Nach Ausfällen der RB 54: Bahn bestätigt Personalmangel im Sauerlandnetz

dzBahnchaos

Fahrgäste der Regionalbahn von Menden über Fröndenberg nach Unna brauchen seit einiger Zeit Geduld. Personalmangel und fehlerhafte Züge führen zu Ausfällen und Verspätungen.

Fröndenberg

, 17.09.2019, 16:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht zum ersten Mal beklagten Fröndenberger wie Uwe Richter in den vergangenen Wochen Ausfälle auf der Strecke der RB 54. Der Bahnfahrer macht Personalprobleme dafür verantwortlich und bedauert, dass DB Regio im Sauerland-Netz fährt. Nicht zuletzt, weil die neuen Züge des Typs Link vom polnischen Hersteller PESA, die die Bahn auf dieser Strecke einsetzt, höchst unzuverlässig seien.

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Dass es in der Ferienzeit und in den vergangenen Wochen vor allem im Sauerlandnetz zu Zugausfällen aufgrund personeller Engpässe gekommen sei, bestätigt Dirk Pohlmann, Sprecher der Bahn, auf Anfrage. In Summe seien bis zu 20 Prozent der Züge ausgefallen.

Unzufrieden mit Zügen des Typs Link

Ebenso sei das Unternehmen höchst unzufrieden mit den PESA-Zügen, deren Kinderkrankheiten noch lange nicht ausgemerzt seien. Auch im weiteren Verlauf der Woche könnte es zu Ausfällen kommen, prognostiziert der Bahnsprecher.

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Die Stellungnahme der Bahn überrascht. Gab ein Sprecher doch noch im März dieses Jahres Auskunft, dass 99,5 Prozent der Züge auf der Strecke der RB 54 pünktlich seien.

An allen Problemen werde gearbeitet. Dass sie von heute auf morgen aus der Welt geschafft werden, kann Dirk Pohlmann nicht versprechen. Zum Personalengpass haben verschiedene Faktoren in Kombination geführt. Zum einen gebe es bei den Zugführern grundsätzlich Fachkräftemangel, zum anderen im Sauerlandnetz einen relativ hohen Krankenstand. Außerdem kam die Ferienzeit hinzu, in der viele Zugführer planmäßig Urlaub hatten und nicht kurzfristig einspringen konnten.

Lokführer sind speziell für die PESA-Züge ausgebildet

Zudem mussten anstelle der fehlerhaften PESA-Züge ältere Fahrzeuge eingesetzt werden, für die nicht alle Zugführer entsprechend ausgebildet sind. Einen Zugführer entsprechend kurzfristig umzuschulen dauere sechs Tage, sodass spontane Vertretungen oft nicht möglich waren.

„Wir sind sehr unzufrieden mit der Situation“, sagt der Bahnsprecher. Von den Zügen des Typs PESA-Link müssen viele vorübergehend durch Altfahrzeuge ersetzt werden und werden vom Hersteller derzeit überarbeitet. Die Bahn stehe im Austausch mit dem Hersteller, wolle alle bestellten Züge auch nutzen. Dass die Bahn bei PESA nichts mehr bestelle, wie verschiedene Medien berichteten, sei falsch.

Dennoch: Derzeit kann etwa ein Drittel der Züge nicht genutzt werden, ärgert sich der Bahn-Sprecher. „Das ist kein Zustand.“

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