Mädchen wirft Busfahrer sexuelle Belästigung vor – Mann vermutet arglistige Beschuldigung

dzAmtsgericht Unna

Auf der Fahrt in einem Linienbus waren der Busfahrer und eine 16-Jährige plötzlich allein. Das Mädchen wirft ihm sexuelle Belästigung vor. Der Angeklagte vermutet Arglist hinter dem Vorwurf.

von Sylvia Mönnig

Fröndenberg

, 06.11.2018, 14:24 Uhr / Lesedauer: 1 min

In einem günstigen Moment soll ein Fröndenberger Busfahrer ein junges Mädchen belästigt haben. Ein Vorwurf, den der 48-Jährige vor dem Unnaer Amtsgericht bestreitet. Nun soll das mutmaßliche Opfer gehört werden. Der Vorfall soll sich am Nachmittag des 12. Juni in einem Fröndenberger Linienbus ereignet haben, als sich der Angeklagte und die 16-Jährige alleine in dem Fahrzeug befanden. Laut Anklage belästigte er das Mädchen verbal auf massive Weise und wurde darüber hinaus auch handgreiflich.

Angeklagter will das Mädchen nur zum Aussteigen aufgefordert haben

Doch das will der 48-Jährige keinesfalls auf sich sitzen lassen. Als nun sein Prozess wegen sexueller Belästigung vor dem Amtsgericht Unna begann, schilderte er seine Version einer aus seiner Sicht völlig alltäglichen Busfahrt. Es sei nichts vorgefallen. Lediglich habe die junge Frau an ihrer Haltestelle trotz mehrfacher Aufforderung nicht aussteigen wollen. Da habe er sie an die Schulter gefasst, um sie doch noch zum Verlassen des Busses zu veranlassen. Draußen habe sie ihm noch zugelächelt und zugewunken - so wie bei zwei weiteren zufälligen Begegnungen an den folgenden Tagen auch. Dann habe er plötzlich einen Anruf von der Polizei erhalten und habe von dem Vorwurf gegen sich erfahren.

Streit mit dem Freund könnte Motiv für Falschbeschuldigung sein

Gründe für eine mögliche Falschbelastung zeigte er ebenfalls auf. Einerseits sei er in der Vergangenheit mehrfach mit dem Freund des Mädchens aneinandergeraten und der habe ihm auch mit Ärger gedroht. Andererseits habe sich die junge Frau mehrfach bei ihm beschwert, dass sie mit dem Bus zur Schule fahren müsse und ihr Bruder ein Taxi nehmen dürfe. Vielleicht wolle sie so dafür sorgen, ließ er durchklingen, dass auch sie künftig mit einem Taxi fahren könne.

Unter den Voraussetzungen konnte das Gericht auf die Befragung der jungen Frau nicht verzichten. Mit ihrer Aussage soll das Verfahren Ende November fortgesetzt werden.

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