Mundraub in Fröndenberg: Am Prozessionsweg gibt‘s Äpfel und Birnen in Massen

dzNachhaltigkeit

Warum alles im Supermarkt kaufen, wenn Obst vom Wegesrand in der Region genascht werden kann. In Bausenhagen lässt sich die gratis Ernte mit einem tollen Spaziergang kombinieren.

Fröndenberg

, 15.07.2020, 13:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Warum nicht direkt das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und beim nächsten Spaziergang durch die schönen Fröndenberger Felder auch gleich die Hauptzutat für den Apfelkuchen mitbringen? In der Ruhrstadt gibt es dazu an mehreren Stellen Gelegenheit. Ein Selbstbedienungsladen ohne Preise für Obst vom Wegesrand ist der Prozessionsweg in Bausenhagen.

Jetzt lesen

Seit 2009 gibt es die Initiative Mundraub, die darauf hinweist, dass „Deutschland eine für jedermann weitgehend zugängliche essbare Landschaft ist“. Wer sich an vier Grundregeln halte, dürfe sich Obst vom Wegesrand schmecken lassen. So sollten beim Ernten von zugänglichen Obstbäumen und Beerensträuchern die Eigentumsrechte beachtet werden. Die Natur sei behutsam zu behandeln. Die Früchte der Entdeckung sollten geteilt werden. Und es schade nicht, sich an der Pflege von Obstbäumen zu beteiligen.

Nachdem die Kirschen am Prozessionsweg schon überreif sind, können die Äpfel und Birnen bald geerntet werden.

Nachdem die Kirschen am Prozessionsweg schon überreif sind, können die Äpfel und Birnen bald geerntet werden. © Hornung

Wer sich verantwortungsbewusst verhält, könne guten Gewissens naschen, so die Mundraub-Philosphie. Unter www.mundraub.org gibt es die Möglichkeit, für jeden Ort in Deutschland eine Karte abzurufen, die öffentlich zugängliche Obstbäume anzeigt. Für Fröndenberg sind nur wenige Standorte aufgeführt. Das liegt vermutlich auch daran, dass sich kaum Fröndenbeger an der Idee, die Standorte von Streuobstwiesen und Co. im Internet zu teilen, beteiligt haben.

Reichlich Obst an den bekannten Stellen

Dafür gibt es an den bekannten Stellen reichlich Obst. So ist etwa der Prozessionsweg in Bausenhagen vom Friedhof bis An der Kuckelburg einseitig durchgängig mit Obstbäumen bepflanzt. Weitere Bäume stehen an Grünenbaum und Windgatt.

Am Prozessionsweg steht ein Obstbaum neben dem anderen.

Am Prozessionsweg steht ein Obstbaum neben dem anderen. © Hornung

In diesen Bausenhagener Sträßchen gibt‘s hauptsächlich Äpfel, Birnen und Kirschen. Während die meisten Äpfel und Birnen noch ein paar sonnige Tage vertragen können, ist es für einen Großteil der Kirschen bereits zu spät. Wer plant, Obst vom Wegesrand zu ernten, macht idealerweise einen Spaziergang. Parkende Autos an den ohnehin schmalen Straßen, würden den Verkehr behindern.

Jetzt lesen

Zwar sehen die Äpfel nicht so klasse aus, wie aus dem Supermarkt, laut Nabu ist das Obst von Streuobstwiesen aber unbedenklich und zum Verzehr gedacht. Es sollte wie jedes andere Obst gewaschen, zusätzlich eventuell aber auch geschält werden.

Auch in Fröndenberg kann Streuobst vom Wegesrand geerntet werden. Ein Hotspot ist Bausenhagen.

Auch in Fröndenberg kann Streuobst vom Wegesrand geerntet werden. Ein Hotspot ist Bausenhagen. © Hornung

Noch mehr Mundraub-Standorte gibt‘s in den Nachbarstädten

Noch mehr Apfelbäume, von denen dieses Jahr allerdings nicht alle Früchte tragen, stehen am Schwarzen Weg in der Nähe des Golfclubs. Weitere nahegelegene Standorte für frisches Obst befinden sich in den Nachbarstädten und -gemeinden Unna, Menden, Iserlohn und Holzwickede.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Einkommen- und Umsatzsteuer
Überweisung von Olaf Scholz: Düstere Prognose eines Steuereinbruchs bestätigt sich
Hellweger Anzeiger Neuer Todesfall
Coronavirus: Altenheim-Bewohnerin in Werne gestorben – 26 Neuinfektionen im Kreis Unna
Hellweger Anzeiger Kommunalwahl 2020
Fröndenberger Ratskandidaten: 70 Prozent Männer – und die Hälfte im Rentenalter