Man nehme Hönnewasser und einen Schluck Hochprozentiges: Menden ist im Karnevalsrausch

dzKarnevalsauftakt in Menden

Der närrischen Zeit steht nichts mehr im Wege: Nach mehreren Versuchen weckten die Mendener Karnevalisten den Hoppeditz und eröffnen damit pünktlich die Narrenzeit.

von Peter Benedickt

Fröndenberg

, 12.11.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min


Die Mendener Karnevalisten konnten es kaum erwarten, dass die Narrenzeit beginnt. Deshalb legte die Musik mit den bekannten kölschen Lieder gleich mal ein paar Minuten zu früh los. Zwar gilt für den Start in die fünfte Jahreszeit am 11.11 die närrische Zeit 11.11 Uhr. Doch die heimischen Jecken scharrten ungeduldig mit den Füßen. Damit es nicht zu Ausfallerscheinungen kam, bliesen die Mitglieder des Fanfaren-Corps Lendringsen ihre Backen auf und legten los, dass die Hände fast von alleine im Takt mit klatschten.

Die Geschichte über den Hoppeditz

Rund 250 Narren wollten sich am Sonntag die Weltpremiere Nummer eins nicht entgehen lassen und versammelten sich am Hönneufer, um erstmals das Zeremoniell der Hoppeditz-Erweckung hautnah zu verfolgen.

Der Brauchtumsbeauftragte der „MKG-Kornblumenblau“, Manfred Gies, hatte sich schlau gelesen und schaute in die Vergangenheit. „Früher war der Hoppeditz ein Symbol für das Ende des Winters“, wusste der Fachmann. „Um sicher zu sein, dass die kalte Jahreszeit wirklich beendet war, wurde er verbrannt.“

Langsam wurde die Figur ein Sinnbild für alle Sünden. „Und um nun all die kleinen Fehltritte, die der Mensch sich während des Karnevals leistet, auszumerzen, geht am Aschermittwoch die Strohpuppe in Flammen auf.“

Damit aber der Bursche seiner Aufgabe nachkommen kann, muss er erst erweckt werden. Keine leichte Aufgabe, wie Manfred Gies und MKG-Präsident Franz-Josef Edlerherr feststellen mussten.

Man nehme Hönnewasser und einen Schluck Hochprozentiges: Menden ist im Karnevalsrausch

Die Mendener Narren feiern am 11.11 pünktlich um 11.11 Uhr ausgelassen. © Benedickt

Ein Schuss Schnaps und seine belebende Wirkung

Starr und steif stand der Kerl in der Mitte, rührte keinen Finger. Da half kein Zureden, kein Bitten. Gies erinnerte sich an einen Zauberspruch, der wie das aktuelle Sessions-Motto „Sim-Sala-Bim – Im Karneval ist alles drin“ begann. Doch das Beschwören half ebenso wenig wie das Kitzeln mit der Heugabel.

Dann die Erleuchtung: „Hönnewasser hat magische Kräfte.“ Schnell schöpfte Neu-Senator Sebastian Arlt ein Eimerchen voll, Bürgermeister Martin Wächter verfeinerte den Trunk mit einem Schuss Schnaps („der hat belebende Wirkung, hab ich probiert“), dann gab es eine Kelle voll für den Hoppeditz. Siehe da, der Trunk fuhr der Figur in die Glieder und er tanzte los wie die Feuerwehr.

Bevor Wächter dann die Session offiziell eröffnete, erkannte er die Macht des Karnevals an: „Ab sofort werden alle Ratsmitglieder verpflichtet, ihre Wortbeiträge mit den Worten ‚Du doofe Nuss‘ zu beenden.“ Zudem zöge eine neue Partei in den Ratssaal: Die HDPD - Hoppeditz Partei Deutschland. Er selbst sei aber glücklich: „Jetzt bin ich nicht mehr für alles verantwortlich, was gemacht oder nicht gemacht wird – die Narren haben das Zepter in der Hand.“

Weltpremiere 2 folgte im Anschluss auf der Bühne. Der Senatorenchor, scherzhaft auch Seniorenchor genannt, trug erstmals seinen neuen Ohrwurm vor: „Auftrittsverbot.“ Und der ist zumindest Hitparaden-verdächtig.

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