Das Publikum nahm in der Corona-Saison zum ersten Konzert nach langer Pause nicht in Stuhlreihen, sondern an Tischen in der Fröndenberger Kulturschmiede Platz. Das sorgte für eine besonders gemütliche Atmosphäre. © KfU
Kultur mit Corona

Nach erfolgreicher Generalprobe ist die Kultur zurück in Fröndenberg

Keine Stuhlreihen – sondern Tische: Um sein Corona-Konzept für die Kulturschmiede unter realen Bedingungen zu prüfen, hat der Verein KfU ein Testkonzert spielen lassen, an dem die kommenden Termine ausgerichtet werden.

Es war als Generalprobe unter strengen Hygiene-Richtlinien gedacht – für die Mitglieder von KfU und einige Gäste. Der Auftritt der Band „on chairs“ am Wochenende in der Kulturschmiede war auch das erste Konzert in Fröndenberg seit beginn des Corona-Lockdowns.

Die ehrenamtlichen Organisatoren hatten sich redlich bemüht, für maximal 50 Zuschauer ein schönes Ambiente zu schaffen – „und das ist ihnen für wahr gelungen“, resümiert der KfU-Vorsitzende Frank Schröer. Damit der Veranstaltungsraum auch mit wenigen Gästen gut gefüllt wirkte, die Atmosphäre stimmte, nahmen die Gäste an kleinen Tischen Platz. Weit genug auseinander, versteht sich.

Je nachdem, wie viele Gäste aus einem Haushalt oder Bekanntenkreis kommen, also an einem Tisch sitzen dürfen, ist nach KfU-Konzept aktuell Platz für 37 bis 50 Gäste in der Kulturschmiede. Die Getränke werden mit einem Zettel am Tisch bestellt, am Ende zahlt jeder nur ein einziges Mal. Damit der Verein gut planen kann, mussten sich die Gäste im Vorfeld anmelden. Die Anmeldung werde voraussichtlich auch für die kommenden Termine beibehalten. So wisse der Verein genau, wie viele Personen zu einer Besuchergruppe gehören.

Vorsitzender schwärmt von legendärem Abend

„Es wurde ein legendärer Abend mit großartiger Musik, interpretiert von vier gestandenen Musikern aus der Unnaer Musikszene, einem kulturhungrigen und am Ende restlos satten und zufriedenen Publikum“, schwärmt der KfU-Vorsitzende Frank Schröer vom musikalischen Teil des Abends.

Die Band „on chairs“ brillierte zur Generalprobe für die anstehenden Konzerte in der Kulturschmiede. © KfU © KfU

Tom Quast an den Gitarren, Stephan Sagurna an Cajon und allerlei Schlaginstrumenten, Ralf Lohmann am Akustik- und am E-Bass, und Freddy Pieper am Gesang nennen sich zusammen „on chairs“. Sie hatten ein gut zweistündiges Programm mit persönlichen Interpretationen ihrer Lieblingssongs aus über 50 Jahren Musikgeschichte dabei: Klassiker von Tom Jones, Ray Charles, Beatles, Paul Simon, Eric Clapton und den Eagles. Das Publikum kannte sie alle, und erkannte sie doch oft erst beim Refrain, da sie komplett neu arrangiert wurden.

Frank Schröer, KfU

Das Testkonzert fand bei freiem Eintritt statt. Tosender Applaus und so viel Gejohle, wie unter Corona-Bedingungen gerade noch erlaubt ist, zeigten die Zufriedenheit der Zuschauer. Die füllten am Ende die Spendeneimer derart großzügig, dass den Musikern und dem Techniker, der übrigens für einen klasse Sound sorgte, noch eine ordentliche Gage ausgezahlt werden konnte.

„Dabei ist mehr zusammengekommen, als wenn wir Eintritt verlangt hätten“, sagt Frank Schröer. Die zukünftige Finanzierung solcher Konzerte hinterlasse bei den ehrenamtlichen Kulturschaffenden noch ein großes Fragezeichen. Für dieses Jahr möchte der Verein sein Programm aber auf jeden Fall durchziehen. Die Künstler wäre jetzt froh über jeden Auftritt, den sie absolvieren können. Einige gingen auch mit der Gage runter, um den Veranstaltern entgegenzukommen.

Mit dem erprobten Konzept soll weitergemacht werden

Am Ende des Konzertabends, so Schröer, konnten alle zufrieden sein. „Die Band war glücklich über das extrem aufmerksame Publikum, das wiederum erfreute sich daran, endlich wieder Kultur erleben zu können.“ Und KfU könne sich damit rühmen, „ziemlich vieles richtig gemacht zu haben“. Das habe den Verein ermutigt, bereits am 26. September mit einem Eric-Clapton-Tribute-Abend unter dem Titel „Eric, where is Layla“ mit dem am Samstag erprobten Konzept weiterzumachen.

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg
Jahrgang 1988, aufgewachsen in Dortmund-Sölde an der Grenze zum Kreis Unna. Hat schon in der Grundschule am liebsten geschrieben, später in Heidelberg und Bochum studiert. Ist gerne beim Sport und in der Natur.
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Dagmar Hornung
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