Hier sind die Grundschüler gefragt: Weil es zum Schuljahr 2019/2020 Pläne für sichere Schulwege geben soll, sammelt das Schulamt Hinweise auf Gefahrenpunkte – die sind oft haarsträubend.

Fröndenberg

, 13.11.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fröndenbergs Schulwege sollen sicherer werden: Derzeit überprüft die Stadt mit Hilfe von Schülern, Eltern und Lehrern der Grundschulen die Schwachpunkte und Gefahrenstellen und will bis zum Schulbeginn im nächsten Jahr Schulwegpläne erarbeiten, die den Kindern künftig an die Hand gegeben werden sollen. Die Beteiligung der Kinder und ihrer Eltern ist ein wesentlicher Baustein des Projekts. In diesen Tagen erhalten die Schulleitungen Fragebögen zurück: Darin konnten die Grundschüler Angaben zu ihrem individuellen Schulweg machen und risikoreiche Stellen und Situationen beschreiben.

70 Prozent der Eltern beteiligen sich an der Sonnenbergschule

Die Resonanz ist nach Angaben der drei Grundschulen sehr gut, allein an der Sonnenbergschule haben sich 65 bis 70 Prozent der Elternhäuser beteiligt, schätzt Schulleiterin Christiane Danz. In den Rückmeldungen, das bestätigen auch ihre Kollegen Silke Lakrabi und Jürgen Haverkamp, wird ein Problem besonders häufig angesprochen: die Haltestellen und Wartezonen der Busse in den Ortsteilen.

Das Verfahren

Ortsbegehung geplant

Im Sommer hat die Stadt zunächst Fotos vom direkten Umfeld der Grundschulen angefertigt. Sicht- und Lichtverhältnisse sowie Pflanzenbewuchs sollen so berücksichtigt werden. Nach der Information der einzelnen Schulpflegschaften sind Fragebögen ausgeteilt worden. Die dort genannten Gefahrenpunkte sollen bei Ortsbegehungen besichtigt werden. Schließlich werden umsetzbare Maßnahmen beschlossen sowie Schulwegpläne mit grundsätzlichen Gefahrenpunkten zum Schuljahr 2019/2020 an die Schüler ausgegeben.

„Gefühlte Sicherheit“ könnten die nämlich oft nicht bieten, wenn bloß ein „H“ auf die Straße gemalt sei, findet Dr. Anke Lochmann, Schulpflegschaftsvorsitzende an der Overbergschule.

Eine Mutter aus Frohnhausen: „Morgens gehe ich immer mit“

Eine der Mütter, die sich zu diesem Punkt geäußert hat, ist Simone Wette. Zwei ihrer drei Kinder müssen von Frohnhausen aus den Schulbus zur Overbergschule nehmen. Die Haltestellen bergen große Risiken, findet Simone Wette. So sei die Haltestelle „Frohnhausen“ äußerst spärlich beleuchtet, dazu noch mit einem dämmrigen gelben Licht. „Man müsste dort einfach nur weißes Licht verwenden“, regt Wette an. Zudem stehe auf dem Schulweg zur Haltestelle entlang des Neimener Kirchwegs auf 200 Metern gerade eine Laterne. Auf der Wickeder Straße stehe zudem die Laterne nicht am Fußgängerübergang. Dabei müsse doch zur Sicherheit gerade der Fußgänger angestrahlt werden. „Als Mutter finde ich das erschreckend“, sagt Simone Wette, „morgens gehe ich immer mit.“ Es gebe auch die Risiken durch Schwerlastverkehr auf der Landstraße, der häufig in Kurven den Bordstein „mitnehme“.

„Kürzlich ein Mädchen vor einem Lkw von der Straße gezogen“

Wette: „Kürzlich hat noch jemand ein Mädchen vor einem Lkw von der Straße gezogen.“ In Sachen Tempolimit mache sie sich aber keine Illusionen: Egal ob, 50 oder 30 – es werde so oder so immer zu schnell gefahren. Von der geplanten Ortsbegehung der Gefahrenstellen erhofft sie sich etwas anderes. „Man muss es mit dem Blickwinkel der Kinder sehen“, findet Simone Wette. Die seien schließlich viel kleiner, übersähen Vieles, was Erwachsene erkennen können.

Auch Christiane Löcken kennt die Gefahren der Bushaltestellen vor allem auf der Landstraße in Warmen. „Die Kinder steigen praktisch auf der Landstraße aus“, kritisiert Löcken. Sie ist froh, dass ihre achtjährige Tochter Linja zumindest teilweise über Privatwege gehen darf. An einigen Abschnitten sei sie nur halbwegs sicher unterwegs, wenn sie Wiesen und Schotterstreifen benutze.

Eltern-Taxis bergen immer noch große Gefahren direkt vor der Schule

Auch im Westen gibt es großes Interesse an dem Projekt. „Das war ein großes Anliegen der Elternschaft“, weiß Christian Danz. An der Sonnenbergschule hatte es wegen der Zunahme des Verkehrs auf der Ardeyer Straße infolge der Baustelle in Halingen bereits im vergangenen Herbst einen Elternabend zu dem Verkehrsthema gegeben. Jetzt zählt Christiane Danz weitere Gefahrenpunkte auf, die genannt werden: ausgefahrene Bordsteine an der Querungshilfe am Bahnübergang in Langschede, der fehlende Bürgersteig im Westfeld und immer wieder die Eltern-Taxis vor der Schule. Die Gefahren beim wilden Anhalten der Eltern und Ein- und Aussteigenlassen der Kinder sieht auch ihre Kollegin Silke Lakrabi von der Gemeinschaftsgrundschule. Noch nicht einmal für Lehrer gebe es dort ausreichend Parkplätze. „Wir hoffen alle, dass die Ergebnisse aus den Fragebögen nicht unter den Tisch fallen“, so Lakrabi. Dass die Stadt präventiv tätig werde, begrüßt ihr Kollege Jürgen Haverkamp. „Es gab Gott sei Dank noch keinen Schadensfall“, sagt der Leiter der Overbergschule.

Jetzt lesen

Der Fragebogen der Stadt Fröndenberg, der an alle Eltern der Grundschüler ausgeteilt wurde, kann auf den Internetseiten der Stadt eingesehen werden unter https://sessionnet.krz.de/froendenberg_ruhr/bi/vo0050.asp?__kvonr=4819
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