Morde, Jugendsünden, Zwangsadoptionen – in Wort und Bild

dzHeimatkalender des Bürgerbades

Jahr für Jahr gibt’s bei „Bilder und Geschichten aus dem Westen“ Spannendes zu entdecken: Der Heimatkalender 2019 des Fördervereins Bürgerbad Dellwig übertrifft diesmal seine Vorgänger noch.

Dellwig

, 06.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Für Hans Peter Reeske, der sich auch an der achten Auflage redaktionell verdient gemacht hat, ist es trotz seiner langjährigen Verwurzelung in Strickherdicke immer wieder famos, was die Suche nach historischen Fotografien und den Geschichten dahinter hervorbringt. „Man erfährt fürchterlich viel“, sagt Reeske. Und manches, was bei den Recherchen in den Dörfern im Fröndenbeger Westen erzählt wird, dürfe man gar nicht schreiben. „Da kommt manche Jugendsünde zum Vorschein.“ Gott sei Dank dürfen die meisten historischen Begebenheiten und Anekdoten im Bildkalender erzählt werden. Zum Beispiel jene der „Zwangsadoptionen“, wie sie einst bei den Familien großer Höfe üblich waren. Denn nicht immer gab es Nachwuchs, der die Landwirtschaft weiterführen konnte. „Alt eingesessene Bauersfamilien haben versucht, ihren Hof und vor allem auch ihren Namen weiterzugeben“, weiß Reeskes Tochter Dr. Annette-Reeske-Manthey. Kurzerhand sei dann oftmals eine entferntere Verwandte adoptiert und auf dem Bauernhof ausgebildet worden. Für die Betroffenen kein Zuckerschlecken. „In der Woche ging es dann in Ostbüren zur Schule, am Wochenende in Strickherdicke auf den Hof“, weiß die Strickherdicker Ortsheimatpflegerin. In Wort und Bild kann man diese Geschichte in dem Kalender ebenso entdecken wie den „Tag des Baumes“ in Langschede, den Klaus Böning „ausgegraben“ hat. Schwarz-weiß-Aufnahmen vom 25. April 1956 zeigen Schüler in Zweierreihen marschierend, im Arm einen Setzling ... Es galt, im Westen Kahlschlag wieder aufzuforsten.

Verkaufsstellen

Erlös für den Förderverein des Bürgerbades

Der Kalender des Fördervereins Bürgerbad Dellwig wird an folgenden Stellen verkauft: Buntes Sofa und bei Peter Weidemann in Ardey, Heidehof Kötter, Hubertus-Apotheke Langschede, Bäckerei Schmidt Dellwig, Susanne Jacob in Altendorf, Hans Peter Reeske in Strickherdicke. Der Kalender kostet 10 Euro. Von jedem verkauften Kalender fließen sechs Euro Erlös an den Förderverein des Bürgerbades Dellwig.

Böning ist Ortsheimatpfleger von Ardey und hat auch seinem Sprengel Geschichten beigesteuert. „Klaus Böning war Feuer und Flamme“, freut sich Reeske. Denn mit Ardey sind im Kalender 2019 wieder sämtliche Ortsteile im Westen mit eigenen Histörchen vertreten. Das Besondere an dem Kalender ist, dass viele Fotos von Privatpersonen zuvor noch nie veröffentlicht worden sind. Einen makraben Hintergrund hat das Foto des massiven Tillmann-Hofes, in dem 1802 ein sehr spektakulärer Mord geschah, der zur letzten Hinrichtung in Uelzen führte – „Mord am Hellweg“ betiteln die Autoren diese Geschichte des Monats September etwas süffisant.

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