Links-Rechts-blinde Autofahrerin sucht mutige Mitreisende

dzGlosse

Meine Oma selig trichterte es mir ein: Rechts ist da, wo der Daumen links ist. Großmutter duldete in solchen Dingen keinen Widerspruch. Meine Kollegin hat mit der Links-Rechts-Blindheit ein ganz anderes Problem.

Fröndenberg

, 18.03.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Oma wusste noch, wie sie ihrem Enkelsohn mit schlichten Merksätzen lebenswichtige Regeln beibringen konnte: „Rechts ist da, wo der Daumen links ist“, sagte sie zu mir - um ehrlich zu sein, sagte sie das nicht nur einmal.

Während ich rätselte, welche Hand die rechte und welche die linke ist, um endlich wie die Erwachsenen dieses Links und Rechts zu kapieren, lächelte Oma, so ahne ich rückblickend, immer weise in sich hinein.

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Das ist lange her und mittlerweile, meine ich zumindest, habe ich das mit den beiden Richtungen ganz gut drauf. Ist aber auch tagesformabhängig. Es kommt vor, dass ich morgens nach rechts aus dem Haus gehe, obwohl ich am Vorabend mein Auto links am Straßenrand geparkt hatte.

Das passiert. Hauptsache, man findet den Wagen überhaupt irgendwann wieder.

Meine Kollegin hat ein Problem, das ebenfalls mit rechts, links und Autos zu tun hat.

Kürzlich bemerkte sie, dass man es ihr nachsehen solle, wenn sie sich mal mit rechts und links vertue. Das sei ihre Schwäche. Mir fiel sofort mein Parkplatzproblem ein und ich äußerte, dass eine Rot-Grün-Blindheit im Straßenverkehr vermutlich gefährlicher sei.

Das würde ich nicht mehr sagen, sähe ich sie nur mal Schlangenlinien mit ihrem Auto fahren, meinte sie daraufhin nur. Irgendwie lächelte sie ja dabei so weise wie meine Oma.

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