Nachfragebündelung beim Gas: Stadtwerke Fröndenberg sollen „beachtliches Potenzial“ heben

dzSPD Fröndenberg-West

Der Umstieg von Öl auf Gas ist derzeit Thema in vielen Haushalten. Denn alte Heizkessel müssen oftmals ausgetauscht werden. Problem: Es fehlen Gasanschlüsse. Die SPD sieht großes Potenzial.

Fröndenberg

, 12.02.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Austausch von alten Gas- oder Ölheizungen steht nicht wenigen Hauseigentümern bevor. Der Wechsel zu einer Gasversorgung ist in Fröndenberg allerdings mitunter problematisch, weil nicht überall Leitungen liegen. Der SPD-Ortsverein Fröndenberg-West wünscht sich nun von den Stadtwerken ein Konzept.

Zum einen verpflichtet die Energieeinsparverordnung Hauseigentümer, mehr als 30 Jahre alte Gas- oder Ölheizungen auszutauschen. Zum anderen besteht im Fröndenberger Stadtgebiet kein flächendeckendes Gasleitungsnetz.

Anschluss ans Gasnetz muss wirtschaftlich sein

Hausbesitzer, die gleichzeitig den Energieträger wechseln möchten, haben sich in der Vergangenheit daher schon häufiger vergeblich darum bemüht, künftig an die Gasversorgung angeschlossen zu werden.

Der häufige Grund für eine Ablehnung ist einleuchtend: Bei einer Einzelanfrage können die Stadtwerke keine wirtschaftliche Investition tätigen. Aber auch für potenzielle Gaskunden gab es keine bezahlbaren Lösungen.

Die Sozialdemokraten um Vorsitzende Ursula Lindstedt haben sich in den vergangenen Wochen nun kundig gemacht und sind der Versorgungssituation in den westlichen Stadtteilen auf den Grund gegangen.

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Gasversorgung in westlichen Stadtteilen

  • Im Fröndenberger Westen gibt es laut SPD-Ortsverein zurzeit 689 Gasanschlüsse und etwa 230 Nutzer von Nachtspeicherheizungen.
  • Potenzial für einen künftige Ausbau der Gasversorgung sieht die SPD in allen Stadtteilen.
  • In Ardey: Schlesierstraße, Bredde, Zum Siepen, Am Versstück, Finkenweg und das Westfeld-U.
  • In Dellwig sei die Gasversorgung gut ausgebaut, hier kämen eventuell noch die Hintere Straße und Gosemark in Frage.
  • In Strickherdicke wird Bedarf für Beisenbrauck, Simonweg, Wulfesweide, Böckelmannweg und Alte Kreisstraße gesehen.
  • In Altendorf ist das Gasnetz nicht ausgebaut, es gebe dort aber ebenfalls Interessenten.

Stadtwerke-Geschäftsführer Bernd Heitmann selbst lieferte dem Ortsverein das Datenmaterial zur Versorgungsdichte beim Gas und stand vor wenigen Wochen bei einer öffentlichen Veranstaltung in Ardey Rede und Antwort.

Die Fakten hat der Ortsverein zusammengetragen und formuliert nun einen Antrag an den Aufsichtsrat der Stadtwerke: Der örtliche Versorger soll ein „bedarfsgerechtes Gesamtkonzept für die Gasversorgung im Fröndenberger Westen“ erstellen.

Abfrage nach Gasanschluss durch die Nachbarn selbst

Wo Leitungen liegen und wo nicht, wissen die Stadtwerke. Wo eine künftige Gasversorgung in Betracht kommt, listet die SPD West in ihrem Antrag auf.

Dabei habe man sich auf zusammenhängende Wohngebiete konzentriert, die nah an den bestehenden Gasleitungen liegen und eine Weiterführung des Gasnetzes möglich erscheinen ließen. Zudem stamme dort die Bebauung aus den 1970er und 1980er Jahren und früher, es werde also überwiegend mit Öl geheizt.

Man setze auf etwas Vergleichbares wie die Nachfragebündelung beim Glasfaserausbau, sagt Ursula Lindstedt im Gespräch mit der Redaktion: Gebe es erst ein Ausbaukonzept der Stadtwerke, fänden sich sicherlich Hausbesitzer, die unter ihren Nachbarn das Interesse an einem Gasanschluss abfragen.

Denn klar sei, dass die Beteiligung an einem Netzausbau groß genug und für Stadtwerke wie Kunden auch wirtschaftlich zu realisieren sein müsse. Mit Blick auf große bislang noch unversorgte Gebiete zeige sich jedenfalls „ein beachtliches Potenzial von weiteren Gaskunden“, findet die SPD im Westen.

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