Nach Messerattacke in Fröndenberg: Beschuldigter auf freiem Fuß, Opfer außer Lebensgefahr

dzWende nach Messerattacke

Erst ging die Polizei von einer versuchten Tötung aus, dann zeichnete sich ab, dass die Messerstiche am Freitagabend auch Notwehr sein könnten. Bei dem Messer soll es sich um ein Küchenmesser gehandelt haben.

Fröndenberg

, 21.10.2019, 12:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zu einem Streit, in dessen Folge ein 25-jähriger Mann aus Menden mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert wurde, kam es wie berichtet Freitagabend am Fröndenberger Ruhrufer.

Jetzt lesen

Zunächst ging die Kriminalpolizei von einem versuchten Tötungsdelikt, also Mord oder Totschlag, aus – die Kriminalpolizei hatte die Ermittlungen aufgenommen. Doch dann nahm der Fall bereits am Samstag eine Wendung, die aufgrund von Abspracheproblemen zwischen Polizei Dortmund und Staatsanwaltschaft Dortmund erst viel später ans Licht kommen sollte.

Die in Streit geratenen Männer kannten sich

Staatsanwalt Felix Giesenregen bemüht sich am Montag um Aufklärung und erklärt den Tathergang wie folgt: Bei den beiden Männern, die im Himmelmannpark zu später Stunde aneinander gerieten, handelt es sich um einen Fröndenberger (30) und einen Mendener (25). Die beiden kannten sich bereits und hatten im Vorfeld der Begegnung im Park einen Streit.

Der 30-Jährige, der in der Tatnacht das Messer gezückt haben soll, arbeitet in einem Fröndenberger Döner-Imbiss. Dort wollte ihn der Mendener aufsuchen und wegen der Streitigkeiten zur Rede stellen. Doch der Fröndenberger soll dem 25-Jährigen aus Menden signalisiert haben, dass er daran kein Interesse hat.

Im Himmelmannpark verfolgt gefühlt

Nach Feierabend machte sich der 30-Jährige auf den Heimweg. Im Himmelmannpark in Fröndenberg fühlte er sich plötzlich verfolgt und sei von hinten umgriffen worden, wie er der Polizei schilderte.

Der 30-Jährige sei stark in seiner Sehfähigkeit eingeschränkt, erklärt Staatsanwalt Felix Giesenregen. Zunächst habe er angeblich nicht bemerkt, wer in angreift. Um sich zu verteidigen soll er dann das Messer gezückt haben, das im Zuge der Rangelei auch zeitweise den Besitzer gewechselt haben soll. Während dieser körperlichen Auseinandersetzung habe der 30-jährige Fröndenberger dann irgendwann zugestochen.

Tatwaffe brachte der Beschuldigte zum Schleifen mit auf die Arbeit

Inzwischen hatte er erkannt, dass er es mit seinem eigenen Kumpel zu tun hatte. Daraufhin ließ der Fröndenberger den Verletzen aus Menden zurück, ging nach Hause und rief von dort aus den Rettungsdienst. Bei dem Messer, das er im Park mit sich führte, soll es sich um ein Messer aus dem Haushalt gehandelt haben, das er auf seiner Arbeit in der Dönerbude regelmäßig schleift.

Die Staatsanwaltschaft schenkte diesen Ausführungen Glauben und setzte den Fröndenberger bereits am Samstag wieder auf freien Fuß. Der verletzte Mendener ist inzwischen über den Berg. Er konnte seine Sicht der Dinge am Montag allerdings noch nicht schildern. Die Staatsanwaltschaft rechnet erst zum Ende der Woche mit neuen Erkenntnissen.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Haftbefehl erlassen

Doch ein Mordversuch: Neue Erkenntnisse bringen mutmaßlichen Messerstecher wieder in Haft

Hellweger Anzeiger Kiebitzwiese Fröndenberg

Vandalismus im Vogelschutzgebiet: Kreis und Ornithologen sind verärgert

Hellweger Anzeiger Naturschutzgebiet

Vandalismus an der Fröndenberger Kiebitzwiese: Infotafeln abgerissen, Gucklöcher zerstört

Meistgelesen