Mehrjährige Haftstrafe nach Rosenkrieg

dz23-Jähriger aus Fröndenberg

Mehrere Prozesstage benötigte das Gericht, um ein Urteil zu finden: Ein Fröndenberger soll wegen gewalttätiger Übergriffe auf seine Ex-Freundin in Haft. Sein Verteidiger reagierte sofort.

von Sylvia Mönnig

Fröndenberg

, 28.08.2018 / Lesedauer: 3 min

In dem Prozess um gewalttätige Übergriffe und sexuelle Nötigung hatte das Unnaer Amtsgericht am Dienstag keine Zweifel mehr an der Schuld eines Fröndenbergers (23). Folge: Er soll für mehrere Jahre ins Gefängnis gehen.

Bis zum buchstäblich bitteren Ende blieb der 23-Jährige dabei, seiner Ex-Freundin niemals Gewalt angetan zu haben und Opfer eines perfiden Rachefeldzugs zu sein (wir berichteten). Dem entsprechend beantragte sein Verteidiger am Dienstag auch einen Freispruch. Es lasse sich nicht zweifelsfrei feststellen, so die Überzeugung des Anwalts, was wirklich passiert sei.

Körperverletzung in acht Fällen und eine sexuelle Nötigung lautete der Vorwurf

Das sahen die Vertreterin der Staatsanwaltschaft und das Schöffengericht gänzlich anders. Die Richterin bezeichnete vielmehr die frühere Freundin und Hauptzeugin des Verfahrens als „vollumfänglich glaubwürdig“. Die junge Frau habe über die gesamte Zeit konstant geschildert, was im Jahr 2017 geschehen sei – Körperverletzung in acht Fällen und eine sexuelle Nötigung. „Sie hat nicht versucht, etwas aufzubauschen.“ Das Gericht könne ausschließen, dass sich die Geschädigte etwas ausgedacht habe, um dem Angeklagten zu schaden. Hinzu kämen Atteste, Fotos von Verletzungen, die auch Zeugen gesehen hätten. Zudem habe die junge Frau noch zurzeit der Beziehung Anzeige gegen den Fröndenberger erstattet, diese jedoch zurückgezogen. Darüber hinaus seien ihrem Umfeld Veränderungen in ihrem Wesen aufgefallen.

Vorstrafen und seelische Verletzungen wirken sich zuungunsten des Angeklagten aus

Die Vorstrafe und die sowohl körperlichen als auch seelischen Verletzungen wirkten sich letztlich zuungunsten des Fröndenbergers aus. Der Umstand, dass der Angeklagte im Tatzeitraum wegen der Misshandlung seiner vorherigen Freundin zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde und ein Teil der Übergriffe vor dem Prozess und der Rest im Anschluss erfolgte, sorgte dafür, dass das Amtsgericht zwei Strafen ausurteilte: zwei Jahre Haft unter Einbeziehung der alten Entscheidung und 15 Monate für die Taten nach der Verhandlung im April 2017, also insgesamt drei Jahre und drei Monate. Raum für Bewährung sah die Richterin nicht. Der Verteidiger kündigte sofort Berufung an.

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