Zwölf Wasserfontänen und ein rutschfestes Straßenpflaster aus Portugal

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Der Marktplatz nimmt allmählich seine neue Gestalt an: Erste Pflastersteine aus gelblichem Granit lassen ein künftig viel moderneres Bild erahnen. Die Rede ist sogar von einer Corporate Identity für die Innenstadt.

Fröndenberg

, 02.07.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Das ist der Startschuss für die Umgestaltung des öffentlichen Raums“, frohlockte Bauamtsleiter Martin Kramme am Mittwoch auf dem Marktplatz. Der Umbau des Marktes ist der erste von drei Bausteinen bis 2022 - dann soll die Innenstadt in neuem Glanz erstrahlen.

»Das ist der Startschuss für die Umgestaltung des öffentlichen Raums.«
Bauamtsleiter Martin Kramme

Die Landschaftsbauer der Firma Mennigmann aus Hamm haben die Baustelle am Dienstag nach Pfingsten eingerichtet und können mittlerweile erste sichtbare Ergebnisse vorzeigen: In der Ruhrstraße liegen bereits einige Quadratmeter des freundlich wirkenden neuen Pflasters; neben der Linde ist die Grube für die Pumpenkammer, die das Fontänenfeld antreibt, ausgehoben.

Im September oder Oktober wird der Marktplatz ein in vielen Bereichen völlig neues Bild zeigen - zumindest hält Firmenchef Sebastian Mennigmann den Zeitplan für absolut realistisch.

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Die Grube ist bereits ausgehoben: Hier wird die Pumpenkammer für das Wasserspiel unterkommen.

Die Grube ist bereits ausgehoben: Hier wird die Pumpenkammer für das Wasserspiel unterkommen. © Udo Hennes

Fontänenfeld

Auf einem länglichen Feld von 3 mal 23 Metern vor der Linde, auf Höhe des Markgrafen, wird das Wasserspiel im Boden eingelassen. Zwölf Fontänen werden sprudeln, die besonders Kleinkinder aktivieren sollen. Die Wasserstrahlen aus den Düsen im Boden variieren und reizen zum Planschen an.

»Während die Kinder spielen, können die Eltern auf der Bank dahinter ein Eis essen.«
Landschaftsarchitektin Susanne Weihrauch

„Während die Kinder spielen, können die Eltern auf der Bank dahinter ein Eis essen“, beschreibt Landschaftsarchitektin Susanne Weihrauch den einladenden Charakter für Alt und Jung, den der Marktplatz künftig bekommen soll.

Die Pumpenkammer mit Wasserreservoir und Technik wird neben der Linde in einer „kleinen Fertiggarage“, wie Martin Kramme scherzte, versenkt. Der Bauamtsleiter räumte ein, dass eine regelmäßige Wartung vonnöten sei, um das Wasserspiel im Sommer auch am Laufen zu halten.

Bodenpflasterung

Die Ratsleute hatten sich für ein hell-gelbes Pflaster aus portugiesischem Granodiorit, einer Granitart, entschieden. Der glatte Stein mit Bruchkanten wird vor seiner Verlegung aufgeraut, damit er die hierzulande vorgeschriebene Rutschfestigkeit hat - als glatter Stein dürfte er hier anders als im regenarmen Portugal nicht verlegt werden, erläuterte Susanne Weihrauch.

Während der zentrale Marktplatz nur eine Umrandung mit dem optisch attraktiv wirkenden Stein erhalten wird, sollen die neuen Erweiterungen der Marktfläche in der Harthaer Straße sowie in der Ruhrstraße bis zum Bahnübergang komplett mit dem Granit bepflastert werden. Immerhin 2000 Quadratmeter Stein werden verlegt.

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Die nicht sehr ansehnlichen Metallpoller am Übergang von der Winschotener Straße zum Marktplatz sollen durch Granitblöcke ersetzt werden - passend zur neuen Pflasterung auf dem Markt.

Die nicht sehr ansehnlichen Metallpoller am Übergang von der Winschotener Straße zum Marktplatz sollen durch Granitblöcke ersetzt werden - passend zur neuen Pflasterung auf dem Markt. © Udo Hennes

Poller, Blühstreifen, Bänke

Die eher unattraktiven Metallpoller, die den Markt vom Bereich an der Stadtbäckerei abgrenzen, sollen durch zum Pflaster passende Granitblöcke - mit 24 Tonnen Gesamtgewicht - ersetzt werden. Dort wird auch das Pflanzbeet erweitert und eine Sitzbank installiert.

Auch vor dem Bahnübergang wird es künftig eine begrünte Sitzgelegenheit geben, die Bank am Rondell erhält eine neue Holzauflage. Dort wird zudem ein „Vier-gewinnt“-Spiel aufgebaut.

Die Sitzbänke an der Linde erhalten zwar Lehnen, die Sitzfläche ist aber so tief, „dass man sich auch mal darauf fläzen kann“, so Susanne Weihrauch.

Gastronomie, Trinkwasserspender

Inwieweit die Lokale auf dem Marktplatz ihre Terrassenplätze erweitern können, sollen die Stadtteilmanager mit den Wirten erörtern. Der Trinkwasserspender erhält seinen Standort vor dem neuen Rennradmuseum.

Dass der gelbe Pflasterstein künftig als gestalterische Verbindung vom Bruayplatz über Stift/Winschotener Straße bis zum Marktplatz wiederkehren wird, hält Martin Kramme für den Clou des Stadtumbaus. Das sei wie eine Corporate Identity für Fröndenberg - ein einheitliches Erscheinungsbild, das auf Einheimische wie Gäste positiv wirken soll.

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Zur Sache

Zeitplan des Stadtumbaus

  • Nachdem für den Bruayplatz ebenfalls die staatliche Förderung bewilligt worden ist, kann im Herbst ausgeschrieben werden. Im Frühjahr 2021 soll dann der „grüne Platz“ als Pendant zum „steineren Marktplatz“ neu gestaltet werden.
  • Dritter Baustein wird die Neugestaltung von Winschotener Straße und Stift sein. Sie soll im Frühjahr 2022 folgen und im Herbst 2022 beendet sein.
  • Weil der Förderantrag bis zum 30. September 2020 gestellt sein muss, wird der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt am 17. September - vier Tage nach der Kommunalwahl noch in alter Zusammensetzung - tagen. In der Sitzung wird der geplante Umbau des Fußgängerbereichs präsentiert.

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