55 Millionen Euro Investitionen: Fröndenberger Politik fürchtet Lawine, die ins Tal rauscht

dzFinanzen

Fröndenberg hat klare Sicht auf die Investitionen der nächsten zehn Jahre: 55 Millionen Euro. So dankbar die Politik für den Überblick der Kämmerei ist, so sehr fürchtet sie einen wirtschaftlichen Abschwung.

Fröndenberg

, 12.09.2019, 16:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Finanzfachleute im Rathaus um Peter Holterhöfer haben die Investitionsliste bis ins Kleinste ausgearbeitet: In den kommenden zehn Jahren wird die Stadt rund 55,4 Millionen Euro vor allem in die Infrastruktur investieren.

Die SPD hatte sich diese Liste gewünscht, um angesichts der zahlreichen Baustellen den Überblick über die Finanzen zu behalten: Feuerwehr, Schulen, die Stadtentwicklung mit Umbau von Markt, Bruayplatz und Winschotener Straße oder das Gewerbegebiet Schürenfeld sind einige der großen Posten, die bis 2029 neben den staatlichen Zuschüssen immerhin noch fast 34 Millionen Euro an eigenen Investitionen der Stadt erfordern.

»Darin liegt sehr viel Hoffnungslauf, denn wir können nicht alle Risiken vorhersehen und ausschließen – aber was wäre die Alternative?«
Gerd Greczka, CDU-Fraktionschef

Im Finanzausschuss machten die Fraktionen deutlich, wie nahe Chancen und Risiken beieinander liegen. „Darin liegt sehr viel Hoffnungslauf, denn wir können nicht alle Risiken vorhersehen und ausschließen – aber was wäre die Alternative?“, meinte etwa CDU-Fraktionschef Gerd Greczka. Die Sanierung der Schulen oder der Neubau der Feuerwehrhäuser seien schließlich Pflichtaufgaben der Stadt.

Die Stadt kann also bei diesen Ausgaben, anders als bei freiwilligen Aufgaben wie für Kultur und Sport, grundsätzlich nichts kürzen oder einsparen.

Auf diese „nicht diskutablen Projekte“ spielte auch Martin Schoppmann von den Grünen an. Bekomme die Konjunktur eine Delle, nehme die Stadt also auch künftig weniger Gewerbesteuern ein, „dann müssen wir gegensteuern – das wird dann nicht so einfach“, sagte der Vorsitzende des Finanzausschusses.

Kämmerer Heinz-Günter Freck erläuterte, dass die Verwaltung etwa bei der notwendigen Modernisierung der Feuerwehr mit den derzeit realistischen Zahlen arbeite. Wie belastbar die seien, zeige sich allerdings auch häufig erst beim Fortschritt der Projekte.

Die Kosten notwendiger Sanierungen etwa für Kunstrasenplätze, Stiftsgebäude oder auch das Rathaus finden sich in der Investitionsliste gar nicht wieder. In den nächsten Jahren stehen diese Ausgaben noch zusätzlich an.

Zumindest sieht man nun klarer. Lob gab es dafür sogar von der CDU für die SPD, die die Investitionsliste beantragt hatte. „Können wir das wirklich schaffen“, so deren Fraktionschefin Sabina Müller, sei die Intention ihrer Fraktion dabei gewesen.

Möglicherweise müsse man es schaffen, eine Lawine von Kosten aufzuhalten, meinte Martin Schoppmann. Vor allem ohne dabei die Bürger noch einmal heranziehen zu müssen. „Denn sonst rauscht sie irgendwann ins Tal.“

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