Kampf gegen Hochwasser in Ostbüren: Das sind die Maßnahmen der Stadt

dzStarkregen in Fröndenberg

Damit starke Regenfälle den Ortsteil nicht weiter plagen, arbeitet die Stadtverwaltung nun einen Maßnahmenplan ab. Oberste Priorität hat die Ertüchtigung der Straßenabflüsse – aber auch Anwohner müssen etwas tun.

Fröndenberg

, 11.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lange Trockenphasen, starke punktuelle Schauer: Das Wetter hat sich in den Sommermonaten der vergangenen Jahre zumindest besonders extrem gezeigt. Ob nun als Folge des Klimawandels oder zufälliges Wetterphänomen: In den Jahren 2018 und 2019 sorgten Starkregenereignisse für Überflutungen in Fröndenberg.

Besonders betroffen war der Ortsteil Ostbüren, in dem die Straßen nach solchen Regenfällen verschlammt waren. Das veranlasste den SPD-Ortsverein Frömern/Ostbüren/Palz einen Plan zu fordern, mit dem die Folgen starker Unwetter abgemildert werden. Inzwischen hat die Stadt eine Prioritätenliste mit Maßnahmen erstellt, von denen die ersten bereits abgearbeitet werden.

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Um der Frage auf den Grund zu gehen, warum ausgerechnet Ostbüren so stark betroffen ist, holte die Stadtverwaltung ein Beratungsbüro hinzu, führte Bürgerveranstaltungen durch und bat die Fröndenberger offiziell um Hinweise. Seitens des Mendener Umweltbüros wurde dabei allerdings auch darauf hingewiesen, dass einige Bürgerinnen und Bürger ihren Teil zu Hochwasser beitragen, weil sie ihre Grundstücke nicht ordnungsgemäß entwässern.

Kanalnetz reicht für starken Regen aus

Unabhängig von den Überschwemmungen der vergangenen Jahre wurde zuletzt auch ein neuer zentraler Abwasserplan für Ostbüren angefertigt. Laut diesem Plan sei das Kanalnetz ausreichend leistungsfähig, um auch bei stärkeren Regenfällen das Abwasser zu fassen. Mit Blick auf dieses Ergebnis habe die Ertüchtigung der Straßenabläufe in Ostbüren nun oberste Priorität für die Stadtverwaltung.

Der Feuerwehr musste in den vergangenen Jahren mehrmals nach Ostbüren ausrücken, um Straßeneinläufe von Laub und Schlamm zu reinigen.

Der Feuerwehr musste in den vergangenen Jahren mehrmals nach Ostbüren ausrücken, um Straßeneinläufe von Laub und Schlamm zu reinigen. © Feuerwehr

So werden etwa in den Straßen Burgstraße, Am Obsthof, Am Baumgarten und

Wilhelmstraße kleine Straßenabläufe gegen Bergabläufe ausgetauscht. Bereits im April ist der Kreis Unna aufgefordert worden, die Größe der Straßenabläufe an der Ostbürener Straße und Frömerner Straße zu überprüfen. Laut Kreisverwaltung seien die Straßenabläufe an den beiden Kreisstraßen allerdings breit genug.

Viele Maßnahmen kosten wenig, sind aber schnell erledigt und effektiv

Dort, wo es keine öffentliche Kanalisation zur Aufnahme des Regenwassers gibt, sollen in einem nächsten Schritt Seitengräben verbreitert, Bankettstreifen hergerichtet und Durchlässe gereinigt werden. Ebenso wie beim Austausch kleiner Straßenabläufe kosten diese Maßnahmen nicht viel und sie seien kurzfristig umsetzbar, heißt es in einer Vorlage der Verwaltung zum Thema.

In einem dritten Schritt, und das sei ein weiterer Schwerpunkt im Kampf gegen das Hochwasser, sollen die Bürgerinnen und Bürger in Ostbüren informiert und aufgefordert werden, dafür zu sorgen, dass von ihren Grundstücken kein Oberflächenwasser auf die Straße abfließen kann. Andernfalls könne die Kapazität der Straßenabläufe durch „Fremdwasser“ überschritten werden.

Die Fröndenberger Ortsteile werden immer wieder von Wasser und Schlamm nach Regenfällen geplagt. Nicht nur Ostbüren, auch der Fröndenberger Westen, wie hier Dellwig, war in den vergangenen Jahren betroffen.

Die Fröndenberger Ortsteile werden immer wieder von Wasser und Schlamm nach Regenfällen geplagt. Nicht nur Ostbüren, auch der Fröndenberger Westen, wie hier Dellwig, war in den vergangenen Jahren betroffen. © Privat

Die ersten drei Maßnahmen des Plans der Stadt dienen dazu, Wasser schneller und effektiver von den Straßen abzuleiten. Mit weiteren Maßnahmen möchte die Stadt verhindern, dass Wasser von den Feldern in den Ort läuft und die Straßen verschlammt. Hierzu müssen Konzepte für Abflussgräben mit Hilfe eines Planungsbüros erstellt werden. Zudem stünden Grundstücksverhandlungen zur Nutzung von Flächen Dritter für den Bau neuer Gräben an. 2021 müssten entsprechende Mittel dafür bereitgestellt werden.

Kanal an der Burgstraße ist erst 2023 an der Reihe

Gesondert soll im kommenden Jahr auch noch einmal die Straße „Am Obsthof“ betrachtet werden, in der mehrere Maßnahmen anstehen würden. Als letzten Schritt im Kampf gegen die Ostbürener Hochwasserproblematik führt die Stadt Planung und Bau der Kanalisierung an der Burgstraße auf. Der Bau werde voraussichtlich erst 2023 erfolgen.

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