Mutmaßlicher Drogenkäufer (42) aus Fröndenberg: Quarantäne als Alibi?

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Ein Tütchen Drogen wechselt den Besitzer (Symbolbild). Hat ein Fröndenberger einen jungen Mann losgeschickt, um für ihn Marihuana zu besorgen? © picture alliance / Ingo Wagner/dpa
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Anfang 2022 sollte ein 42-jähriger Fröndenberger einen jungen Bekannten um Botengänge der besonderen Art gebeten haben: Er habe ihn mit der Abholung von Drogen beauftragt, so die Staatsanwaltschaft. Nun wurde der Prozess um den Kurierdienst vor Gericht in Unna fortgesetzt.

Rückblende: Innerhalb von drei Tagen im Zeitraum von Ende Januar bis Anfang Februar sollte der Mann aus Fröndenberg den 20-Jährigen zwei Mal losgeschickt haben, um für ihn insgesamt 20 Gramm Marihuana zu erwerben und sie ihm zu liefern. Fakt ist, dass der junge Mann der Polizei nach dem zweiten Besuch bei dem Dealer in die Arme lief und das Cannabis bei ihm entdeckt wurde. Daraufhin gab er an, im Auftrag des 42-Jährigen gehandelt zu haben. Ende August begann dessen Verfahren und er wusch seine Hände in Unschuld. Er beteuerte, den Jüngeren nie um derartiges gebeten zu haben. Und damals habe er sich im Übrigen in Quarantäne befunden.

Bei der Fortsetzung wurde jetzt der 20-Jährige gehört. Er blieb dabei, im Auftrag des Fröndenbergers gehandelt zu haben, beklagte ansonsten Gedächtnislücken. Seine Aussage reichte weder der Anklägerin noch dem Richter. Der Fall endete mit einem Freispruch für den Fröndenberger, der auch zuvor nie aufgefallen war. Es galt der Grundsatz: im Zweifel für den Angeklagten.