Mit Video: Matthias Büscher (FWG) will als Bürgermeister Fröndenberg mehr Aussicht geben

Bürgermeisterwahl Fröndenberg

Matthias Büscher gerät dicht am Ufer der Ruhr ins Schwärmen. Jetzt fehlt nur noch eine Angel. Der Bürgermeisterkandidat der FWG verrät, wo er sonst noch Kraft schöpft und welche Pläne er für Fröndenberg hat.

Fröndenberg

, 05.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
In der Ruhr liegt die Kraft: Matthias Büscher, FWG-Bürgermeisterkandidat in Fröndenberg bei der Kommunalwahl am 13. September, entspannt am liebsten beim Angeln in den frühen Morgenstunden.

In der Ruhr liegt die Kraft: Matthias Büscher, FWG-Bürgermeisterkandidat in Fröndenberg bei der Kommunalwahl am 13. September, entspannt am liebsten beim Angeln in den frühen Morgenstunden. © Marcus Land

Hemdsärmelig steht Matthias Büscher auf den Ruhrwiesen in Langschede. Eigentlich liegt sein Lieblingsplatz am Ufer einige Meter weiter flussabwärts – doch den nehmen gerade grasende Schafe in Beschlag. Seiner guten Laune tut das keinen Abbruch.

„Hier kann ich wirklich entspannen“, sagt Matthias Büscher ungefragt, „der Alltagsstress ist dann weg.“ Meistens wirft der 54-Jährige die Angelrute aus, wenn es ihn runter zur Ruhr zieht. Am frühen Morgen am Ufer sitzen und fischen – das ist für den naturverbundenen Mensch der Gipfel der Zerstreuung.

»Der Glaube hat mir viel Kraft gegeben.«
Matthias Büscher

Das Herz von Matthias Büscher, geboren in Unna, aber aufgewachsen und sozialisiert in Ardey und Langschede, schlägt gewiss etwas höher im Westen der Stadt. Doch in mittlerweile elf Jahren als Fraktionschef der FWG im Stadtrat habe er gelernt, den Blick auf das ganze Fröndenberg zu richten.

Seine Eltern zogen kurz nach seiner Geburt zurück nach Ardey, in Langschede gründete der Berufsfeuerwehrmann eine eigene Familie; mit Ehefrau Regina, die als Arzthelferin arbeitet, hat er drei erwachsene Kinder, zwei Töchter und einen Sohn.

Video
Bürgermeisterkandidat Matthias Büscher (FWG) im Interview

Über die Jahrzehnte hat der ausgebildete Technische Zeichner immer tiefere Wurzeln in seiner Heimat geschlagen, zunächst über die Freiwillige Feuerwehr, seit gut zehn Jahren als Schützenoberst. Dieses Amt mit seinen repräsentativen Pflichten, wo die Fäden eines Vereins zusammenlaufen, wo er als Moderator gefragt ist, sei ihm auf den Leib geschneidert.

Zuhören als wichtigste Gabe des Politikers

„Ich kann auf Leute zugehen“, sagt Matthias Büscher. Das könne er nicht nur, er tue das auch sehr gern. Dabei lausche er mehr, als selbst zu sprechen. Denn zu erfahren, wo der Schuh drückt, das halte er in der Politik für die wichtigste Gabe.

Büscher, Mitglied der ersten Stunde bei der Freien Wählergemeinschaft, meint, dass er insofern auch viel ungezwungener agieren könne, als wenn er Mitglied einer Partei wäre.

»Das Parteiendenken brauchen wir in unserer Stadt nicht.«
Matthias Büscher

„Das Parteiendenken brauchen wir in unserer Stadt nicht“, ruft Büscher förmlich aus. An diesem Punkt wird der ansonsten gelassen wirkende Hauptbrandmeister kurz impulsiv. Bei zu vielen politischen Entscheidungen herrsche bei Parteien Fraktionszwang, findet er. Daher sei er den Freien Wählern beigetreten – er wolle eben immer frei in seiner Willensbekundung sein.

Stark vom christlichen Glauben geprägt

Ein freier Geist also, der aber durchaus stark christlich geprägt ist. Der Glaube habe ihm besonders nach dem frühen Tod seines Vaters viel Kraft gegeben. Regelmäßig setze er sich zur stillen Andacht in die Kirche St. Konrad. „Ich brauche das zwischendurch“, sagt der gläubige Katholik.

Matthias Büscher als Oberst des Schützenvereins Langschede beim Schützenumzug 2019: Das Repräsentieren, aber auch das Moderieren und Fäden zusammenhalten – das liege ihm, sagt der Bürgermeisterkandidat der FWG.

Matthias Büscher als Oberst des Schützenvereins Langschede beim Schützenumzug 2019: Das Repräsentieren, aber auch das Moderieren und Fäden zusammenhalten – das liege ihm, sagt der Bürgermeisterkandidat der FWG. © Archiv/Peter Benedickt

Christliche Werte vorleben, das Mitmenschliche in den Vordergrund stellen, das halte er auch im Amt des Bürgermeisters für wichtig. Wenn er nach seinen politischen Zielen gefragt wird, nennt Matthias Büscher zuerst keine einzelnen Vorhaben, sondern eine Art Gesamtprojekt, das aus vielen Mosaiksteinchen besteht.

„Wenn der Slogan der Stadt Fröndenberg ,Stadt mit Aussicht‘ ist, dann möchte ich eine Aussicht haben, die den Namen auch wirklich verdient“, ereifert sich Büscher ein zweites Mal. Schäbige Ortseingänge, zugewucherte Wege und Plätze, marode Straßen, eine fehlende Erlebbarkeit der Ruhr („Warum nicht eine Promenade?“) – dies seien Herausforderungen, denen er sich als Verwaltungschef vordringlich stellen werde.

Leib-und-Magen-Thema: das Gewerbegebiet Schürenfeld

Ein Leib-und-Magen-Thema gibt es da doch noch: Das geplante Gewerbegebiet Schürenfeld, 2005 in den Stiel gestoßen, die Neuansiedelung von Firmen – das müsse mit Volldampf vorangetrieben werden.

Als Zählkandidat, betont Matthias Büscher schließlich, sehe er sich auf gar keinen Fall. Sicherlich werde so oder so die FWG selbst durch seine Kandidatur einen Schub erhalten, räumt er ein. Vielmehr möchte er nächster Nachfolger seiner Mutter Christa Büscher, der früheren Fröndenberger Bürgermeisterin, werden.

Dieses Porträt ist Teil einer Serie zur Kommunalwahl 2020, in der wir alle vier Bürgermeisterkandidaten in Fröndenberg ausführlich vorstellen.
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