Neue Schulbus-Fahrpläne: Das sagen Eltern und Schulen jetzt zur Pünktlichkeit

dzSchulbus-Ärger

Die Politik ist mittlerweile auf Schulbusse voller Probleme aufgesprungen. Derweil kümmern sich Eltern in Eigeninitiative darum, dass ihre Kinder pünktlich in die Schule kommen. Es wird Protokoll geführt.

Fröndenberg

, 01.02.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach dem von vielen als chaotisch empfundenen Fahrplanwechsel am 7. Januar mit Verspätungen, überfüllten Bussen und verwirrenden Busschildern hat sich die Lage offenbar mittlerweile beruhigt. Doch so ganz trauen viele Eltern dem Braten noch nicht und protokollieren jetzt an den Haltestellen.

»Im Moment funktioniert‘s.«
Christian Knospe, Vater

Westfalenbus hatte am 22. Januar, also gut zwei Wochen nach dem Fahrplanwechsel, einige Linien, Haltestellen und Abfahrtzeiten an die tatsächlichen Bedürfnisse angepasst. Vieles davon scheint nun zu funktionieren.

„Wir mussten seitdem nicht mehr selbst fahren“, sagt Manuel Schächtele, Familienvater aus Ostbüren, der Anfang Januar noch von „katastrophalen Zuständen“ und vielen Eltern-Taxis zu berichten wusste.

Jetzt lesen

Zur Sache

So lief der Tag der Zeugnisausgabe

  • Westfalenbus hatte nach Ansicht von Eltern sehr kurzfristig die bisherige Sonderfahrt nach der dritten Unterrichtsstunde am Zeugnisausgabetag gestrichen.
  • Ralf Kesper beobachtete, dass sich aus der Klasse seiner Tochter sehr viele Mitschüler deswegen von ihren Eltern hatten abholen lassen.
  • Die Busse, die zu den regulären Zeiten am Schulzentrum abfuhren, seien dagegen leer gewesen.
  • Die Situation mit den Elterntaxis vor der Schule habe er als chaotisch empfunden.
  • Monika Corbach, Leiterin der Overbergschule, bestätigt zwar, dass es sehr viel Verkehr ab 10.40 Uhr am Schulzentrum gegeben habe.
  • Wegen fehlender Parkplätze sei diese Situation aber nicht außergewöhnlich, sondern komme regelmäßig etwa auch an Einschulungstagen vor.

„Im Moment funktioniert‘s“, bestätigt Christian Knospe, zumindest seit dem vergangenen Freitag hätten auch in Frömern die Busse morgens frühzeitig die Haltestellen angesteuert.

Auch aus Dellwig kommen positive Nachrichten. „Die Kinder kommen rechtzeitig an der Schule an und haben sogar noch ein paar Minuten zum Spielen, bis es rein geht“, sagt Annika Johann. Die Busse aus dem Fröndenberger Westen waren zuvor – auch wegen der Bahnübergänge – regelmäßig zu spät an den Schulen angekommen.

Regionalbus R70 nach Unna erntet Lob und erneut Kritik

Unterschiedliche Erfahrungen machen dagegen weiterhin Eltern mit dem Regionalbus R70 nach Unna. Hanna und Jana Grothe sowie Frank Schott sind mittlerweile zufrieden, weil ab der Hohenheide wieder zwei Busse mit rund zehnminütigem Abstand zu den Gymnasien fahren.

Der erste Bus fülle sich in Richtung Unna zwar schnell. „Es ist aber kein Vergleich zur vorherigen Situation“, sagen die Hohenheider. Weil kurzzeitig nur noch ein Bus gefahren war, hatten viele Schüler sogar im Türbereich des Busses stehen müssen.

Dagegen hadert eine Mutter aus Ostbüren, die namentlich nicht genannt werden möchte, mit der Rückfahrt vom Ernst-Barlach-Gymnasium. Denn von dort fahre neuerdings nur noch ein Bus nach der sechsten Unterrichtsstunde. Ihr Sohn habe ohne seine Mitschüler „keine Chance“, zu anderen Zeiten allein nach Hause zu kommen. Bisher sei der Bus regelmäßig nach allen Schulstunden gefahren.

Das Angebot sei verkleinert worden, man zahle aber nach wie vor viel Geld für das Flash-Ticket.

»Der Bus von Stentrop zur Gesamtschule kommt immer noch später als geplant und ist sehr voll.«
Eckhard Gransow, Vater

Auch Eckhard Gransow übt weiter Kritik an der Schülerbeförderung. „Der Bus von Stentrop zur Gesamtschule kommt immer noch später als geplant und ist sehr voll“, hat Gransow festgestellt.

Eltern wollen Westfalenbus melden, was noch nicht rund läuft

Komplizierter als früher, aber machbar – so schätzt Monika Corbach die aktuelle Situation an der Overbergschule ein. Westfalenbus habe auf Bitten der Grundschule die Routen verbessert, auch Haltestellen optimiert, lobt die Schulleiterin.

Während sich aber bisher die Kinder nur merken mussten, ob sie in den ersten, zweiten oder dritten Bus einsteigen mussten, sei es beim Einstieg am Schulzentrum nun unübersichtlicher. Noch müssten die Lehrer an der Haltestelle helfen. Insgesamt entspannter ist es jetzt auch an der Gemeischaftsgrundschule.

Jetzt lesen

Auch Eltern der Overbergschule helfen – und führen Protokoll. Auf einem Elternabend am 21. Januar habe man beschlossen, Westfalenbus eine Rückmeldung geben zu wollen. Das Unternehmen müsse aber sehr exakt wissen, um welche Linie, welche Haltestelle und um wie viel Minuten Verspätung es sich handelt, um gegebenenfalls nochmals nachzubessern.

»Die Busse müssen pünktlich kommen und immer dieselben Routen fahren.«
Monika Corbach, Schulleiterin

Daher stehen die Eltern nun auch in der kommenden Woche sowohl in den Ortsteilen als auch am Schulzentrum und führen Buch über die Pünktlichkeit der Busse.

Auch Stefan Betzinger war vor Ort und hat sich stichprobenartig nach der Sicherheit in den Bussen erkundigt. Der Leiter der ÖPNV-Abteilung im Rathaus hat dabei keine Mängel festgestellt.

Für Monika Corbach steht fest: An neue Buslinien und andere Abfahrtzeiten könnten sich die Grundschulkinder nach kurzem Einüben gewöhnen. Das A und O sei aber bei der Schülerbeförderung die Verlässlichkeit. „Die Busse müssen pünktlich kommen und immer dieselben Routen fahren“, so Monika Corbach.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Kostüm-Wahn
Karneval in der Schützenhalle Warmen: So haben die Fröndenberger früher gefeiert
Hellweger Anzeiger Kommentar
Verbot aus Verzweiflung – warum Menschen immer häufiger nach radikalen Regeln rufen
Hellweger Anzeiger Umwelt und Klima
Umstrittene Steingärten: Fröndenberger wünscht sich Verbot, Stadt setzt auf Aufklärung
Hellweger Anzeiger Straßenbeleuchtung
Laternen an Überwegen zu dunkel: Ist die klimaschonende LED-Technik schuld?
Hellweger Anzeiger Innenstadt
„Moden Meier“ wird Mitglied im Werbering: Großer Schritt für Inhaberin Claudia Meier
Meistgelesen