Ein 31-jähriger Mendener wurde gegenüber seiner Freundin handgreiflich und sperrte sie ein. Dafür wurde er nun verurteilt. © picture alliance/dpa/picture alliance
Gerichtsprozess

Mann sperrt Ehefrau in Wohnung ein: „Hatte Angst, dass man über uns lacht“

Eine Frau findet intime Fotos fremder Frauen auf dem Handy ihres Partners. Sie stellt ihn zur Rede und der Streit eskaliert. Der Mann schlägt seine Freundin und lässt sie nicht mehr gehen.

Am 26. Juli vergangenen Jahres schläft ein 31 Jahre alter Mann in seiner Wohnung in Menden auf der Couch ein. Dabei hält er sein eingeschaltetes Handy in der Hand. Aus seiner Sicht dumm gelaufen. Seine Ehefrau entdeckt nämlich nicht von ihr stammende intime Fotos und Chats mit anderen Frauen. Sie nimmt das Handy an sich, schreibt den Frauen, um herauszufinden, wer sie sind und was sie mit ihrem Mann zu tun hätten.

Das Paar gerät aufgrund dieser Entdeckung in einen zunächst verbalen Streit. Doch dieser eskaliert schnell. Als die Ehefrau mit den beiden gemeinsamen Kinder die Wohnung verlassen will, verschließt der Mendener die Tür und lagert den Schlüssel so, dass die Frau keine Chance hat, an ihn heranzukommen. Laut Gesetz hat er sich in diesem Moment wegen Freiheitsberaubung strafbar gemacht.

„Ich wollte nur, dass sie leise ist“

Die Frau beginnt, laut zu weinen. Um sie zum Schweigen zu bringen, verpasst er ihr eine erste Backpfeife. Es folgt eine weitere, zudem zieht er der Frau an den Haaren. Beides stellt im strafrechtlichen Sinne eine Körperverletzung dar.

Das alles gibt der Mann im Amtsgericht Menden auch zu: „Sie wollte mit den Kindern weg. Sie hat nicht mit sich reden lassen. Dann ist es eskaliert. Ich wollte nur, dass sie leise ist, damit die Nachbarn unseren Streit nicht mitbekommen. Ich bin nicht stolz darauf, aber sie hat auch ihren Teil dazu beigetragen“, erklärt der Mendener. Schließlich habe sie die intimen Fotos der anderen Frauen an seinen Vater geschickt. Das hätte sie nicht tun dürfen.

„Ich wollte vermeiden, dass man über uns lacht“

Dass er eine Freiheitsberaubung begangen hatte, will der Angeklagte nicht einsehen.“ Aber ich habe sie ja nicht eingesperrt. Ich war ja mit ihr drin“, argumentiert der Mann. „Ihre Frau konnte den Raum nicht verlassen als sie es wollte“, hält der Richter dagegen. Aber sie habe doch in ein Frauenhaus gewollt. Zum dritten Mal schon, so der 31-Jährige. „Ich wollte vermeiden, dass man über uns lacht.“

Eigentlich soll die Ehefrau als Zeugin aussagen. Da aber mutmaßlich eines der beiden Kinder krank geworden war, erscheint sie nicht.

Aufgrund des Geständnisses des Mendeners, kann das Gericht auf die Aussage der Geschädigten verzichten. Der Richter entscheidet, den Mann, der in der Gastronomie arbeitet und von etwa 1200 Euro im Monat lebt, zu 2000 Euro Geldstrafe zu verurteilen. Da sowohl der Angeklagte als auch der Vertreter der Staatsanwaltschaft auf die Einlegung von Rechtsmitteln verzichten, ist das Urteil bereits rechtskräftig.

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