Der Container ist am Donnerstagmittag gut gefüllt. Sohn Jonas bringt mit Mutter Katja Westhoff aber noch mehr Hausrat aus dem Erdgeschoss zum Container. Katja Westhoff schätzt, dass rund 90 Prozent des Inventars zerstört wurde. © Udo Hennes
Folgen des Unwetters

Nach Unwetter in Fröndenberg: Haus für mehrere Monate unbewohnbar

Das Haus von Familie Westhoff ist mindestens bis Weihnachten nicht bewohnbar. Die Familie erfährt nun viel Unterstützung von Freunden, aber auch von Unbekannten.

Als das Unwetter über Fröndenberg hereinbricht, sind Katja Westhoff, ihr Mann und ihre zwei Kinder nicht zuhause. „Zum Glück“, sagt sie rückblickend. Sie campen gemeinsam mit ihren Eltern, die im Haus nebenan wohnen.

Als sie hören, dass es in der Heimat stärker zu regnen scheint als üblich, erkundigen sich die Westhoffs bei ihren Nachbarn. „Hier ist alles in Ordnung.“

Doch nur wenig später ist an ihrem Haus an der Landstraße in Warmen gar nichts mehr in Ordnung. Auf dem Rückweg aus dem Camping-Kurzurlaub bekommt Katja Westhoff dann einen Anruf ihrer Nachbarn. Sie hätten berichtet: „Euer Haus steht unter Wasser, und man sieht euer Auto nicht mehr.“ Als die Familie in Fröndenberg ankommt, ist das Haus bereits überflutet.

Fast der ganze Hausstand aus dem Erdgeschoss muss entsorgt werden

„Die Existenz ist weg. Ich war geschockt“, schildert Katja Westhoff ihre Eindrücke. Mit mehreren Helfern sei es ihnen gelungen, zwei Türen zum Haus zu öffnen. Das Wasser im Haus habe noch höher gestanden, als auf dem Grundstück. „Das Bild brennt sich fest“, sagt Westhoff.

Noch am Sonntagabend habe sie einen Container bekommen, in dem nun fast das gesamte Hab und Gut der Familie verschwindet. „Zu 90 Prozent fliegen die Sachen auf den Müll.“

Bis zu dieser Marke hat das schlammige Wasser im Haus der Westhoffs gestanden.
Bis zu dieser Marke hat das schlammige Wasser im Haus der Westhoffs gestanden. © Udo Hennes © Udo Hennes

Das gesamte Erdgeschoss der Familie wurde vom Wasser durchgedrungen. Küche, Wohnzimmer, Badezimmer, Aufenthaltsraum, Hauswirtschaftsraum: „Alles verschlammt.“ Nur das Obergeschoss, in dem die Schlafzimmer liegen, sei verschont geblieben, berichtet sie.

Versicherung kommt für Schäden am Haus auf

Vor Weihnachten könnten sie voraussichtlich nicht zurück in ihr Haus, erzählt Katja Westhoff. „Ich schätze, es wird eher Januar oder Februar.“ Gutachter wären mittlerweile durch das Haus gegangen. Anschließend wird nun alles rausgerissen: Der Estrich muss erneuert werden, die Heizungsrohre, die Elektrik, die Wände innen und außen. „Das zahlt die Versicherung.“ Eine Elementarversicherung für das Haus habe Familie Westhoff, für den Hausrat jedoch nicht.

Bei Familie Westhoff packen nun alle mit an: Die Söhne Jaden (14, links) und Jonas (23, zweiter von rechts) sowie Mutter Katja und Mann Olaf.
Bei Familie Westhoff packen nun alle mit an: Die Söhne Jaden (14, links) und Jonas (23, zweiter von rechts) sowie Mutter Katja und Mann Olaf. © Udo Hennes © Udo Hennes

Nun wohnt die Familie in ihrem Elternhaus. Dort stand das Wasser im Keller bis zur Decke. Wenige Zentimeter mehr und auch das Erdgeschoss ihrer Eltern hätte unter Wasser gestanden, ist Katja Westhoff überzeugt.

Freunde, die selbst betroffen sind, kommen Familie zur Hilfe

Kurz nach dem schweren Unwetter erreicht die Familie eine Welle der Hilfsbereitschaft. Freunde, die selbst Wasser im Haus hatten, kamen, um der Familie an der Landstraße zu helfen. Und Freunde hätten wiederum ihre Freunde mitgebracht, die beim putzen und ausräumen helfen. „Wir haben sehr, sehr viel Hilfe, da können wir uns nicht beschweren.“ Ihre Freunde seien bisher immer da gewesen, wenn sie Hilfe gebraucht hätten, sagt Westhoff. Aber dies sei nun eine ganz andere Hausnummer. „Gänsehaut pur.“

Das Haus der Westhoffs liegt nahe des Rambachs: Haus und Garten wurden überflutet.
Das Haus der Westhoffs liegt nahe des Rambachs: Haus und Garten wurden überflutet. © Privat © Privat

Aber nicht nur von ihren Freunden bekommt Familie Westhoff viel Unterstützung. Auch von Fremden. Katja Westhoff näht, plottet und stickt und ist daher Mitglied in zahlreichen Facebook-Gruppen. Dort habe jemand einen Moneypool für Familie Westhoff eingerichtet, berichtet sie, in dem bis Mittwoch bereits 5000 Euro gesammelt wurden.

„Viele Namen kenne ich überhaupt nicht“, ist Westhoff überrascht von so viel Hilfsbereitschaft ihr völlig Unbekannter. „Viele wollten Stoffe spenden oder Nähmaschinen. Dass das fremde Leute so anbieten, versteht man überhaupt nicht.“ Auf Spenden dieser Art müsse sie aber momentan verzichten, da sie sie nicht lagern könne.

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