Mit der entsprechenden Technik machte der Fröndenberger Hobbyastronom Markus Paul die partielle Sonnenfinsternis am Donnerstag nicht nur hörbar, sondern auch messbar. © Udo Hennes
Himmelsereignis im Kreis Unna

Mit Video: Fröndenberger macht Sonnenfinsternis messbar

Wohl gänzlich unbemerkt von vielen Menschen hat sich der Mond über Unna am Donnerstagmittag ein Stück vor die Sonne geschoben. Zu sehen war das nur mit Schutzbrille oder Spezialausrüstung.

Ganz schön ins Schwitzen kamen die meisten Menschen im Kreis Unna am Donnerstagmittag. Dass die Sonne trotz teils wolkenlosem Himmel gar nicht in voller Stärke brannte, haben wohl nur die wenigsten mitbekommen. Denn zwischen 11.24 und 13.31 Uhr schob sich der Mond für rund zwei Stunden zwischen Sonne und Erde. Allerdings strahlte die Sonne so hell, dass die 14,6 Prozent Verdeckung gar nicht auffielen.

Markus Paul und Mareike Born, die auf einem Hof am Kessebürener Weg in Fröndenberg wohnen, haben sich sicherheitshalber mit Sonnencreme eingeschmiert. Denn sie sollten bei bestem Sonnenbeobachtungswetter mehrere Stunden im Freien verbringen, um die partielle Sonnenfinsternis nicht nur zu beobachten, sondern auch messbar zu machen.

Besondere Einblicke mit Teleskop

Im Prinzip konnte jeder, der eine Brille zum Beobachten der Sonne besaß, prima sehen, wie ein Teil der Sonne hinter dem Mond verschwand. Die kleinen Pappbrillen sind wohl die günstigste Variante, einen Blick auf die Sonne zu werfen. Der Fröndenberger Hobby-Astronom hat die kostspieligere Variante gewählt. Ein rund 900 Euro teures H-alpha-Teleskop.

Schon ein „klorollengroßes“ H-alpha-Teleskop kostet mehrere Hundert Euro. © Udo Hennes © Udo Hennes

„Derartige Teleskope sind speziell zur Bobachtung der Sonne entwickelt worden“, erklärt er. Für den Laien einfach ausgedrückt, sieht man durch sie so gut wie nichts außer Wasserstoff und Helium, woraus die Sonne zu großen Teilen besteht. Mit einem Radioteleskop hat Markus Paul die Sonnenfinsternis zusätzlich auch hörbar beziehungsweise messbar gemacht.

Stundenlange Vorbereitungen – die sich am Ende lohnen

Am Vortag stundenlang Teile zusammensuchen, am frühen Morgen mit dem Aufbau beginnen. Für seine kleine Sonnenbeobachtungsstation hatte der Fröndenberger keine Mühen gescheut. Denn wie andere einfach nur nach oben gucken, wäre für den Hobby-Astronom, der sich regelmäßig kreativ mit Himmelskörpern beschäftigt, zu langweilig.

Im Vergleich zu seinen fußballfeldgroßen Verwandten ist das Radioteleskop von Markus Paul ein Winzling, aber es reicht, um das Grundrauschen der Sonne messbar zu machen – das am Donnerstag durch den Mond gestört wurde. © Udo Hennes © Udo Hennes

Neben dem H-alpha-Teleskop, mit dem auch Sonnenausbrüche sichtbar sind, hat er ein Radioteleskop aufgebaut, das Sonnenausbrüche auch hörbar macht. „Schüsseln sind immer Radioteleskope“, erklärt er. „Rohre für die Augen, Schüsseln zum Hören“, lautet seine Eselsbrücke.

Um leisere Geräusche aus dem All zu empfangen, brauche es Radioteleskope groß wie Fußballfelder. Der Sound der Sonne ,„ein Rauschen“, kommt aber auch durch die Miniaturausgabe von Markus Paul auf der Erde an. Wird dort von Herz umgewandelt in Millivolt – und vom Computer aufgezeichnet.

So sah die partielle Sonnenfinsternis im Kreis Unna am 10. Juni durch ein H-alpha-Teleskop aus.
So sah die partielle Sonnenfinsternis im Kreis Unna am 10. Juni durch ein H-alpha-Teleskop aus. © Hornung © Hornung

Und wenn sich der Mond ein Stück vor die Sonne schiebt, dann müsste das ja auch hör- und messbar sein. Ergebnis: Ja. das zeigen nicht nur die Einzelmesswerte, die der gelernte Physiotherapeut immer wieder akribisch in seinen Block notiert, sondern auch die Grafik, die am Ende dabei rausspringt. Für ihn ist die Messung der Sonnenfinsternis auch ein Test des Equipments – und eine nette Spielerei.

Wer gute Ausrüstung hatte, konnte die partielle Sonnenfinsternis am Mittag auch gut fotografieren.
Wer gute Ausrüstung hatte, konnte die partielle Sonnenfinsternis am Mittag auch gut fotografieren. © Neumann © Neumann

Freundin Mareike Born versteht nicht alles, was ihr Freund so macht, bis ins letzte Detail. Aber sie fiebert immer wieder mit. Es sei ein schönes Hobby und entspannend, sich mit dem Himmel zu beschäftigen. Vor allem, an einem so tollen sonnigen Tag und bei einem Ereignis wie einer Sonnenfinsternis.

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg
Jahrgang 1988, aufgewachsen in Dortmund-Sölde an der Grenze zum Kreis Unna. Hat schon in der Grundschule am liebsten geschrieben, später in Heidelberg und Bochum studiert. Ist gerne beim Sport und in der Natur.
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Dagmar Hornung
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