Nachwuchssorgen beim TuS Jahn: iPad-Generation hat „null Bock“ auf Handball in Dellwig

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Generation iPad muss nicht Generation „null Bock“ bedeuten. Beim TuS Jahn Dellwig vermutet man jedoch, dass die digitale Freizeitgestaltung für ein Phänomen zumindest mitverantwortlich ist.

Dellwig

, 23.07.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Handballer beim TuS Jahn Dellwig beobachten seit einiger Zeit ein Phänomen, das sie unter anderem auf Tabletcomputer und sonstige mobile und digitale Spiel- und Nachrichtenmedien zurückführen.

Bei den „Jumpies“ muss sich der TuS Jahn noch keine Sorgen machen, wie Vorsitzender Dr. Andreas Hennemann erzählt: Nicht weniger als 26 Knirpse tummeln sich bei den Vorschulkindern. Da wird noch nicht im Ligabetrieb gespielt, sondern es stehen Spiel und Spaß im Vordergrund.

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Auch im Grundschulalter hat der TuS Jahn immerhin noch 15 Jungen und Mädchen in seinen Reihen. „Dann bricht es weg“, bedauert Andreas Hennemann. Ab der D-Jugend, das sind aktuell die Jahrgänge 2007 und 2008, bleiben der Handballnachwuchs aus.

Nachwuchssorgen beim TuS Jahn: iPad-Generation hat „null Bock“ auf Handball in Dellwig

Im vergangenen Sommer konnte der TuS Jahn Dellwig noch eine D-Jugend-Mannschaft stellen. Jetzt gibt es im Verein gerade noch vier Jungen und vier Mädchen, die im richtigen Alter sind. © Privat

„iPad-Generation“, sagt Andreas Hennemann lakonisch. Die Trainer stellten vermehrt fest, dass sich bereits Kinder im Alter von elf oder zwölf Jahren in ihrer Freizeit intensiv mit Smartphone und Tablet beschäftigten.

Natürlich, auch auf den Minicomputern gebe es interessante Spiele, mit denen man Spaß und Spannung erleben kann. „Kinder in dem Alter brauchen aber auch Teambuilding und müssen mal miteinander raufen“, findet der Vorsitzende.

Die Handballabteilung gehe längst auf die Kinder zu. So wird an der Sonnenbergschule in Langschede eine Handball-AG angeboten. Dennoch könnte aktuell bei vier Jungen und vier Mädchen nur eine gemischte Mannschaft in der D-Jugend aufgeboten werden. Grundsätzlich werden ab diesem Alter die Teams aber getrennt.

»Die Eltern begleiten das Handballspiel ihrer Kinder nicht mehr.«
Dr. Andreas Hennemann, Vorsitzender des TuS Jahn Dellwig

Neben den neuen Attraktionen für Kinder sieht Andreas Hennemann aber auch bei den Älteren einen Grund dafür, dass die Bindung an den Verein nach der Grundschulzeit nicht mehr so stark ist wie noch vor wenigen Jahren. „Die Eltern begleiten das Handballspiel ihrer Kinder nicht mehr“, hat der Vorsitzende des Gesamtvereins beobachtet.

Momentan ist in der Jugend nur der „Mittelbau“ bei insgesamt sechs Teams recht gut vertreten, eine A- und auch eine B-Jugend gibt es nicht mehr. Immerhin 300 Handballer bei etwas mehr als 600 Mitgliedern hat der TuS Jahn.

Schrumpfen möchte man ungern. Daher lädt der TuS in den Sommerferien zum Schnuppertraining für Elf- und Zwölfjährige ein. Auch absolute Anfänger sind willkommen. „Wir fangen ganz spielerisch an““, verspricht Andreas Hennemann.

Wer dabeibleiben möchte, kann schon ab September am Spielbetrieb teilnehmen.

Zur Sache

Kontakt zur Ferien-AG im Handball

  • Mit dem „Handballspaß“ nimmt der TuS Jahn Dellwig erstmals am Fröndenberger Ferienspaß teil.
  • Informationen erteilt Trainerin Nina Patzer unter Tel. (0 23 78) 1022.

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