Marihuana im Einmachglas bringt Fröndenberger vor Gericht

dzAmtsgericht Unna

Offenbar war es die Gastfreundschaft für einen obdachlosen Freund, die einem Fröndenberger ordentlich Ärger einhandelte.

von Jana Peuckert

Fröndenberg

, 20.05.2020, 12:41 Uhr / Lesedauer: 1 min

Er wollte seinem obdachlosen Kumpel einen Gefallen tun und bot ihm an, ein paar Tage in seiner Wohnung in Fröndenberg zu bleiben. Doch seine Freundlichkeit endete für den 27-jährigen Helfer auf der Anklagebank des Amtsgerichts Unna.

Der Angeklagte soll gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen haben. Am 2. Februar geriet der Fröndenberger mit dem Kumpel aneinander. Mutmaßlich der Nachbar rief die Polizei daraufhin wegen Ruhestörung. In der Wohnung des Angeklagten übergab dieser den Beamten ein Einmachglas mit 14,5 Gramm Marihuana. Der Stoff wurde dem 27-Jährigen zugeordnet und es kam zur Anzeige gegen ihn.

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Im Gericht bestritt der Mann, dass ihm die Drogen gehörten. Sie stammten vom Kumpel. Der sollte sich am Tattag – ein Sonntag – nicht in der Wohnung aufhalten, weil der Angeklagte seine beiden kleinen Kinder bei sich hatte. Deshalb sollten weder irgendwelche Leute, und schon gar keine Drogen beim Fröndenberger sein. Als er mit seinem Nachwuchs nach Hause gekommen sei und das Glas gesehen habe, sei er so wütend geworden, dass er die Drogen sofort der Polizei ausgehändigt habe, erklärte der 27-Jährige.

Zunächst war sich der Vorsitzende unsicher

Der Vorsitzende war sich bezüglich der Richtigkeit der Aussage nicht sicher. Der Kumpel war nicht als Zeuge geladen worden, befand sich aber zufällig im Zuhörerbereich. Kurzer Hand wurde er präsenter Zeuge.

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Der 33-Jährige entlastet den Angeklagten indem er erklärte, das Marihuana sei seines gewesen. Er habe den Stoff von Tütchen in ein Glas gefüllt, weil seine Mutter die Drogen nicht riechen sollte. Er sei am Sonntagmorgen zum Angeklagten gekommen. Während der spazieren war, habe er sich auf dem Balkon einen Joint geraucht, gab der Zeuge an. Der Fröndenberger habe aber nichts konsumiert.

Am Ende war es wohl diese Aussage im Zusammenhang mit dem beharrlichen Abstreiten seiner Schuld des Angeklagten, die zu einem Freispruch führte.

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