Linden der Ostmarkstraße: Vom einstigen Problem-Baum zum Insektenhotel

dzMit Leader-Förderung

Wenn aus den gefällten Bäumen keine Profi-Kunst wird, könnten sie Kindern der Stadt für kleine Projekte übergeben werden. Über das Bildhauer-Symposium soll Mittwoch indes der Rat entscheiden.

Fröndenberg

, 24.09.2019, 14:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die einen hatte das Thema höchste Priorität, den anderen hing es gen Ende wohl schon zum Hals raus. Nachdem die Verkehrssicherheit an der Ostmarkstraße gefährdet war, gab es 2018 grünes Licht, zumindest einen Teil der Linden zu fällen, deren Schicksal eigentlich schon im Jahr 2015 als besiegelt galt. Im Februar 2018 wurde die Säge angesetzt.

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Die Idee der SPD, dass aus den gefällten Bäumen Kunst werden könnte, ist inzwischen zweieinhalb Jahre alt. Den Beschluss zur endgültigen Umsetzung hat die CDU zuletzt hinausgezögert – und der Stadtverwaltung einen Fragenkatalog zukommen lassen, der inzwischen beantwortet ist.

Von der Ursprungsidee ist nicht mehr viel übrig

Den Christdemokraten blieb bei den aktuellen, mit Leader-Mitteln förderbaren Plänen zu wenig von der ursprünglichen Idee – und die Kosten erscheinen auch zu hoch, wie im vergangenen Kulturausschuss deutlich wurde. In der Ratssitzung am Mittwoch, 25. September, steht das Bildhauer-Symposium aus diesem Grund erneut zur Abstimmung. Konkret soll die Politik den Antrag auf Fördermittel verabschieden.

Das Projekt der Stadtverwaltung sieht für den Bildhauerworkshop, der eigentlich schon den diesjährigen Bauernmarkt bereichern sollte, nun gar nicht mehr das Holz der Linden – sondern angekauftes Eichenholz – vor. Linde wäre zu weich – sodass die Skulpturen schnell verwittern. Aus dem Leader-Topf würden allerdings nur nachhaltige Projekte gefördert.

Projektverspätung aufgrund von Personalmangel

Generell hätten die personellen Ressourcen nicht ausgereicht, das Projekt so schnell an den Start zu bringen, dass es noch in diesem Herbst umgesetzt werden könnte.

Mit dem jetzt noch verwertbaren eingelagerten Lindenholz könnten laut Stadtverwaltung Kindergärten und Schulen arbeiten. Denkbar wären Insektenhotels, Sitzgelegenheiten, Hobby-Kunst, Indoor-Kunstwerke, Vogelhäuser oder ähnliches.

Nach neuster Berechnung fallen 45.000 Euro an

Nach aktueller Kostenkalkulation könnte das Projekt rund 45.000 Euro kosten. Aufgeteilt in 18.000 Euro für die Künstler, 11.500 Euro für Logistik, 3.500 Euro für das Marketing sowie 12.000 Euro für Aufstellung und Präsentation – wovon 65 Prozent aus Leader-Mitteln finanziert werden.

Die Mehrkosten für das Eichenholz in Höhe von 500 bis 800 Euro seien mit eingerechnet. Beim Erwerb des Holzes werde darauf geachtet, möglichst klimaneutral zu handeln.

Nach welchen Kriterien werden die Künstler ausgewählt

Außerdem interessiert die CDU-Fraktion, wer als Künstler nach Fröndenberg kommen könnte. Das steht noch nicht genau fest. Sicher ist aber, dass die Künstler per öffentlicher Ausschreibung gesucht werden. Ob sie einen Bezug zu Fröndenberg haben sollten, ist ebenfalls noch nicht klar.

Insgesamt könnten rund acht Skulpturen entstehen, die vollständig in das Eigentum der Stadt übergehen. Möglichst in den Sommermonaten 2020 sollten sie präsentiert, anschließend aufgestellt werden. Eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern des Ausschusses für Kultur, Tourismus und Stadtmarketing und des Ausschusses für Stadtentwicklung könnte das Projekt begleiten, etwa geeignete Standorte für die Skulpturen finden.

Die Objekte sollen so aufgestellt werden, dass kein Unterhaltungsaufwand entsteht. Vor Vandalismus gebe es allerdings keinen zuverlässigen Schutz, erklärt die Stadtverwaltung.

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