Metzger und Motorsägen: Das Halloween-Grauen erfasst Dellwig

dzHorror in Fröndenberg

Wem es dabei nicht einen kalten Schauer über den Rücken jagt, der musste Nerven aus Stahl haben: Dellwig entpuppte sich am Halloweenabend als der Horror-Hotspot Fröndenbergs.

von Peter Benedickt

Dellwig

, 01.11.2019, 17:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schaurige Schreie gellen durch die Luft, geheimnisvoller Nebel wallt, in der Ferne ein verrücktes Lachen, dem Besucher zieht sich das Herz zusammen.

Im Garten der Familie Detlef Fischer ist das perfekte Szenario des Grauens aufgebaut, schon am Eingang sorgt flackerndes Licht für ein flaues Gefühl im Magen.

„Es ist speziell, wenn plötzlich, es ist stockduster, eine eiskalte Hand am Gesicht vorbei streicht und Ketten rasseln.“
Holger Menke, Gast aus Frömern

Familie Menke aus Frömern, Holger, Diane und Tochter Lea, folgen zögernd dem Hausherrn, der selbst als Frankenstein-Klon ein schauriges Bild abgibt. Erst die Frage: „Habt ihr starke Nerven?“ Nach zustimmendem Nicken geht es zur Einstimmung hin zu den Gräbern. Knochen ragen aus der feuchten Erde, plötzlich wallt Nebel auf, ein irres Kichern ertönt.

Metzger und Motorsägen: Und dann wird es richtig heftig

„Das war der gemütliche Teil“, steigert der Organisator, der alles privat finanziert, die Spannung. Denn nun wartet die „Geisterbahn“. „Es ist speziell, wenn plötzlich, es ist stockduster, eine eiskalte Hand am Gesicht vorbei streicht und Ketten rasseln“, pustet sogar der Vater durch.

Metzger und Motorsägen: Das Halloween-Grauen erfasst Dellwig

Die Speisekarte war auf der Halloween-Party in Dellwig recht einfach gehalten. © Benedickt

Dann wird es aber erst richtig heftig. Der Metzger schnippelt an irgendetwas rum, eine Motorsäge heult auf und wie wäre es mit Blutsuppe oder einem fetten Fingerknöchelchen als Snack?

Die ganze Fischer-Familie ist im Einsatz, inklusive dem Freund der Tochter. Aber das schrecklichste Monster muss mal, doch plötzlich: „Alle auf Station, neue Besucher kommen.“ Die Spenden, alles war kostenlos, gehen an die Tierhilfe.

Metzger und Motorsägen: Das Halloween-Grauen erfasst Dellwig

Halloween 2019: Nur eine der vielen Begegnungen im Freibad-Labyrinth des Grauens in Dellwig. © Benedickt

Geht es noch schlimmer? Es geht: im Freibad Dellwig

Nur ein paar hundert Meter weiter steigert sich dann noch mal die gespenstige Sache. Im Freibad ist, natürlich, alles eine Nummer größer. Schon bevor es furchtbar, schauderhaft, entsetzlich wird, kommen die Minuten, die unendlich langsam verrinnen, die zum Nachdenken anregen, die den Blick ins Innere lenken. Quatsch, es heißt warten, denn in das Gruselkabinett dürfen die Besucher nur in kleinen Gruppen.

Metzger und Motorsägen: Das Halloween-Grauen erfasst Dellwig

Direkt vom Schloss Dracula eingeflogen: Auch die Gäste der Halloween-Party in Dellwig zeigten sich in anspruchsvollem Outfit. © Benedickt

Bereits vor dem Eingang springt der Gnom mit der Motorsäge aus dem Gebüsch, eine Dachlatte fällt vom Himmel, und da, da schlurft ein krummer Mensch übers Pflaster, seine Schaufel schlägt Funken.

Dirk Weise beschreibt den Aufwand: „Der Schrecken ist engmaschig gespannt, 28 Leute haben das Diplom zum Furchteinflößen, dazu die beiden Scheusale vor der Tür.“

„Der Schrecken ist engmaschig gespannt, 28 Leute haben das Diplom zum Furchteinflößen, dazu die beiden Scheusale vor der Tür.“
Dirk Weise, Freibad Dellwig

Furchteinflößend ist im Übrigen das richtige Wort, im Labyrinth steigert sich das Grauen von Meter zu Meter, bei einer Länge von 115 Metern kommt da eine Menge Gänsehaut zusammen.

Das Grauen wird ein halbes Jahr geplant

„Es soll ja funktionieren“, schmunzelt Dirk Weise, soweit dies unter seiner erschreckenden Maske möglich ist. „Schließlich haben wir eineinhalb Wochen aufgebaut.“ Insgesamt ein halbes Jahr dauerte die Planung, jeder der Beteiligten, darunter der Spielmannszug Dellwig, konnte Ideen einbringen: „Wir wollen stetig Neues bieten.“

Metzger und Motorsägen: Das Halloween-Grauen erfasst Dellwig

„Bei uns gibt es so was nicht, leider“, ärgerte sich die Gruppe aus Westick, die zur Halloween-Party nach Dellwig gekommen war. © Benedickt

Für Menschen mit schwachen Nerven ist der Gang sicher extrem, erst schreckliche Gestalten, dann dunkel, dann ein Henker. Eine Kloschüssel mitten im Weg irritiert und lässt den Ausgang verfehlen, über glühende Kohlen geht es weiter. Die Augen irren angsterfüllt von links nach rechts, puuh, alles frei. Doch, da, urplötzlich, am Bein, ein grauenhafter Griff von unten und ein Stöhnen.

Dann wird es dämmrig, geschafft, jetzt wird gefeiert. Dirk Weise hat bereits eine frohe Botschaft: „Nächstes Jahr werden wir wieder einladen.“ Er weiß schon den Termin. Überraschung: Es ist der 31. Oktober 2020.

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