Musikalisches Wechselbad der Gefühle mit Cello und Klavier

dzKonzert im Stiftssaal

Edoardo Bruni und Giuseppe Barutti bringen mit Meisterwerken der Romantik emotionsgeladen Musik in den Stiftssaal. Die Musiker machen im Rahmen des Cello-Herbst Station in Fröndenberg.

von Rainer Ehmanns

Fröndenberg

, 18.11.2018, 13:33 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mit Edoardo Bruni, sitzt nicht jeden Tag ein Pianist, zugleich Komponist, Philosoph und promovierter Musikwissenschaftler am Flügel des Stiftssaals. Und wenn er Giuseppe Barutti als Cellisten mitbringt, darf man zu Recht Sensibilität und Leidenschaft im Celloherbst-Konzert erwarten.

Schmerzerfüllter Gesang und tiefe Melancholie

Dem entsprechen beide mit „Kol Nidrei“, dessen Hauptthema Max Bruch 1880 aus dem Gebet am Vorabend des jüdischen Versöhnungsfestes entlehnte. Bruni und Barutti formen das klagende Thema zu einem schmerzerfüllten Gesang, den Barutti mit großer Intensität anstimmt. Dem tröstenden zweiten Thema folgt wie ein Echo die Rückkehr zum ersten, das leise in hoher Lage verklingt.

Brahms‘ Sonate e-Moll, op. 38 ist tiefe Melancholie, die im ersten Satz nach zartem Beginn aus tiefen Cello-Lagen in die Höhe steigt und in wehmütiger Schönheit aufblüht. Dramatischen Momenten in kraftvollen Akkorden wie im satten sonoren Cello-Klang stellt das Duo ein ebenfalls elegisches Menuett wie eine Erinnerung an alte Zeiten gegenüber. Das Finale mit dem Fugenthema bordet geradezu über von Klangfülle. Kraftvoll, trotzig und resolut bringen Barutti und Bruni diesen Satz zu einem monumentalen Schluss.

„Elégie“ von Gabriel Fauré

Da wird auch die bekannte „Elégie“ von Gabriel Fauré zu einem laut ausgesungenen Schmerz, den Barutti durch die ungeheure Intensität seines Cello-Klangs zur dramatischen Eruption bringt, die am Ende in Resignation versinkt.

Bruni komponierte seine „Romantische Sonate für Violoncello und Klavier“ mit 20 Jahren. Zur Komposition erläutert er, ein zeitgenössischer Komponist müsse nicht immer Neues erfinden, er könne auch auf dem Bestehenden aufbauen. Dementsprechend ist die Affinität zu den romantischen Komponisten wie etwa Brahms oder Schumann hörbar. Sie wird in den drei Sätzen Allegro agitato, Largo und Allegro assai mosso allerdings auch dramatisch übertrieben, sodass am Ende der Zuhörer von der opulenten Flut der virtuosen Figuren und schmelzenden Kantilenen regelrecht überrollt wird. Da kann nur ein inniges Largo von Chopin als Zugabe die aufgewühlten Wogen wieder glätten.

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