In den 80er Jahren designte Luigi Colani in Fröndenberg Fahrräder gemeinsam mit der Firma Union. Der Fröndenberger Aloys Reminghorst kannte ihn persönlich und ist ein großer Fan.

Fröndenberg

, 16.09.2019, 17:19 Uhr / Lesedauer: 3 min

Fans und Freunde des Designers Luigi Colani traf die Nachricht am Montagmittag wie ein Schlag. Nach schwerer Krankheit ist Colani im Alter von 91 Jahren in Karlsruhe verstorben. Zu den Fans und Freunden des Designers zählt auch der Fröndenberger Aloys Reminghorst, der einen Besuch Colanis in Fröndenberg, der sich am 15. August 2019 zum 20. Mal jährte, organisiert hat.

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Außerdem war er Initiator einer großen Ausstellung in Dortmund im Jahr 1992. „Das war schon genial damals“, blick der Fröndenberger auf diese Events mit Luigi Colani zurück.

Für seine Colani-Passion wurde Aloys Reminghorst häufig belächelt

Genauso wie Colani für seine exzentrischen Designs und Visionen wurde Aloys Reminghorst für seine Colani-Passion häufig „als Spinner abgestempelt“.

„Luigi Colani war seiner Zeit voraus.“
Aloys Reminghorst

„Du und dein Colani“, hätten die Leute gespottet. Doch der Fröndenberger ist sich sicher: „Luigi Colani war seiner Zeit voraus.“ Seine Ideen seien heute aktueller denn je. „90 Prozent Natur, 10 Prozent ich“, habe Colani immer über seine Entwürfe gesagt.

Es war die Natur, die ihn inspirierte – und die es aus seiner Sicht zu schützen galt. Autos etwa sollten klein und leicht sein, wenig verbrauchen. „Aber die Menschen wollten das nicht“, sagt Reminghorst heute fast etwas erbost. Um von der Natur zu lernen, sei der Designer unkonventionelle Wege gegangen, zum Beispiel mit Jacques-Yves Cousteau abgetaucht, Meeresbewohnern wie Delfinen und Walen auf der Spur.

Luigi Colani ist tot: Berühmter Designer schwärmte von Fröndenberg

Gerd Siekmann (l.) und Aloys Reminghorst sind Fans des Designers Luigi Colani. Reminghorsts Suche nach einem Colani-Rad führte die beiden zusammen. © UDO HENNES

Suche nach einem zigarrenförmigen Rad aus Fröndenberg bleibt erfolglos

Zuletzt hatte Reminghorst nach einem zigarrenförmigen Rad des Designers gesucht. Colani hatte es während seiner Zusammenarbeit mit der Firma Union in den 80er Jahren in Fröndenberg designt. Das Rad sollte Herzstück einer Ausstellung werden, mit der Reminghorst an die Verbindungen des Designers zur Ruhrstadt erinnern wollte. Leider blieb die Suche erfolglos.

Ein weiterer großer Wunsch des Fans: Noch einmal sollte der große Meister ins Ruhrgebiet kommen. Der 25. Geburtstag des Colani-Eis 2020 in Lünen hätte sich angeboten. Dieser Wunsch bleibt nun unerfüllt. „Aber es sollte jetzt etwas passieren“, sagt Reminghorst – und denkt dabei an ein Museum im Umfeld des futuristischen Bauwerks.

Colani soll von Fröndenberg geschwärmt haben

Der in Berlin geborene große Liebhaber aerodynamischer, an der Natur orientierter Formen war durch seine Zusammenarbeit mit der Firma Union in Fröndenberg bekannt. Er habe von dieser Zeit und der Gegend um Fröndenberg geschwärmt, erinnert sich Reminghorst. 1999 engagierte sich der Fröndenberger im damals noch jungen Förderverein Kulturzentrum; Luigi Colani kannte er bereits seit den 1970er Jahren. Diesen Kontakt reaktivierte er 1999, um in Fröndenberg einen Colani-Tag zu veranstalten, den über 1000 Menschen besuchten.

Im Zuge des Colani-Tages stellte der Designer auch einen Entwurf für eine Kuppel über dem Forum vor. Anders als beim Colani-Ei hatten die Lokalpolitiker der Ruhrstadt allerdings nichts für derart exzentrische Einfälle übrig. Die Colani-Muschel im Himmelmannpark blieb Idee, bedauert Reminghorst.

Luigi Colani ist tot: Berühmter Designer schwärmte von Fröndenberg

Luigi Colani grenzte sich mit seinen runden Designs vom klaren Bauhaus-Stil ab. Er kreierte Fahrzeuge und prägte den Wandel des Badezimmers von der Nasszelle zum Wohnraum. © dpa

Aloys Reminghorst lernte Colani als junger Fotograf kennen

Seine Begeisterung für den Exzentriker war vor allem durch das persönliche Verhältnis geprägt, das der Fotograf zu Colani pflegte. Aloys Reminghorst lernte Colani kennen, als der Designer sein Atelier auf Schloss Harkotten in Westfalen bezogen hatte. Reminghorst war im Raum Warendorf in der Fotografenlehre, hat zuerst die Möbel des Designers, später seine Entwürfe fotografiert.

„Aloys, du warst niemals hier“, habe er immer gesagt, wenn der junge Fotograf wieder einen wichtigen Entwurf abgelichtet hatte. Bezahlt wurde er aus einem Bierkrug mit 1000-Euro-Scheinen, der auf Colanis Schreibtisch stand. Im Ort sollte Reminghorst die großen Scheine wechseln; ein Fotoauftrag von Colani bescherte ihm 500 Euro.

Es ist schön, einen solchen Menschen gekannt zu haben

Solche und zahlreiche weitere Anekdoten verbinden den Fröndenberger mit seinem Idol. „Es ist schön, einen solchen Menschen gekannt zu haben, sagt Aloys Reminghorst. Andere verehren vielleicht lieber einen Beatle, er hatte seinen Colani, scherzt der Fröndenberger.

Zu Colanis Geburtstag am 2. August hatte Reminghorst ihm noch geschrieben – und eine Antwort erhalten: „Aloys, ich bin in Karlsruhe, es geht mir gut.“

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