichen.

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