Das sind die 34 Mitglieder des Fröndenberger Stadtrates in der Wahlperiode von 2020 bis 2025 – sie verteilen sich neuerdings auf mehr Fraktionen als ursprünglich geplant. © Montage/Marcus Land

Mehrheiten unübersichtlich: Im Fröndenberger Stadtrat sitzt jetzt auch die SWGF-Fraktion

Im Fröndenberger Stadtrat wird die Mehrheitsfindung noch schwieriger: Nach zwei Austritten aus der SPD-Fraktion hat sich unter Führung von Kurt Potthoff jetzt die SWGF-Fraktion gebildet.

Die Bildung einer neuen Fraktion im Rat der Stadt Fröndenberg hatte sich bereits abgezeichnet. Jetzt ist die neue Vereinigung auch formell bei der Verwaltung angemeldet worden. Ihr Name: SWGF.

»Natürlich ist man sich inhaltlich weiter nah.«

Kurt Potthoff, früher SPD- jetzt SWGF-Fraktion

Kurt Potthoff, der wie Jürgen Wiechert, vor einigen Tagen aus der SPD-Fraktion ausgetreten war, hat den Vorsitz der neuen Fraktion übernommen. Die beiden Sozialdemokraten, die ihr Parteibuch behalten haben, bilden eine Zweierfraktion; Jürgen Wiechert ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender.

Soziale Wählergemeinschaft Fröndenberg

SWGF steht für Soziale Wählergemeinschaft Fröndenberg. Mit diesem Namen wollen die beiden langjährigen SPD-Ratsleute ihre weiter bestehende inhaltliche Nähe zu den Sozialdemokraten auch nach außen demonstrieren, wie Kurt Potthoff am Mittwoch im Gespräch mit dieser Redaktion erklärte.

Wolfgang Voesch, Ratsherr für „Die Linke“ im Rat, schließe sich jedenfalls jetzt noch nicht der neuen Fraktion an, so Potthoff. Voesch hatte kürzlich deutlich gemacht, dass ihm wichtig sei, seine Partei in einer solchen Verbindung deutlich repräsentieren zu können.

Hier im Stiftsgebäude wird es definitiv zu eng. Der Fröndenberger Stadtrat wird im Februar voraussichtlich in der Aula der Gesamtschule tagen. © Udo Hennes © Udo Hennes

Die Besetzung der Fachausschüsse bleibt zunächst unverändert. Potthoff und Wiechert nehmen ihre Sitze, die sie bislang für die SPD in den Gremien belegt haben, mit in ihre neue Fraktion.

Beide sind unter anderem Mitglieder im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung, Potthoff zudem im Hauptausschuss und im Finanzausschuss, Wiechert im neuen Ausschuss für Sport und Generationen, in dem der frühere Sozialausschuss aufgegangen ist.

Ausschussvorsitze bleiben unverändert

„Es sei denn, eine Fraktion beantragt etwas anderes“, sagte Potthoff auf die Frage, ob diese Verteilung dauerhaft sei. Bei den Ausschussvorsitzen wird sich offenbar nichts ändern; bei acht Ausschüssen würde die Zweierfraktion mit Blick auf das Hare-Niemeyer-Zugriffsverfahren ohnehin nicht zum Zuge kommen.

»Dagegen würde ich mich auch sträuben.«

Kurt Potthoff zu einem SPD-Parteiausschluss

Man wolle sich in der SWGF-Fraktion besonders um die Themen Soziales und Stadtentwicklung kümmern, sagte Kurt Potthoff. „Wir haben ein Mandat bekommen“, kündigte Potthoff an, sich entsprechend politisch zu engagieren.

Kontakt zu seiner alten Fraktion habe er zwischenzeitlich nicht mehr gehabt. Nach mehr als 30-jähriger Mitgliedschaft in der SPD würde er sich im Übrigen „dagegen sträuben“, die Partei verlassen zu sollen. Ob umgekehrt die Aufnahme weiterer Mitglieder in die neue Fraktion möglich erscheine, ließ Potthoff offen:

„Die Türen dafür stehen offen.“

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Redaktion Fröndenberg
Geboren 1972 in Schwerte. Leidenschaftlicher Ruhrtaler. Mag die bodenständigen Westfalen. Jurist mit vielen Interessen. Seit mehr als 25 Jahren begeistert an lokalen Themen.
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Marcus Land

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