In der Mendener Innenstadt gibt es anders als in vielen anderen Städten keine Maskenpflicht mehr. Und das, obwohl die Inzidenz im Märkischen Kreis gerade besonders hoch ist. © dpa
Coronavirus

Menden: Trotz steigender Corona-Zahlen keine Maskenpflicht im öffentlichen Raum

Während die Bundesregierung am Mittwoch über Lockerungen diskutiert, kämpft der Märkische Kreis mit hohen Infektionszahlen. Die Inzidenz ist noch einmal leicht auf 127,5 gestiegen – doppelt so hoch wie der NRW-Durchschnittswert.

Mit Blick auf die Inzidenz im Märkischen Kreis und die Infektionszahlen in Menden fühle es sich komisch an, dass Bund und Länder am Mittwoch über Lockerungen beraten, sagt Mendens Stadtsprecher Johannes Ehrlich. Seit Tagen steigt die Inzidenz im Nachbarkreis, aktuell liegt sie bei 127,5. Der MK wechselt sich von Tag zu Tag mit der Stadt Solingen als trauriger NRW-Spitzenreiter bei den Neuinfektionen ab.

Das schreit nach einer Verschärfung der Corona-Regeln. Doch in diesem Punkt ist die Stadt Menden zögerlich. „Für viele fehlt die Grundlage“, sagt Johannes Ehrlich. Vorbeugende Schulschließungen oder die Schließung von Kindergärten, etwa ab einer bestimmten Inzidenz, könne die Stadt schlecht beschließen, wenn Kreis, Land oder Bund dafür keine Regeln festsetzen.

Sogar die Maskenpflicht in Bereichen des öffentlichen Raumes ist in Menden mit der letzten Allgemeinverfügung ausgelaufen – und gilt nicht mehr. Während in nahegelegenen Städten wie etwa Dortmund seit dem Wochenende sogar in Parks Maske getragen wird, können Mendener schon seit einigen Wochen auch in der Fußgängerzone ohne Mund-Nasen-Bedeckung herumspazieren.

Appell an Eltern von Kindergartenkindern

Dennoch schaue die Stadt mit Sorge auf die Entwicklung der Pandemie. So richtete die Verwaltung in der vergangenen Woche einen Appell an Mendener Eltern, ihre Kinder nur in die Kita zu schicken, wenn es wirklich nötig ist.

Auch beim Maske-Tragen und Abstand-Halten appelliert die Verwaltung an die Vernunft der Bürger: Eine Maske sollte überall dort getragen werden, wo viele Menschen sind. Bei gutem Wetter könnte sie an einem beliebten Ausflugsziel wie dem Hexenteich oder dem Freizeitzentrum Biebertal in Lendringsen sogar wichtiger sein, als in der Fußgängerzone mit geschlossenen Geschäften.

Aufklärung statt Verbot

Das Ordnungsamt werde künftig vermehrt kontrollieren, dabei aber weiterhin auf Aufklärung setzen und nur im Ausnahmefall Bußgelder verhängen, beschreibt der Stadtsprecher die Kontrollstrategie in der Hönnestadt.

Obwohl die Lage mit am Montag allein für die Stadt Menden mit gemeldeten 28 Neuinfektionen weiter angespannt ist, planen Stadt, Stadtmarketing und Kulturbüro weiter Veranstaltungen. Allerdings haben die Verantwortlichen dabei im Hinterkopf, dass die Termine entweder ausfallen könnten, oder spontan kreative Lösungen gefragt sind, etwa bei der digitalen Nacht der Bibliotheken am Freitag, 19. März.

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg
Jahrgang 1988, aufgewachsen in Dortmund-Sölde an der Grenze zum Kreis Unna. Hat schon in der Grundschule am liebsten geschrieben, später in Heidelberg und Bochum studiert. Ist gerne beim Sport und in der Natur.
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Dagmar Hornung
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