Livestream aus der Marienkirche: „Positive Impulse über digitale Medien“

dz„Hoffnungsimpulse“ geben

James Blunt hat es gemacht, Gianna Nannini auch: ein Konzert ohne Publikum, verbreitet über die digitalen Medien. Nun wurde diese Unterhaltungs-Sparte auch in Fröndenberg eingeführt.

von Peter Benedickt

Fröndenberg

, 23.03.2020, 11:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

St. Marienkirche Fröndenberg, Sonntag, 17.45 Uhr. Dämmerlicht. Kaum ein Mensch auf den Straßen und auch das Gotteshaus ist unbesucht. Es herrscht: Stille.

Plötzlich knarren Treppenstufen, eine Tür knallt, Stimmen sind von oben, von der Empore vor der Orgel, zu hören. Das Wort „Hoffnungsimpulse“ fällt. Was kann so wichtig sein, dass sich am späten Sonntagnachmittag mehrere Personen hier einfinden?

Statt Konzert Livestream

„Leider muss das geplante Konzert wegen der Coronakrise ausfallen, aber wir starten einen Ersatz“, sind Organist Jörg Segtrop und Gemeindereferent Heiner Redeker auf unbekannten Pfaden unterwegs. Sie bieten einen Live-Stream auf gleich mehreren Plattformen: Facebook und Periscope.tv. Unter dem Youtube-Profil der Fröndenberger Band Skyfer wird der Film auch eingestellt.

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Kurz vor der „Ausstrahlung“ herrscht am Drehort typische „Set“-Aufregung. „Begrüßung, Schwenk auf mich, vor der Orgel, ich spiele dann“, wird der Ablauf durchgesprochen. „Danach Heiner, mit dem Märchen von der traurigen Traurigkeit.“

Handys der Premiumklasse

Nervosität ist deutlich spürbar, denn: „Wir sind absolute Amateure. Keine Ahnung, ob das funktioniert, auch wenn wir uns schlau gemacht haben.“ Die Rollen der Kameraleute übernehmen Gattin Svenja Segtrop, Sohn Mirko sowie der Bassist der Gruppe „Scyfer“, Marius Grüne. Natürlich kommen nur „Hightech“-Geräte zum Einsatz: Handys der Premiumklasse.

Heiner Redeker geht in seiner Geschichte auf: Mimik und Gestik stimmen.

Heiner Redeker geht in seiner Geschichte auf: Mimik und Gestik stimmen. © Peter Benedickt

Heiner Redeker: „Jörg und ich sind fast zeitgleich auf die Idee gekommen, für das abgesagte Konzert eine Entschädigung zu liefern, damit Abwechslung in die angespannte Situation zu bringen.“

„Heute ist ein Tag der Hoffnung“, steigt Segtrop in die „Sendung“ ein. „Heute ist Laetare, der Freudensonntag, Halbzeit der Fastenzeit.“ Danach die ersten Töne von „Meine Hoffnung und meine Freude“, ein für die „Taizé“ geschriebenes Kirchenlied. Nach dem Märchen, der Gemeindereferent zeigt sich mit Gestik und Mimik als alter Fuchs, kommt eine Melodie aus dem Barock von Dieterich Buxtehude: „Präludium C-Dur“.

Alle Objektive auf den Musiker: Jörg Segtrop im Fokus der Kameras beim ersten Musikstück „Meine Hoffnung und meine Freude“.

Alle Objektive auf den Musiker: Jörg Segtrop im Fokus der Kameras beim ersten Musikstück „Meine Hoffnung und meine Freude“. © Peter Benedickt

Hoffen auf einige Rückmeldungen

Auch die folgende Geschichte mit dem Hut, der mit Schönheit gefüllt werden sollte, stellt die Hoffnung in den Mittelpunkt. Als zum Abschluss das bekannte „Der Mond ist aufgegangen“ verklungen ist, haben die Mitwirkende auch eine Hoffnung: „Hoffentlich hatten wir Publikum und bekommen ein paar Rückmeldungen.“

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