Marie-Claudine Papadopoulos zeigt große Gefühle

dzKonzert im Stiftsgebäude

Die Violinistin Marie-Claudine Papadopoulos bringt ihren Bruder Dimitri und Alexandre Vay mit zum Sommerkonzert. Im Stiftsgebäude begeistert das Trio das Fröndenberger Publikum.

von Rainer Ehmanns

Fröndenberg

, 12.08.2018, 14:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie am Vorabend in der Lünerner Dorfkirche war auch der Stiftssaal am vergangenen Samstagabend bis auf den letzten Platz besetzt. Einige der Besucher waren der drei Musiker wegen sogar noch einmal gekommen.

Veranstaltet vom Kirchenkreis Unna, war wiederholt der Gastgeber die Kirchengemeinde Fröndenberg-Bausenhagen.

Das Trio Marie-Claudine Papadopoulos (Violine), ihr Bruder Dimitri am Piano und Cellist Alexandre Vay präsentierte seiner mittlerweile treuen Fan-Gemeinde ein meisterhaftes Sommerkonzert. Beileibe keine leichte Kost, wollte man es an der hohen technischen Herausforderung messen. Aber die wurde glatt zur Nebensache, wenn man dem zauberhaft leichtfüßigen Spiel der Drei lauschte.

Bewusste Dissonanzen

Schon in Bachs Sonate für Gambe und Cembalo BWV 1029 überraschen Pianist und Cellist mit einem schwungvollen Vivace, dessen federndes Thema à la Vivaldi und seine Gestaltung im akzentuierten Spiel an ein Concerto grosso erinnern. Beide Instrumente sind gleichwertig, wechseln einander im farbigen Dialog ab, dem ein Adagio von stiller Intensität folgt, dem die bewussten Dissonanzen einen besonderen Charakter verleihen. Das finale Allegro in übermütiger Geschwindigkeit besticht durch unbändige Motorik.

Irrwitziges Tempo

Haydns bekanntes „Zigeuner-Trio“ G-Dur Hob XV:25 ist im liedhaften Andante geprägt von harmonischem Zusammenspiel des sanften Dur- Themas mit dem elegischen Moll-Thema; ihm folgt ein Adagio von singendem Schmelz, ehe das Finale „Rondo al´ongarese“ den Titel des Trios bestätigt: Im irrwitzigen Tempo fegen die Drei durch den vitalen Satz und machen ihn zu einem virtuosen Bravourstück.

Mendelssohns Trio d-moll Nr.1 op. 49 macht den Abend zu einem der großen Gefühle: So stürmisch der erste Satz mit sprudelnden Arpeggi, so herzerfülltes Schwelgen in den Melodien des Andante; so übermütig geisterhaft das Scherzo, so irdisch leidenschaftlich das Finale! Dimitri Papadopoulos am Klavier meistert souverän den virtuosen Part im kunstvollen Trialog mit seiner Schwester Marie Claudine und Alexandre Vay.

Minutenlanger Applaus

Für den minutenlang begeisterten Applaus bedanken sich Marie-Claudine und Dimitri Papadopoulos sowie Alexandre Vay mit zwei wunderschönen Zugaben: Verlamov-Moffats „Der rote Sarafan“ und Tschaikowskys „Chant d´Autumne“, letzteres auch als Dank an Bärbel und Klaus Dunker, die das Trio zum wiederholten Mal engagieren konnten.

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